
Footbag
Footbag ist ein Sport, bei dem ein kleines mit Granulat oder Sand gefülltes Stoffsäckchen allein oder zu mehreren mit Beinen und Füßen gespielt wird. Der Ball, nach dem Markennamen der amerikanischen Firma Wham-O oft auch "Hacky-Sack" genannt, hat laut IFPA-Vorgabe einen Durchmesser von einem Inch bis zweieinhalb Inch und ist aus einigen Teilen (panels) (z. B. aus Leder, Leinen, oder Kunststoff) zusammengenäht. Durch Art und Menge der Füllung lassen sich Bälle für verschiedene Zwecke anpassen: Das Gewicht liegt zwischen zwanzig und siebzig Gramm, durch das Volumen der Füllung lässt sich einstellen, wie stramm der Ball gefüllt ist. Für das Spiel am Netz wird meist ein praller Ball verwendet, für andere Disziplinen werden weniger stark gefüllte Säckchen bevorzugt.
Die Geschichte des Footbag
Schon vor 4000 Jahren wurden in Asien erste Formen des heutigen Footbag gespielt. Es ging darum, den Ball mit den Beinen, den Schultern und dem Kopf in der Luft zu halten. Auch von den Maya sind uns solche Ballspiele bekannt. Die heutige Disziplin "Netz" wurde schon von den Japanern und Chinesen gespielt. Dies hatte sich aus alten Kampfsportübungen der Asiaten, bei welchen der Ball als Kopf des Gegners gesehen und getroffen werden musste, entwickelt.
Footbag an sich wurde in den 1970er Jahren von den US-Amerikanern John Stalberger und Mike Marshall als Zeitvertreib erfunden. Stalberger hatte kurz davor eine Knieoperation und suchte nach einer einfachen Trainingsmöglichkeit. Es ging lediglich darum, den Ball (damals noch eine zusammengenähte Socke, die mit Reis gefüllt war) so lange wie möglich, ob nun alleine, zu zweit oder in der Gruppe, nur mit den Füßen in der Luft zu halten, das Spiel nannten sie Hack the Sack. Mitte der 1970er Jahre folgte der internationale Durchbruch im Spiel- und Sportmarkt. Mit der ersten wirklich großen Footbag Europameisterschaft 1999 in Berlin entwickelt sich seit dem eine eigene Szene in Europa. Jedes Jahr werden mehr und mehr Vereine gegründet und jährlich stattfindende nationale- und internationale Turniere ausgetragen. Die größten derzeitigen (Stand Januar 2006) Turniere in Europa sind neben der Europameisterschaft (IFPA European Footbag Championships), der Footjam (Schweiz), Die German Footbag Open (Deutschland), der ToDexOn (CZ), Danish Footbag Open (DK), FR Footbag Open (FR).
Heutzutage gibt es die jährlichen IFPA Footbag World Championships bei denen die besten Footbagger in mehreren Disziplinen gegeneinander antreten.
Die Disziplinen
Circle [Bearbeiten]Hier geht es darum, mit mindestens zwei Spielern den Ball einfach so lange wie möglich (mit allen Körperteilen außer den Händen) in der Luft zu halten. Goldene Regel: Die Schwerkraft siegt immer. Circle ist keine Weltmeisterschaftsdiziplin. Das spielen in einem Circle (auch Hack-Circle genannt) ist die am weitesten verbreitete Form des Footbag Spielens, die allermeisten Spieler hatten ihrer erste Begegnung mit einem Footbag in einem Circle. Vor allem auf Pausenhöfen und in Parks erfreut sich diese Version des Footbags großer Beliebtheit. Schafft es eine Gruppe dass jeder Mitspieler des Circles den Footbag einmal berührt ohne das dieser auf den Boden gefallen ist, spricht man von einem „Full-Hack“.
Foursquare
Aufbau eines Foursquare SpielfeldsSpielvariante, die man häufig in den USA auf Schulhöfen oder Plätzen beobachten kann. Das Spielfeld ist ein Quadrat, das in vier Kleinere (gleich große) geteilt wird. Der Spieler im "letzten" Spielfeld wirft einem der Anderen den Footbag zu und startet somit das Spiel. Dabei scheidet der Spieler aus, der den Bag in seinem Spielfeld liegen hat, oder ihn aus dem Spielfeld befördert - dann rücken alle eins auf, und ins erste Spielfeld kommt ein neuer Spieler. Punkten kann nur der Spieler im letzten Spielfeld - und zwar immer, wenn ein anderer Spieler ausscheidet. Foursquare ist keine Weltmeisterschaftsdiziplin, wird aber auf immer mehr Turnieren als Zusatzdisziplin angeboten.
Dance
Hierbei spielt man, ohne feste Regeln, in einem tanzähnlichen Rhythmus mit anderen. Dance hat sich als Gegenstück zu den regelstarken Footbagvarianten entwickelt, die von der World Footbag Association unterstützt werden. Dance ist keine Weltmeisterschaftsdiziplin.
Consecutive
Es geht darum, den Ball so oft und so lange wie möglich (alleine oder zu zweit) in der Luft zu halten. Der Rekord im zeitlich unbeschränkten "Kicken" liegt bei 63.326 Berührungen des Bags mit dem Fuß. Außerdem gibt es das sogenannte timed consecutive, wo es gilt in einer bestimmten Zeit möglichst viele Berührungen zu erreichen. Consecutive ist keine Weltmeisterschaftsdiziplin mehr.
