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Bandvorstellung - Böhse Onkelz

Die Böhsen Onkelz wurden im November 1980 von Stephan Weidner (17), Kevin Russell (16) und Peter Schorowsky (17) gegründet. Den Namen gaben der Punkband Kinder, welche die drei als „böse Onkels“ bezeichneten. Dieser Name blieb an ihnen hängen und wurde auch nicht mehr geändert.

Im Jahr 1981 trat Matthias "Gonzo" Röhr (18) der Band bei. Dieser war vorher Gitarrist der Frankfurter Punkband „Antikörper“. In diesem Jahr hatten die Onkelz auch ihre ersten Auftritte im Jugendzentrum Bockenheim. Außerdem kam es durch einen Streit der Punks und einer Gruppe zum viel umstrittenen Skandalsong „Türken raus“, welcher aber keinerlei nationalsozialistischen Hintergrund hat. Es war einfach ein dummes Lied welches sie aus ihrem Hass heraus geschrieben haben.

Die „Oi- Bewegung“ erreicht Deutschland 1982 und die Böhsen Onkelz sind richtig dabei. Der Oi- Punk kam aus England herüber und war anfangs unpolitisch. Erst nach einiger Zeit rutschte die Oi oder auch Skinhead Szene in Richtung Nationalsozialismus ab.
1984 wurde das erste Album mit dem Titel „Der nette Mann“ von den Onkelz veröffentlicht. In diesem Album wurden 5 der 14 Songs wegen angeblich Gewaltverherrlichung, 1 wegen angeblichem pornographischem Inhalt und 1 wegen angeblicher nationalsozialistischen Hintergründen indiziert. Diese Indizierung verjährte im Jahr 2006.

Im Laufe des Jahres 1985 versuchten die Böhsen Onkelz die Skinheadszene noch vor dem Nationalsozialismus zu retten, was aber leider scheiterte und dadurch den Austritt der stets unpolitischen Band verursachte. Außerdem wurden noch die Alben Böse Menschen – Böse Lieder und Mexico aufgenommen. Letzteres war auch das letzte der Onkelz bei Rock-O-Rama.

1987 verlief ruhig, die Onkelz nahmen „Onkelz wie wir“, ihr erstes Metalalbum bei Metal Enterprises auf, aber die Presse bekommt nichts davon mit.

Ein Jahr nach ihrem ersten Album bei Metal Enterprises wird Kevin immer abhängiger von Drogen. Er wechselt vom Saufen und Kiffen zu harten Drogen wie LSD und Speed. Außerdem gibt es in diesem Jahr immer noch kein Konzert, aber die neue Platte Kneipenterroristen.
1989 gibt es in Offenbach endlich wieder ein Konzert der Böhsen Onkelz. Sie halten sich aber trotzdem noch im Untergrund und geben sogar ein Interview, welches aber niemals gesendet wurde. Stephan Weidner wird unterdessen zur treibenden Kraft, aber Kevin Russell sinkt immer mehr in den Drogensumpf.

Mit dem neuen Jahrzehnt bricht auch eine schlimme Zeit für die Band an. Weil Kevin immer mehr unter seiner Sucht leidet schreibt Stephan einige seiner dunkelsten Lieder (u.a. „Leiden“). Der Tiefpunkt des Jahres ist erreicht als der 23jährige Elektrikergeselle Andreas Trimborn, der beste Freund der Band, bei einem Messerangriff ums Leben kam. Dieses Ereignis schweißt die Band fest zusammen und inspiriert für neue Lieder wie „Nur die Besten sterben Jung“, aber lässt Kevin noch häufiger zu Drogen greifen. Auch die Medien erwachen langsam und werfen der Band vor immer noch in der rechten Szene tätig zu sein. Die Nazis dagegen fangen immer mehr an die Onkelz zu hassen.

Durch schlecht recherchierte Artikel verlangen im Jahr 1991 immer mehr Leute eine Namensänderung, welche die Band aber ablehnt. Mit dem Album „Wir ham’ noch lange nicht genug „ stehen die Böhsen Onkelz kurz vor dem Durchbruch.

Während die Onkelz mit ihrem achten Studioalbum „Heilige Lieder“ 1992 ohne Werbung die deutschen Charts stürmen (Platz 5) nimmt der Pressekrieg einen dramatischen Höhepunkt an.

Zum Jahreswechsel 92/93 wurde die Band auf ein Anti-Rechts-Konzert eingeladen.
Dieser Einladung folgten sie auch, wodurch u.a. Herbert Gröhnemeyer absagte, weil er nicht mit den Böhsen Onkelz auf einer Bühne stehen wollte. Dadurch wurden sie wieder ausgeladen und der Veranstalter tat so als hätte er die Band nie eingeladen. Trotzdem äußerten sich Promis wie Alice Schwarzer positiv gegenüber der Frankfurter Band. Sie sollten als „Werkzeug“ verwendet werden um Jugendlichen zu zeigen wie man sich verändern kann. Darauf reagierten Musikindustrie und Presse mit weiteren Hetzartikeln.

1994 wollte Kevin seine Drogensucht in Krankenhäusern nicht in den Griff bekommt nimmt ihn Stephan mit in seinen Keller um ihn dort zu Therapieren. Diesmal scheint Kevin von seiner Sucht loszukommen, aber muss noch einige Zeit von Ersatzdrogen leben. Außerdem schließen sie mit Virgin Music einen neuen Plattenvertrag ab.

