Pablo Picasso
Wie bereits aus meinem Lieblingskünstler
Miró hervorgeht, bin ich eher dem Surrealismus und dem Abstrakten zugewandt, weswegen ich natürlich auch Picasso hoch ansehe.
(Wie vielleicht ein paar Leute bemerkt haben: Ich beschränke mich hier auf Künstler, die wirklich den meisten bekannt sein sollten xP)
Zusammenfassung
Pablo Ruiz Picasso (
*25. Oktober 1881 in Málaga;
†8. April 1973 in Mougins, Frankreich) war als Maler und Grafiker einer der bedeutensten Künstler des 20. Jahrhunderts und produzierte insgesamt rund
15.000 Gemälde, Plastiken und Keramiken!
Ich Gegensatz zu vielen anderen erfolgreichen Malern, war sein Vater Zeichenlehrer und Picasso sein erstes Kind. Picasso heiratete eine russische Tänzerin - aus der Ehe ging Paolo hervor, doch zusätzlich hatte er mehrere uneheliche Kinder.
Schaffensperioden
Hier sind Picassos Schaffensperioden nach der frühen Schaffensperiode aufgelistet:
Die Blaue Periode (1901-1905)
1900 und 1901 besuchte der aufstrebende Künstler mehrfach die Kunstmetropole Paris. Dort lernte er die Arbeiten mehrerer Impressionisten kennen, die ihn sehr beeindruckten und ihn zu Bildern von Außenseitern der Gesellschaft wie Bettlern, Obdachlosen und einsamen Menschen inspirierten.
(1901 zeigte der Kunsthändler und Verleger Ambroise Vollard Picassos Werke erstmals in einer Ausstellung.)
Picasso reduzierte seine Darstellung in Farbe und Formgebung auf ein Minimum. In dieser Schaffensphase zeigte sich der Einfluss des Expressionismus am deutlichsten. Da die zwischen 1901 und 1904 entstandenen Bilder in kühlen bläulich-grünlichen Tönen gehalten sind, nennt man diese melancholische Schaffensphase die „Blaue Periode“.
In der Blauen Periode entwickelte Picasso erstmals seinen eigenen Stil. Schwermütige Figurenbilder in verschiedenen Blautönen sind kennzeichnend für diese Phase. Die Bilder sind geprägt von tiefer Traurigkeit. Mit ihrer Hilfe verarbeitete er sowohl seine Einsamkeit in der Fremde als auch den Tod eines guten Freundes. Das Bild Evokation – Das Begräbnis Casagenas ist das erste Bild der Blauen Schaffensphase und spielt deutlich auf El Greco an. Es soll das Ende einer Freundschaft und den Beginn einer neuen Schaffensphase darstellen.
Mit seinem Freund Casagenas teilte er 1900 ein erstes Atelier am Montmartre in Paris – Casagenas beging ein Jahr später Selbstmord, als Picasso in Madrid weilte.
1902 kehrte er zurück nach Paris und wohnte zusammen mit Max Jacob. 1903 war er in Barcelona, 1904 zog er ins Bateau-Lavoir auf dem Montmartre. Er befreundete sich mit dem Dichter Guillaume Apollinaire und lernte Fernande Olivier kennen, die für sieben Jahre seine Begleiterin wurde.
Die Rosa Periode (1905-1907)
Ab 1905 herrschen rosa Töne in Picassos Werken. In dieser Phase zelebrierte Picasso geradezu Schönheit. Im Vergleich zur Blauen Periode gibt es nur noch wenig Melancholie in seinen Werken, das Blau weicht in den Hintergrund. Besonders Gaukler, Seiltänzer und Harlekins, in kontrapostischer Körperhaltung und klassischer Schönheit, zählen zu seinen Bildmotiven. Der
„süße Schmerz“ ist ein immer wieder kehrender Ausdruck in seinen Bildern. Zu den wichtigsten Werken aus dieser Zeit zählen
„Frau mit Krähe“ (1904) und
„Gauklerfamilie“ (1905).
(Für weitere Informationen siehe
hier.
Kubismus (1907–1920)
(Notiz: Der
Kubismus leitet sich von lat.
"cubus" ab, was so viel wie Würfel bedeutet)
Diese Farbe lässt sich bei Picasso in zwei Teile teilen:
den analytischen (1907–1912) und synthetischen (1912–1920) Kubismus.
Analytischer Kubismus
Der analytische Kubismus ist die kubistische Malweise im engeren Sinne, die Picasso gemeinsam mit seinem Freund Georges Braque entwickelte, den er 1907 traf. Er beschäftigte sich mit Formfragen; im Zentrum steht das Problem, wie sich die Dinge auf organisierte einfache geometrische Formen zurückführen lassen. Im Grunde ist kubistische Kunst ein Zerlegungsprozess. Zur Darstellung der Motive wird keineswegs nur der Würfel benutzt, sondern auch andere geometrische Formen wie Kugel, Kegel und Zylinder.
Die Anfänge des analytischen Kubismus finden sich 1909 nach einem Besuch in Barcelona.