Golf
Der Name sagt alles: Wie beim Golfen werden Ziele ausgesucht, in die der Bag gekickt werden muss. Das kann ein aufgestellter Eimer sein, eine Parkbank oder einfach ein bestimmter Pflasterstein auf der Straße. Beim Footbag Golf darf der Bag aus den Händen fallen gelassen werden, muss also nicht mit dem Fuß direkt vom Boden gekickt werden. Auf vielen Footbag Turnieren wird auch Footbag Golf gespielt, dabei erstrecken sich die „Kurse“ oft über mehrere Löcher die mitunter quer über den gesamten Veranstaltungsort und auch darüber hinaus angelegt sind.
Netz
Footbag übers Netz wird auf einem Badminton Feld gespielt: jede Seite ist ca. 6 mal 6 Meter groß und die Netzhöhe beträgt 1,52 m. Der Netz-Footbag ist im Gegensatz zum Freestyle-Footbag möglichst rund und hart und hat einen Durchmesser von etwa 6 cm. Der Footbag darf nur unterhalb des Knies gekickt werden, alle anderen Kontakte mit dem Körper werden als Body-Foul bezeichnet. Berührt ein Spieler das Netz handelt es sich um ein Net-Foul. Berührt ein Spieler den Gegner auf dessen Spielfeldseite handelt es sich um ein Contact-Foul.
Es gibt zwei Netz-Disziplinen: Doppel und Einzel. Beim Doppel dürfen die beiden Spieler eines Teams den Ball maximal dreimal berühren, um diesen letztlich ins Spielfeld des gegnerischen Teams zu kicken. Beim Einzel darf der Spieler den Ball hingegen nur zweimal berühren. Gespielt wird um Punkte: Entweder wird ein Gewinnsatz bis 15 Punkte gespielt oder zwei Gewinnsätze bis 11 bzw. 15 Punkte. Nur das Team, das die Angabe macht, kann Punkten. Gewinnt das gegnerische Team den Ballwechsel kommt es zu einem Angabenwechsel. Die Angaben (Serves) erfolgen von der Grundlinie aus diagonal ins gegnerische Feld.
Die besondere Kunst beim Netz-Footbag liegt vor allem in Saves, Sets und Spikes: Als Save bezeichnet man einen Kick, der einen Ball vor dessen Auftreffen auf dem eigenen Spielfeld nach oben befördert und damit den Ball "im Spiel hält". Sets sind meist hohe, parabelförmige Vorlagen für den Teampartner (im Doppel) oder für sich selbst (im Einzel), die zu einem Spike führen können. Spikes sind Schmetterbälle verschiedenster Art. Dabei wird der Ball oberhalb der Netzkante, also auf einer Höhe von 1,50 bis 2 Meter möglichst hart ins gegnerische Feld gekickt.
Verwandte Sportaten sind das in Südostasien weit verbreitete Sepak Takraw sowie der vor allem in China gespielte Federfußball.
Freestyle
Footbag Spielerin in AktionWie man schon der wörtlichen Übersetzung Freistil entnehmen kann, ist hier alles und überall erlaubt. Dieser Modus wird sowohl bei Meisterschaften als auch auf Straßen, Plätzen und Schulen gespielt und ist damit eine der vielseitigsten Disziplinen.
Beim Freestyle Footbag geht es darum möglichst viele, möglichste schwierige Kunststücke mit dem Bag durchzuführen ohne dass dieser dabei herunterfällt. Bei der Wahl seiner Kunststücke (Tricks) ist der Spieler völlig frei. Bei der heutzutage jedoch am gebräuchlichsten Form des Freestyles fangen die Spieler den Bag vor und nach jedem Trick kurz auf (Stall oder Delay). Dieses Auffangen kann mit jedem Körperteil außer mit der Hand geschehen, die häufigste Form ist das auffangen des Bags auf den Zehen und auf der Fußinnenseite. Beinahe alle Tricks, die Spieler auf Turnieren, verwenden beginnen und enden auf diesen Oberflächen.
In den Meisterschaften gilt es, eine Choreographie zu einem selbst gewählten Musikstück vorzuführen. Folglich zeigen die Freestyler im Rhythmus diverse Tricks. Eine Kür dauert je nach Turnierregelen zwischen 1,5 Min und 2 Min. Choreographien (Routines) werden entweder alleine oder zu zweit (Doubles) vorgeführt. Die besten Spielerinnen und Spieler schaffen es dass während ihres gesamten Auftritts der Bag kein einziges mal auf den Boden fällt (dropless).
Beurteilt werden sie nach Schwierigkeitsgrad der gestandenen Tricks, Vielseitigkeit der Trickzusammenstellung, Kontrolle, Präsentation und letztlich der Gesamteindruck von einer fünfköpfigen Jury. Neuere Bewertungsformen, welche wie auch im Eiskunstlaufen mit Bewertungsnummern arbeiten, können derzeit nur bei einigen der größten weltweiten Turnieren gesehen werden.
Ich bring' dich nach oben!
~Quelle: Wikipedia~