Das Kaufhaus Horten war mit rund 10.000 m² Grundfläche das größte seiner Art in Hamm. Der Vollsortimentler bot alles - von Süßwaren, Zeitschriften und Spielzeug bis hin zu einem Reisebüro, einem Restaurant und jeder Menge Spiort & Mode Artikel. Als kleiner Junge ging ich mit meiner Oma oft hier hin, wo sie mir im Restaurant ein Mettbrötchen ausgab.
Nach längerer Bauzeit direkt am Bahnhof von Hamm wird das Kaufhaus am 1. Oktober 1970 eröffnet. Das Wochenblatt vom 25. April 2007 beschreibt die Eröffnung so:
Nur zwei Stunden nach der feierlichen Eröffnung schließt das neue Kaufhaus am Bahnhof schon wieder. So viele Kunden stürmen am ersten Tag die Verkaufsflächen, dass nichts mehr geht: Türen zu. Derweil stehen Verkäuferinnen und Lageristen sowie zahllose Aushilfen den Kunden zur Verfügung - selbst die 24-köpfige Dekorationsabteilung steht Gewehr bei Fuß, um den Schaufensterpuppen die Kleidung wieder vom Leib zu reißen, wenn der Kunde den Anzug in dieser Größe nicht mehr im Regal findet.
Das Kaufhaus besitzt eine Tiefgarage, einen Keller mit Lebensmittelmarkt und Sport-Abteilung, das Ergeschoss mit den Modeartikeln und den 1. Stock mit Spielwaren, der Wohnwelt und dem Restaurant.
Im Kaufhaus herrscht ein tristes Braun vor, stellenweise findet sich ein grelles Orange. Die typischen Farben dieser Zeit. In der Wirtschaftswunderzeit passt das Kaufhaus gut ins Stadtbild, die Bergarbeiter haben genügend Geld, um wochenendlich einmal dort einkaufen zu gehen.
1968 bereits verkaufte Helmut Horten, Gründer des Unternhemens mit Sitz in Düsseldorf, alle Aktien vom schweizerischen Tessin aus - der Gewinn war dank einer Gesetzeslücke steuerfrei. Später korregierte die BRD diese Lücke mit einem als Lex Horten
in die Geschichte eingegangenen Gesetz.
Ab Ende der 80er hielt die WestLB die meisten Anteile. In den 90ern schließlich war das Ende der Horten AG gekommen. Die konkurrierenden Kaufring und Kaufhof-Gruppen erworben zunhemend Aktien. Offen wurde über das Ende von Horten spekuliert. 1994 schließlich hatte Kauhof die Firma komplett übernommen.
Die rentabelsten Warenhäuser übernahm Kaufhof (unter dem Dach der Metro) als Kaufhof Filialen und gestaltete sie heller und farbenfroher. Diese Modernisierung war längst überfällig. Filiale in der Nähe von einem Kaufhof oder irrentable Warenhäuser wurden geschlossen. Noch 8 Jahre betrieb Kaufhof den Horten in Hamm, der direkt neben dem Kaufhof stand, als Horten weiter. 2002 schließlich, kurz vor dem 125-jährigen Jubiläum von Kaufhof, wurde das Haus voller Ideen
schließlich nach 32 Jahren Dienst
geschlossen. Die türkische Yimpas machte aus dem Gebäude ein Warenhaus, abgestimmt auf türkisch-konservative Kundschaft. Diese blieb in Hamm jedoch aus und seit 2005 schlief das Warenhaus seinen letzten Schlaf.
2007 beschloss die Stadt Hamm schließlich, das Gebäude abzureißen und die VHS, die SRH (Fachohchschule) und die Stadtbücherei in einem Neubau auf diesem Grundstück unterzubringen.
Nachdem der Abriss gegen März 2007 vollendet war, begann die Stadt das Heinrich-von-Kleist Forum
an jener denkwürdigen Stelle neu zu errichten. Die Horten-Tiefgarage wird mit hellerer Beleuchtung, Fahrstühlen und Kameras ausgestattet und anschließend weiterverwendet.
Noch heute erinnern sich die 183.000 Hammer gerne an das Horten-Kaufhaus, den Stolz der 70er Jahre. Mitarbeitertreffen finden jedes Jahr statt. Bei mir zu Hause steht nunmehr eine Hortenkachel...
Basierend auf dem Wikipedia Artikel "Horten AG"
RSS-Feed — Forum