Synthetischer Kubismus
Zerlegte Picasso im analytischen Kubismus noch Motive in einzelne geometrische Objekte, so setzte er sie im synthetischen Kubismus aus einzelnen Objekten wieder zusammen. Dazu bezog er Materialien (sogenannte objets trouvés) wie Sand, Zeitungsausschnitte oder Holz in seine Werke mit ein. Dadurch verloren sie ihre eigentlich Funktion und wurden in seinen Bildern zu Dekorationselementen. Zusammen mit grafischen Elementen (Linien und Schraffuren, zum Beispiel mit Kohle) gingen sie nun eine Synthese ein, daher der Name dieser Schaffensperiode. Zunehmend – besonders durch den Einsatz von Materialien – wurde seine Bilder plastischer und ragten von den Leinwänden hervor. Mit dem synthetischen Kubismus schuf Picasso nicht nur eine neue Kunstrichtung, sondern entdeckte auch neue Gestaltungsmöglichkeiten, beispielsweise die Collage.
Klassizismus und Surrealismus (1920er/1930er)
Die Abwendung vom Kubismus brachte das Erlebnis einer Italienreise 1917, wo er im Frühjahr in Rom den Proben des „Ballet russe“ von Sergei Djagilew zu
„Parade“ von Jean Cocteau/Erik Satie beiwohnte und den Bühnenvorhang beisteuerte. Dort lernte er auch die Tänzerin Olga Koklowa kennen. Der Aufenthalt bewirkte einen positiven Stimmungsumschwung, der sich etwa in den „Schlafenden Bauern“ von 1919 ausdrückt. Nach der Hochzeit mit Olga Koklowa 1918 gab er sein Bohemeleben auf und wurde zum „Malerfürsten“ mit eigenem Chauffeur und Hauspersonal. 1919 hielt er sich in London auf und malte Bühnenbildner für Manuel de Fallas Oper Der Dreispitz, 1920 für Igor Strawinskis Pulcinella. Typische Bilder der Zeit sind die
„Laufenden Frauen am Strand“ von 1922, in denen sich einerseits die Schwangerschaft seiner Frau wiederfindet, andererseits noch Reste einer kubistischen Verzerrung der Wirklichkeit. Das Hauptwerk seiner klassischen Periode ist die „Panflöte“ von 1923, in seinem Ferienort Antibes gemalt. 1924 malte er seinen dreijährigen Sohn „Paul als Harlekin“. Picasso kehrte aber in dieser Zeit auch auf den kubistischen Stil zurück (z. B. in den
„Drei Musikanten“ von 1921), der unter Picassos Händen inzwischen selbst „klassisch“ geworden war.
Spätwerk nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach sechs Jahren innerer Emigration und Isolation in Paris während des Zweiten Weltkriegs zog Picasso 1945 in die Provence. In Nizza besuchte er Henri Matisse, dessen Malweise deutliche Einflüsse in Picassos Spätwerk hinterlässt. Beide Künstler blieben über lange Jahre in loser Verbindung, wobei Matisse der einzige lebende Künstler war, den Picasso als ebenbürtig ansah und respektierte. Die aus seiner Jugend bekannte mediterrane Umgebung zog ihn wieder in seinen Bann.
Politisch stand er nach dem der Befreiung von Paris der Kommunistische Partei Frankreichs nahe, in die er 1944 eintrat. Allerdings behielt er seine unabhängige Einstellung. Das Gemälde (
Massaker in Korea), das 1951 entstand, verärgerte die Amerikaner, sein Porträt Stalins von 1953 die Kommunisten, und in der Sowjetunion galt seine Malweise offiziell als „dekadent“. Picasso engagierte sich allerdings, wann immer man ihn darum bat, für den Frieden. 1949 entwarf er ein Plakat mit einer Friedenstaube zur Pariser Weltfriedenskonferenz, das weltweit ein Symbol für den Frieden wurde. 1952 entstanden zwei große Wandgemälde (
Der Krieg) und (
Der Frieden) für den „Friedenstempel“ in Vallauris.
Ausgewählte Werke
1903 - Blaue Periode
* La Vie, Das Leben (Museum of Modern Art, Cleveland)
* La Famille Soler (Lüttich)
* Die Armen am Meeresstrand (National Gallery of Art, Washington)
* Madame Soler (Pinakothek der Moderne, München)
1906
* Kopf eines jungen Mannes (Sammlung Berggruen, Berlin)
* Frauenkopf (Sammlung Berggruen, Berlin)
* Zwei Akte (Sammlung Berggruen, Berlin)
1908 - Kubismus
* Fruchtschale mit Birnen und Äpfeln (Sammlung Berggruen, Berlin)
Schlusswort
Wie du sicher bemerkst, gibt es allem Anschein nach zu meinem zweitliebsten Maler mehr zu sagen als zu Miró. Das liegt nicht nur daran, dass Picasso ~92 und Miró 74 Jahre alt wurde, sondern viel mehr daran, dass Picasso in meinen Augen nicht nur "wandlungsfähiger" war, sondern auch - schlicht und ergreifend - mehr Bilder zeichnete.