Nintendo lässt Pokénet mit rechtlichen Mitteln schließen

Das beliebte Pokémon-MMOG muss eingestellt werden, nachdem Nintendo mit rechtlichen Mitteln eine Unterlassung fordert.

Pokenet war ein MMOG, welches als Open-Source-Software von Pokémon-Fans zur kostenlosen Nutzung entwickelt wurde. Das Spiel war den Pokémon-Editionen sehr ähnlich nachempfunden (die Spieler bewegten sich durch die nachempfundenen Welten von Kanto und Johto, wo sie Pokémon fangen, trainieren und entwickeln konnten) und wirkte ziemlich professionell. Einen sehr guten Eindruck vom Spiel vermittelt dieses Video auf Youtube.

Pokénet-Website (Screenshot)
Pokenet-Website
Pokénet-Programm (Screenshot)
Pokenet-Programmstart


Aus den genannten Gründen überraschte es nicht, dass Pokenet zunehmend an Beliebtheit gewann. Laut den Entwicklern hatte das Spiel mittlerweile schon mehr als 7000 Spieler, mit steigender Tendenz, und dass obwohl Pokenet sich noch im Entwicklungsstadium befand. Im deutschsprachigen wurde das Spiel etwa auch für einige Zeit von der Fanseite Pokemonexperte.de beworben und so unterstützt.

Nun ist auch Nintendo auf das Spiel aufmerksam geworden — leider waren diese davon nicht begeistert. Mit einer Abmahnung forderten sie die Entwickler zur Einstellung des Projekts auf, ebenso soll die dazugehörige Website pokedev.org aufgegeben werden. Das berichtete der Pokenet-Entwickler mit dem Pseudonym Nushio an das Online-Magazin Joystiq.

Pokenet scheint den Pokémon-Rechteinhabern zu ähnlich zu den Originalen sein, weshalb sie die Rechtsverletzung durch das Fanprojekt nicht weiter dulden wollten. Derartige Fanprojekte überschreiten stets die Grenzen des Legalen und sind daher auf eine Duldung durch die Rechteinhabern angewiesen. Bereits in der Vergangenheit hatte Nintendo ähnliche Projekte schließen lassen. Es bleibt zu hoffen, dass Onlinekampf-Simulatoren wie NetBattle und Shoddy-Battle weiterhin verschont bleiben.

Über die konkreten Motive herrscht (trotz der starken Ähnlichkeit und einem damit einhergehenden Verständnis) aber auch Rätselraten — immerhin steckten keinerlei kommerzielle Absichten hinter Pokenet (die Betreiber mussten sogar die erheblichen Serverkosten aus der eigenen Tasche bezahlen) und derartige Aktionen ziehen oftmals den Missmut der Fans auf sich und können so dem Image schaden. Es ist fraglich, ob Nintendo ernsthaft weniger Spieleverkäufe wegen eines derartigen Fanprojektes fürchtete. Ein Spiel auf derartigen Niveau könnte natürlich eine Konkurrenz werden, wenn Nintendo selbst eines Tages ein richtiges Online-Rollenspiel anbieten will.

Wie es mit Pokenet weitergehen soll, ist noch nicht entschieden. Es wird unter anderem überlegt, dass Spiel als Non-Pokémon-Spiel (also mit dem gleichen Spielprinzip, aber ohne Pokémon-Charaktere) neu zu konzipieren. Auf diese Weise könnte ein Teil der enormen Entwicklungsarbeit noch gerettet und sinnvoll genutzt werden.

Kommentare zu dieser News-Meldung können im Forenthema zu dieser Meldung nachgelesen und abgegeben werden. Bei Berichten zu diesem Thema bitte fairerweise auch die Quelle verlinken!


An diesem Inhalt haben The Libertine und Macki mitgearbeitet.

Die Newsmeldung wurde am veröffentlicht.


Fehler gefunden? Einen Verbesserungsvorschlag? Bitte verwende unser Feedback-Formular!