Pokémon GO: Interview mit Tsunekazu Ishihara

Der Präsident und CEO der Pokémon Kompanie, der auch als Co-Entwickler an Pokémon GO beteiligt war, Tsunekazu Ishihara, hat dem Wirtschafts-Magazin NIKKEI ein Interview gegeben.


Besprochen wurden der Hype aus dem letzten Jahr, Smartphones und wie sie sich auf die Spiele-Branche auswirken und das man an einer neuen Version von Pokémon GO Plus für mehr Sicherheit arbeitet. Alle Details dazu, kannst du der Übersetzung entnehmen:

Frage: Pokémon und Nintendo sind beide durch Konsolen-Spiele groß geworden. Aber der [japanische] Binnenmarkt für Konsolen-Spiele und verwandte Produkte hat sich auf etwa 300Mrd Yen (rund 2,5 Mrd €) verringert, was noch weniger als der Hälfte des Niveaus von 2007 entspricht. Wie stehen Sie dazu?

Antwort: In der Spiele-Industrie sind Smartphones sehr schnell zum Schlüssel-Werkzeug als Spiele-Plattform und für die Promotion geworden. [Um Pokémon-Charaktere unter Verbrauchern bekannt zu machen,] strahlen wir den Pokémon Anime in 95 Ländern und Regionen aus. Dies ist sehr kosten- und zeit-intensiv, nicht zuletzt, weil wir dafür mit den lokalen Sendern in Kontakt stehen müssen.

Die Zahl der Smartphone-Nutzer hat weltweit die Marke von 1 Milliarde geknackt. Dies ist gigantisch im Vergleich zu den Konsolen-Spielern. Es kommt uns sehr gelegen Informationen über Smartphones zu teilen. "Pokémon GO" wurde dabei so bekannt - es zog mehr als 600 Millionen Spieler in seinen Bann -, gerade weil es sich hierbei um eine Smartphone-App handelt.

Frage: Der japanische Spiele-Markt für Apps ist auf 1 Billionen Yen angewachsen. Denken Sie, dass der Markt für Konsolen-Spiele immer weiter schrumpfen wird?

Antwort: Das Smartphone ist grundsätzlich ein Gerät für Menschen, die 13 Jahre oder älter sind. Selbst kleine Kinder können Konsolen-Spiele spielen. Pokémon Go hat dabei geholfen Fans in ihren 20ern oder 30ern, die schon länger kein Pokémon mehr gespielt haben, den Charm von der Spiele-Serie und seinen Figuren wieder zu entdecken.

Wir veröffentlichten "Pokémon Sonne" und "Pokémon Mond" für den Nintendo 3DS im November. Dabei übertrafen die Käufe gleich zu Beginnn die 10 Millionen, was einen Rekord für ein 3DS-Spiele-Titel darstellt.

Interessanterweise hilft "Pokémon GO" Älteren, Menschen in ihren 50ern bis 60ern, dabei den Spaß an Smartphone-Spielen zu entdecken. Speziell im westlichen Markt verlagern "Pokémon GO"-Spieler typischerweise ihre benutzte Spiele-Hardware auf Konsolen. Insgesamt wächst dadurch die Zahl der Spieler. Auch die Pokémon-TV-App hilft dabei die Verkäufe von Konsolen-Spielen anzutreiben.

Frage: Wie wird sich die Art der Entwicklung und des Verkaufes von Spielen über die Zeit verändern?

Antwort: Heutzutage ist für Spiele-Entwickler ein Muss Titel auf allen Märkten zur gleichen Zeit zu veröffentlichen. Informationen können ganz einfach schnell online weiter gegeben werden. Falls dies nicht geschieht, kann sich die Vorfreude von den Menschen aus den Regionen, wo das Spiel noch nicht erschienen ist, sich in der schon verstrichenen Zeit aufgelöst haben, wenn sie das Spiel dann bei sich kaufen und erleben können. Wir waren es gewohnt Titel zuerst in Japan zu veröffentlichen und Editionen wurden typischerweise 6 Monate später in anderen Sprachen veröffentlicht. wie auch immer, die letzte Spieleserie haben wir in neun unterschiedlichen Sprachen auf einen Schlag heraus gebracht.

Frage: Über diverse Unfälle in Zusammenhang mit dem Spielen von "Pokémon GO" wurde berichtet, sogar über lebensbedrohliche Fälle. Was ist ihre Reaktion darauf?

Antwort: Wir planten ein Spiel zu entwickeln, welches die Menschen Draußen spielen konnten, anstelle von zu Hause. Die Möglichkeit, dass Spieler in gefährliche Situationen verwickelt werden könnten, hatten wir gleich zu Beginn der Entwicklung berücksichtigt.

Um Gefahren zu verhindern, haben wir auch "Pokémon Go Plus" veröffentlicht, was ein tragbares Gerät, welches sich mit dem Smartphone verbindet, sodass "Pokémon GO"-Spieler nicht die ganze Zeit auf ihr Smartphone schauen müssen. Zusammen mit Nintendo überlegen wir, wie wir ein neues Gerät entwickeln können, um ein noch sichereres Spielen zu ermöglichen.

Das ursprüngliche Interview wurde von Yuji Nitta für Nikkei durchgeführt und von Jingle aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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Quellen: nikkei, Youtube und Währungsrechner

An diesem Inhalt hat Jingle mitgearbeitet.

Die Newsmeldung wurde am veröffentlicht.


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