Kontroverse: Verbot von Pokémon

Man könnte meinen, Pokémon sei ein harmloses Videospiel für Kinder. Dennoch sorgt es vor allem bei religiösen Fundamentalisten für Ärger. Dort, wo diese genügend Einfluss haben, ist Pokémon oft verboten.

Ein komplettes Verbot von Pokémon Videospielen und Sammelkarten besteht in Saudi Arabien seit dem Jahr 2000.

Vor kurzem wurde in der Türkei auch über ein Verbot der Pokémon Kinofilme diskutiert, weil ein türkischer Junge, nachdem er einen Pokémon Film angesehen hatte, aus dem Fenster sprang und glaubte, wie das Pokémon Tauboga fliegen zu können, allerdings ist Pokémon nicht allein der Faktor dafür.

(In der Türkei wurde allerdings auch die beliebte Videoseite Youtube zwischenzeitlich gesperrt, weil in einem Video Staatsgründer Atatürk beleidigt wurde.)

Islamische Einwände

Vor allem das Pokémon Sammelkartenspiel stieß immer wieder auf starke Ablehnung, da auf einigen Sammelkarten der jüdische Davidsstern verwendet wird, andere bilden das christliche Kreuz ab.

Außerdem findet sich auf diversen Karten das Dreieck der Freimaurer. Nach dem religiösen Gutachten (Fatwa) eines Muftis (das ist ein islamischer Rechtsexperte) wurden die Sammelkarten daher auch verboten.

Der Mufti hatte sein Verbot damit begründet, dass bei den Pokémon-Karten und beim Spiel Symbole wie der Davidsstern verwendet werden, der, wie ja jeder weiß, mit dem internationalen Zionismus verbunden ist und ein nationales Wahrzeichen von Israel darstellt.

Ein weiterer Grund war, dass das Tauschen und Spielen mit Sammelkarten eine Form des (im Islam verbotenen) Glücksspiels darstellt.

Desweiteren würden das Spiel und die Sammelkarten die Lehren des Islam untergraben, weil sie durch die Entwicklungen der Pokémon die darwinistische Theorie der Evolution unterstütze.

Pokémon - Zionistische Beeinflussung?

Auch Muslime aus Jordanien und Ägypten verdammen Pokémon als Teil einer jüdischen Verschwörung zur Beeinflussung muslimischer Kinder. Die gerne verbreitete Lüge, Pokémon sei ein japanisches Wort, das Ich bin Jude bedeutet, ist definitiv falsch, denn das Wort bedeutet: Pocket ---> Taschen, Mon ---> Monster (Taschenmonster)

Jüdische Einwände

Grund jüdischer Kritik war das Auftauchen der Swastika auf einigen Sammelkarten, eines von den Nationalsozialisten verwendeten Symbols (hierzulande besser bekannt als Hakenkreuz).

Hierbei handelt es sich um ein kulturelles Missverständnis, denn die Swastika gilt in fernöstlichen Kulturen als Glückssymbol des Buddhismus und wurde von Adolf Hitler nur für nationalsozialistisches Betreiben missbraucht.

Nintendo stoppte daraufhin die Verwendung dieses Symbols auf allen zukünftigen Sammelkarten.

Christliche Einwände

In westlichen Ländern sieht man die eigene Religion, das Chrsitentum, als die fortschrittlichste Religion. Da sollte man doch meinen, Christen würden nichts aufgrund religiöser Einwände verbieten.

Allerdings: Im US Bundesstaat Kansas wurde Pokémon - Videospiele, Sammelkarten und Merchandising - in allen Schulen teilweise oder ganz verboten. Kansas ist ein erzkonservativer Staat im Zentrum der USA, der für seinen hohen Anteil an christlichen Fundamentalisten bekannt ist.

Das Bildungsministerium hat im April 2007 einem Antrag von radikalen Christen stattgegeben, in dem das Verbot gefordert wurde. Begründung: Pokémon würde die darwinistische Evolutionstheorie propagieren - weil sich die stärksten Pokémon durchsetzen.

Obwohl die Evolutionstheorie längst als wissenschaftlich erwiesen gilt, vertreten christliche Fundamentalisten kreationistische Theorien oder die Theorie des Intelligent Design. Intelligent Design wird in den USA noch immer in christlichen Bundesstaaten gelehrt. Erst 2005 löste ein Artikel des Wiener Erzbischofs Kardinal Schönborn eine Debatte über Intelligent Design aus.


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