Die Pokémon-Zucht

Während in Rot, Blau und Gelb die Pension nur dem Zweck diente, seine Pokémon Erfahrungspunkte sammeln zu lassen, gibt es seit der zweiten Generation die Möglichkeit, Pokémon zu züchten, indem man zwei zuchtfähige Pokémon in die Pension bringt. Dieser Artikel beschäftigt sich mit allen Aspekten der Pokémon-Zucht.

Zuchtorte: die Pension

Wie bereits oben erwähnt, geschieht die Zucht in der Pension des jeweiligen Spiels. Im folgenden findest du für die einzelnen Editionen eine Auflistung der Pensionen:

Spielversion Standort der Pension
Gold, Silber, Kristall Rote 34
Rubin, Saphir, Smaragd Route 117
Feuerrot, Blattgrün Eiland 4
Diamant, Perl, Platin Trostu
HeartGold, SoulSilver Route 34
Schwarz (2), Weiß (2) Route 3
X, Y Route 7
Omega Rubin, Alpha Saphir Route 117 und Kampfresort

Wie züchte ich Pokémon

Um Pokémon zu züchten, ist es nötig, zwei geeignete Elternpokémon in die Pension zu geben. Der herkömmliche Weg ist es, ein männliches und ein weibliches Pokémon zusammen in die Pension zu geben. Wichtig ist dabei, dass beide Pokémon in gewisser Weise miteinander kompatibel sind. So ist es zum Beispiel nicht möglich, ein Taubsi mit einem Onix zu paaren. Welches Pokémon mit welchem gezüchtet werden kann, hängt davon ab, in welcher Zuchtgruppe es sich befindet.

Eine Auflistung aller Zuchtgruppen findest du hier. Für die meisten Pokémon gilt: Zwei Pokémon aus derselben Zuchtgruppe sind miteinander kompatibel. Gibst du ein Männchen und ein Weibchen aus derselben Zuchtgruppe in der Pension ab, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Ei vorfinden, aus dem das Mutterpokemon schlüpft. Die einzigen Ausnahmen dabei sind:

  • Legendäre Pokémon: Legendäre Pokémon sind nicht zuchtfähig. Im gewissen Sinne bildet Manaphy eine Ausnahme, wie später im Artikel beschrieben wird.
  • Baby-Pokémon: Baby-Pokémon wie Pichu und Elekid sind zu jung, um selbst Nachkommen zu haben. Daher sind Babys nicht zuchtfähig.
  • Nidorina, Nidoqueen und Icognito sind nicht zuchtfähig.

Eine Liste mit allen Pokémon, die nicht zuchtfähig sind, findest du in diesem Artikel.

Die Zuchtgruppe Ditto

Ditto, das Verwandlungs-Pokémon, bildet einen Spezialfall bei der Zucht. Aufgrund seiner Fähigkeit, sich in andere Pokémon zu verwandeln, ist es möglich, jedes zuchtfähige Pokémon mit ihm zu paaren, sogar unabhängig vom Geschlecht des Pokémon. Das bedeutet: hast du ein zuchtfähiges Pokémon (egal welchen Geschlechts), kannst du es mit Ditto paaren.

Andererseits gibt es geschlechtslose Pokémon, deren einzig möglicher Zuchtpartner Ditto ist. So ist es beispielsweise nicht möglich, ein Tanhel mit einem anderen Pokémon zu paaren als mit Ditto. Alle Pokémon, die in der Zuchtgruppe Ditto sind, können nur mit Ditto gepaart werden (die einzige Ausnahme ist Manaphy). Andererseits ist es nicht möglich, zwei Dittos miteinander zu paaren. Die Konsequenz davon ist, dass es nicht möglich ist, ein Ditto nachzuzüchten.

