Adventskalender: Tag 14

Heute haben wir gleich zwei Inhalte in unserem Adventskalender! Einerseits eine Zeichnung von Vulnonchen+, und andererseits auch eine Fanfiction von Wobbuffet

Zeichnung von Vulnonchen

„Die Retter in Not“ oder auch „Der Mann der Steine“

„Guten Morgen ihr beiden! Die heutigen Rettungsaufträge hängen aus! Da ist auch was am Kraterberg mit dabei, vielleicht ist das ja was für euch Frostbeulen!“, rief Picochilla, in der Gilde zuständig für die Auftragsverteilung, in den Raum hinein und verschwand genau so schnell wie sie erschienen war. „Umpf... Guten Morgen, Botogel...“, nuschelte Damhirplex in sich selbst hinein. Von der anderen Seite des Raumes war nur ein leises Gähnen zu hören. „Guten Morgen... Kannst du schon mal den Auftrag holen gehen? Dann.... bereite ich die Ausrüstung vor.“ Botogel konnte die Augen kaum offen halten, war aber gleichzeitig unglaublich aufgeregt wegen des Auftrages. Müde schlenderte Damhirplex zur Tür und sagte noch“bin gleich wieder da...“, bevor er den Raum verließ. Botogel raffte sich wohl oder übel auf und wandte sich somit der Vorbereitung des Rettungseinsatzes zu, entnahm dem persönlichen Beerenvorrat eine handvoll Beeren und fing an diese zu verarbeiten.

Sie öffnete die steinharten Hüllen einiger Wilbirbeeren, um an ihr frisches, weiches Fleisch zu kommen. Wilbirbeeren gehörten zur Grundausstattung eines jeden Helfers, der im tiefen Winter in den Bergen nach Hilfsbedürftigen suchte, da sie sehr schnell Frost heilten. Nebenbei setzte Botogel einen Wasmelbeerentee auf; durch die Kraft des Feuers in der Beere eignete sich der Tee, um gegen Kälte vorzubeugen, und durch den hohen Zuckergehalt lieferte sie auch neue Energie für geschwächte Wesen. Außerdem fanden auch in Scheiben geschnittene Kiroyabeeren ihren Weg in ihren Schweif, da diese eine kleine Resistenz gegen Kälte und Eis bewirkten. Auch Prunusbeeren als Allheilmittel, Sinel- und Tsitrubeeren zum Heilen von Verletzungen und Äpfel gegen den Hunger packte Botogel ein.

Damhirplex war inzwischen wiedergekommen, legte den Auftragszettel auf den Boden vor den beiden und las vor:“ 'Bitte um Hilfe! Bin beim Steine sammeln abgerutscht und habe mir den Fuß verstaucht! Ich bin noch ziemlich weit unten am Fuß des Berges. Es ist wahnsinnig kalt und alles tut weh! Irgendjemand...Bitte...' Das klingt ziemlich ernst,“ stellte er fest,“wir sollten uns so schnell wie möglich aufmachen... Hast du schon alles vorbereitet?“ - „Ja, alles startklar. Los geht’s!“

Kaum hatten die beiden die Gilde verlassen, fanden sie sich in einem wilden und erbarmungslosen Blizzard wieder – Schnee und Hagel flogen unkontrollierbar um sie herum und man sah beinahe die eigene Hand vor Augen nicht. „Verdammt!“, schrie Botogel, „was machen wir denn jetzt?! So finden wir den Verletzten ja nie!“-“Ich weiß auch nicht... Ich kann versuchen Sonnentag einzusetzen, aber ich denke nicht, dass das was bringen wird!“, antwortete Damhirplex und versuchte so wenig kalte Luft einzuatmen wie möglich. „Egal, versuch es einfach. Vielleicht hilft mein Auflockern ja etwas!“

Botogel schlug mit ihren Flügeln, aber versuchte vergeblich das Wetterchaos zu beseitigen; auch der Sonnentag von Damhirplex bewirkte nur für einen Bruchteil einer Sekunde einen hellen Sonnenschein, der aber sofort wieder von dicken Schneewolken übertrumpft wurde. „Das bringt so nichts...“, stellte er fest,“wir können das Wetter hier nicht beeinflussen, das packen wir nicht...“ Botogel aber wollte die Hoffnung nicht so schnell aufgeben und dachte angeregt nach. „Wir können das Wetter nicht verändern... Aber wir können uns davor schützen! Schutzschild! Wir beide können Schutzschild! Das muss funktionieren!“

Zusammen setzten sie Schutzschild ein und tatsächlich half es ein bisschen den Sturm abzuwehren. Stundenlang suchten sie am Fuß des Kraterbergs nach der verletzten Person, jedoch erfolglos. Es wurde immer dunkler, was die Suche noch weiter erschwerte. Die beiden entschied sich eine kurze Pause zu machen. Botogel holte zwei Äpfel auf ihrem Schweif und gab einen an Damhirplex ab. Die beiden wollten gerade zum Beißen ansetzen, als ein heller Lichtstrahl den Himmel in rote und braune Farbe tränkte.