Im 15. Jahr der Band rief World of Music zu einem öffentlichen Boykott aus. Sie nahmen das neue Album „Hier sind die Onkelz“ aus den Regalen und schoben alle anderen Interpreten einen Platz nach oben, damit nicht auffällt das unter den Top 10 ein Platz fehlte. Im gleichen Jahr bekamen sie außerdem ihr erstes Gold für 250.000 verkaufte Exemplare von „Heilige Lieder“.

1996 sind die Böhsen Onkelz die am meisten gebootlegte Band Deutschland. Das heißt, dass von ihren Alben sehr viele illegale Raubkopien umherwanderten. Außerdem wurde das neue Album „E.I.N.S.“ veröffentlicht. Manche Presseleute meinten sie müssten aus der Abkürzung „Eigentlich immer noch Skinheads“ lesen und weiter auf ihnen rumhacken.

Von der rechten Szene wurden die Onkelz immer mehr als „Verräter“ beschimpft, während sie die linke als „Nazischweine“ beschimpft. Es ist das 10. Jahr in welchem sich die Radiostationen weigern ihre Songs abzuspielen und die Fernsehsender nicht für sie werben wollen. Trotzdem werden Konzerthallen leicht gefüllt und die Alben super verkauft. Man merkt dass die Fangemeinde wächst, obwohl die Presse nur schlecht von ihnen redet.

Mit 300 000 verkauften Exemplaren in 48 Stunden ist die Band mit „Viva los Tioz“ 1998 erstmals auf Platz 1 der deutschen Charts. Für Fernsehsender ist das unangenehm, weil sie in ihren Chartshows keinen Nummer 1 Clip zeigen können. Außerdem sind die Onkelz für den Echo nominiert worden, was die Musikindustrie empört.

1999 spricht Herbert Grönemeyer wieder über eine Namensänderung. Stephan betont in der Dokumentation „Pop 2000“ nochmals das es keine Namensänderung geben wird. Außerdem ist dieses Jahr eine Ruhepause für die Band.

Nachdem „Ein böses Märchen aus tausend finsteren Nächten“ wieder ein Nummer 1 Album ist überwinden sich einige kleinere Radiostationen und Fernsehsender einzelne Songs daraus zu spielen. Die Großen halten trotzdem weiter dagegen.

Neben einer Tripple- CD welche auf Platz 3 der deutschen Charts einsteigt macht sich MTV lächerlich. Der Sender wollte auf die Band zugehen und hat ihnen ein MTV- Masters gewidmet. Darin hört man aber fast nur Kritik (unter anderem von den Ärzten). In einem Brief beenden die Onkelz mit dem Schlusssatz „Leckt uns am Arsch“ die Zusammenarbeit mit MTV.

2002 beginnt mit der „Skandalsingle“ „Keine Amnestie für MTV“. Dadurch legt die Industrie eine 180° Wende hin und WOM verkauft tatsächlich wieder Alben der Böhsen Onkelz. Außerdem erscheint ein weiteres Album mit dem Namen „Dopamin“.

Kein neues Album gab es im Jahr 2003. Dafür machten die Onkelz eine Klubtour und vier vollständig ausverkaufte Open- Airs. Außerdem verließen sie Virgin Records und wechselten zur hannoveranischen Firma SPV.

Mit einer Zusammenarbeit von Stephan Weidner und der New Yorker Band ProPain, welche sich als Onkelz Fans geoutet haben, begann das Jahr 2004. Stephan steuerte auf Anfrage der Band vieles zum Song Godspeed bei. Im April erschien dann die neue Single „Onkelz vs. Jesus“, zu welcher es sogar ein Video gab. Doch am 24. Mai geschah was niemand für möglich gehalten hatte. Die Band gab auf ihrer Website bekannt, dass sie aufhören möchten, obwohl sie gerade am Höhepunkt angelangt sind. Ein Grund ist unter anderem, dass sie nicht in die Mittelmäßigkeit abrutschen möchten, denn vom Höhepunkt kann es nur noch nach unten gehen. Passend dazu wurde im gleichen Jahr noch das letzte Studioalbum „Adios“ aufgenommen. Im August nahmen sie noch am 15. Wacken Open Air teil und im Herbst starteten sie dann ihre zu 100% ausverkaufte Abschiedstournee (24 gebuchte Hallen) durch Deutschland.

Am 17. und 18.6 2005 dann das Abschiedskonzert am Eurospeedway Lausitz. 120.000 Besucher waren an diesem Wochenende anwesend um mit den Böhsen Onkelz den Abschied zu Feiern. Den Abschluss einer 25 Jahre andauernden Karriere. Die Presse hasste sie, die Nazis hassten sie, aber ihre Fans, ihre Fans liebten sie. Außerdem veröffentlichten sie in diesem Jahr noch das Album „Live in Hamburg“ und die Doppel- DVD „Live in Berlin“.


Interessante Links:

Homepage der Onkelz mit Diskographie, Timeline (meine Quelle)
Aufklärungsvideo eines Fans ob die Onkelz Nazis sind (achtet auf den Song)
Vorkommnis auf einem Onkelz Konzert

Links zu Liedern:

Dick und Durstig
Mexico (Live)
Die Firma (Live)
Bomberpilot (Live)
Onkelz vs. Jesus
Kirche (Live)
Die Stunde des Siegers (Live)
Wilde Jungs (Live)
Gehasst, verdammt, vergöttert
Nichts ist für die Ewigkeit (Live)

Link zum Topic im Forum: Folgt am 7. Januar





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