Pokémon-Eier

Nachdem du zwei kompatible Pokémon in die Pension gegeben hast, kann es nach einiger Zeit vorkommen, dass deine beiden Pokémon ein Ei haben. Dies kann schnell gehen, kann aber auch lange dauern. Wenn du in der Pension fragst, wie es deinen Pokémon geht, wird dir der Pensionsleiter Auskunft in Form einiger Sprüche geben:

Spruch Bedeutung
Die beiden spielen lieber mit anderen Pokémon. Dieser Spruch tritt auf, falls die beiden Pokémon nicht zuchtfähigkeit sind. In diesem Fall werden sie nie ein Ei produzieren.
Die beiden mögen sich nicht sehr. Dieser Spruch tritt auf, wenn beide Pokémon einer verschiedenen Gattung angehören, aber beide vom selben Trainer stammen. In diesem Fall dauert es lange, bis sie ein Ei produzieren. Insbesondere sind beide Pokémon zuchtfähig.
Die beiden scheinen sich zu vertragen. Dieser Spruch tritt auf, falls beide Pokémon von derselben Gattung sind, aber demselben Trainer gehören, oder falls die Pokémon von unterschiedlicher Gattung sind und unterschiedlichen Trainern gehören. Es geht schnell, bis sie ein Ei produzieren. Insbesondere sind beide Pokémon zuchtfähig
Die beiden mögen sich sehr. Dieser Spruch tritt auf, falls beide Pokémon derselben Gattung angehören und unterschiedlichen Trainern gehören. Die beiden Pokémon produzieren sehr schnell Eier. Insbesondere sind sie zuchtfähig.

Sobald es ein Ei gibt, kannst du den Pensionsleiter ansprechen, um dir das Ei abzuholen. Wenn du es nicht möchtest, kannst du das Ei auch ablehnen. Entscheidend ist nun, welches Pokémon schlüpfen wird.

Welches Pokémon schlüpft aus welchem Ei?

Züchtest du zwei Pokémon derselben Gattung, ist klar, dass eben dieses Pokémon aus dem Ei schlüpfen wird. Da es in den Pokémon-Spielen aber keine Kreuzungen gibt, ist a priori nicht klar, was aus einem Ei von Taubsi und Schwalbini schlüpfen wird. Allgemein gilt für die Spezies, die aus dem Ei schlüpft:

Pokémon in der Pension Dieses Pokémon schlüpft aus dem Ei:
Die meisten zuchtfähigen Pokémon, wobei eines männlich und eines weiblich ist Die erste Entwicklungsstufe (Anmerkung: nicht notwendig das etwaige Baby-Pokémon, siehe unten) der Mutter.
Ein Ditto mit einem kompatiblen Pokémon (d.h. Ditto mit einem beliebigen zuchtfähigen Pokémon außer Ditto) Die erste Entwicklungsstufe des Partners von Ditto. Insbesondere kann niemals Ditto aus einem Ei schlüpfen.
Illumise mit einem geeigneten Partner Illumise oder Volbeat (Zufall).
Nidoran-w mit einem geeigneten Partner Nidoran-w oder Nidoran-m (Zufall).
Marill oder Azumarill mit einem geeigneten Partner Azurill, falls ein Elternteil Seerauch trägt, sonst Marill.
Woingenau mit einem geeigneten Partner Isso, falls ein Elternteil Laxrauch trägt, sonst Woingenau.
Roselia oder Roserade mit einem geeigneten Partner Knospi, falls ein Elternteil Rosenrauch trägt, sonst Roselia.
Mogelbaum mit einem geeigneten Partner Mobai, falls ein Elternteil Steinrauch trägt, sonst Mogelbaum.
Palimpalim mit einem geeigneten Partner Klingplim, falls ein Elternteil Schleuchrauch trägt, sonst Palimpalim.
Pantimos mit einem geeigneten Partner Pantimimi, falls ein Elternteil Schrägrauch trägt, sonst Pantimos.
Relaxo mit einem geeigneten Partner Mampfaxo, falls ein Elternteil Lahmrauch trägt, sonst Relaxo.
Chaneira oder Heiteira mit einem geeigneten Partner Wonneira, falls ein Elternteil Glücksrauch trägt, sonst Chaneira.
Mantax mit einem geeigneten Partner Mantirps, falls ein Elternteil Wellenrauch trägt, sonst Mantax.
Manaphy mit Ditto Phione

Die Fundorte der jeweiligen Items zum Tragen entnimmst du unserem Itemdex. Manaphy ist das einzige legendäre Pokémon, das zuchtfähig ist. Paarst du Manaphy mit Ditto, wird ein Phione aus dem Ei schlüpfen. Dieses kann sich allerdings nicht zu Manaphy weiterentwickeln.