Damhirplex erschrak und fragte aufgeregt:“Was war das denn? Hast du sowas schon mal gesehen? Das sah nicht aus wie eines dieser Polarlichter oder sowas... Das kam von dort hinten! Siehst du das? Da, hinter den Tannenbäumen! Los, komm, schnell!“, und sogleich rannte er los in die Richtung, aus der das Licht zu kommen schien. „Hey, warte doch auf mich! Damhirplex, warte!“ Botogel versuchte noch ihren Freund aufzuhalten, doch er konnte sie im Schneechaos nicht mehr hören. Schnell packte sie die ungegessenen Äpfel wieder ein und flog ihrem Teampartner hinterher.

Hinter den Bäumen entdeckte sie Damhirplex, wie er neben einem Menschenkörper lag. „Er ist ganz durchgefroren! Gib' ihm ein paar Wilbirbeeren und dann noch etwas Tee. Dann können wir ihn auf meinen Rücken binden und ich bringe ihn schon mal in Sicherheit!“ Botogel packte so schnell sie konnte die Sachen aus ihrem Schweif und begann den Menschen zu verpflegen. „Kannst du mich hören? Wir kommen um dir zu helfen! Hier, iss das, das wird dir helfen. Die Beeren hier helfen gegen die Kälte!“ Der Mann blickte sie mit grauen und kalten Augen an, schaffte es aber noch die Beeren zu sich zu nehmen. „Sehr gut, schön weiter kauen. Hier ist noch etwas Tee, der ist schön heiß und hilft dir wieder auf die Beine zu kommen!“ Auch den Tee nahm der Fremde artig zu sich und kam langsam wieder zu Bewusstsein.

„Ich denke du kannst ihn jetzt zur Gilde bringen... Geh' schon mal vor und bring' ihn in Sicherheit, ich sammle seine verlorenen Sachen noch auf.“ Bevor Damhirplex losreiten konnte, drückte Botogel dem Fremden noch eine Tsitrubeere in die Hand. „Falls es ganz schlimm werden sollte mit den Schmerzen, dann iss' die hier, die hilft!“ Müde blickte der Mann in ihre Augen und brachte ein leises „Danke...“ hervor, als Damhirplex sich so schnell wie möglich zur Gilde aufmachte.

Direkt dort, wo der Fremde gelegen hatte, fand Botogel ein kleines, schwarzes Säckchen, es fühlte sich warm und vertraut an. Sie traute sich einen kleinen Blick in den Beutel zu werfen, aber fand darin nur zwei kleine Steine, die gläsernen Murmeln ähnelten. Botogel verschloss ihn wieder und machte sich ebenfalls auf den Weg zurück zur Gilde.

„Ich möchte euch beiden danken für das, was ihr in den vergangenen Tagen für mich geleistet habt. Ich weiß nicht, wie ich das wieder gut machen kann, deswegen möchte ich euch das überlassen, weswegen ich die riskante Reise zum Kraterberg gewagt habe. Die hier sind sehr spezielle Steine, es ist noch nicht viel über sie bekannt... Aber mit der Zeit werdet ihr ihr Geheimnis schon noch in Erfahrung bringen. Diese Steine bedeuten mir wirklich viel, aber ihr könnt sie viel mehr gebrauchen als ich...“ Der Mann mit den grau-blauen Haaren verließ die Gilde und ging nun wieder seinen eigenen Weg.

Botogel und Damhirplex betrachteten die kleinen Steine, die der Mann vor ihnen hatte liegen lassen. „Was meinst du wohl, was diese Steine können? Meiner fühlt sich so... schön an, wenn ich ihn an mich drücke... Als würden sie meinen ganzen Körper mit einer Art von Energie durchströmen... Das lässt mich fühlen, als könnte ich in meiner Kraft nochmal wachsen... Komisch, oder? Was so ein kleiner Stein mit jemandem anstellen kann?“ Damhirplex' Augen funkelten heller als einhundert Kerzen in der Adventszeit, und auch Botogel konnte ihre Blicke nicht von ihrem Stein wenden.

„Ein wirklich wahnsinnig komisches Gefühl... Fühlt man sich so an, wenn man sich entwickelt? Das könnten wir beim Weihnachtsessen gleich mal ein paar andere Gildenmitglieder fragen...“ - „Das können wir wirklich tun... Du, Botogel?“ - „Ja, Damhirplex?“

„Fröhliche Weihnachten.“