Eier ausbrüten

Bevor du den Sprössling deiner Pokémon aber begrüßen kannst, musst du erst das Ei ausbrüten. Das geschieht, indem du Schritte läufst oder mit dem Fahrrad fährst. Doch warum brauchen manche Eier länger zum Schlüpfen als andere?

Jede Pokémon Spezies hat einen eigenen sogenannten Egg Counter. Meistens ist es so, dass starke Pokémon einen hohen, und schwache Pokémon einen niedrigen Egg-Counter haben. Dieser Egg Counter bestimmt, wann ein Ei schlüpft: Er wirkt wie ein Countdown - wenn er 0 erreicht, schlüpft das Ei.

Den Egg Counter eines Pokémon kannst du aus unserem Pokédex ablesen. Dort steht dann etwa „Schritte zum Schlüpfen: x“. Teilst du x durch 256, erhältst du den Egg Counter. Ein Pokémon, das 10240 Schritte zum Schlüpfen benötigt, hat entsprechenden einen Egg Counter von 40.

Vorsicht: Das bedeutet nicht notwendigerweise, dass es nach 10240 Schritten schlüpft. Dies ist die minimal benötigte Zahl an Schritten bis zum Schlüpfen.

Wann genau schlüpft das Ei aber dann? Wann immer du im Spiel 256 Schritte gehst, führt das Spiel folgende Schritte durch:

  • Ist der Egg-Counter des Eis an der obersten Stelle im Team gleich Null?
    • Wenn nein, verringere diesen um 1 und überprüfe das nächste Ei.
    • Wenn ja, schlüpft das Ei. Danach wird kein Ei mehr überprüft!

Das bedeutet also auch, dass immer nur ein Ei auf einmal schlüpfen kann. Ebenso wird der Schrittzähler immer auf Null zurückgesetzt, wenn du in der Pension ein weiteres Ei abholst - das Ausbrüten kann also um bis zu 255 Schritte mehr brauchen.

Einen Wert für den Egg-Counter kannst du auch direkt in der Statusübersicht des Eis ablesen:

Egg Counter Spruch
11 oder höher Was wird da wohl schlüpfen? Es wird sicher noch lange dauern.
Zwischen 6 und 10 Manchmal bewegt es sich! Es braucht wohl noch ein Weilchen.
5 oder geringer Man kann schon etwas hören! Es wird wohl bald schlüpfen!

Insbesondere erhöht sich die Anzahl ein Schritten, die jedes Ei zum Schlüpfen braucht, mit der Gesamtzahl der Eier im Team.

Eier schneller ausbrüten

Seit Pokémon Smaragd gibt es eine Möglichkeit, Eier schneller auszubrüten. Ein Pokémon mit der Fähigkeit Flammkörper oder Magmapanzer wirkt sich verkürzend auf die Dauer aus, die ein Ei zum schlüpfen braucht. Hast du ein Pokémon mit einer solchen Fähigkeit im Team, wird der Egg Counter pro 256 Schritte nicht nur um 1 verringert, sondern um 2. Das bedeutet, dass ein solches Pokémon die Anzahl der benötigten Schritte beinahe halbiert.

Mit Pokémon X und Y wurden die O-Kräfte eingeführt. Mit der O-Kraft Brutkraft kannst du die Ausbrützeit erneut um bis zu 50% verringern!

Du erhältst Brutkraft an folgenden Stellen:

XY
Von Mr. Miteinander im Konnex-Café (Weitere Informationen)
Ωα
In der Residenz Malvenfroh (Weitere Informationen)

Geeignete Orte zum Eier-Ausbrüten

In den Spielen gibt es üblicherweise einige Orte, die sich gut dazu eignen, um Eier schnell auszubrüten. Ein Ort ist dann geeignet, wenn man darauf lange Strecken fahren kann, ohne mit anderen Personen zusammenzustoßen und den Cursor nicht wesentlich bewegen muss.

Spiel Ort
Gold, Silber und Kristall Dukatia City
Radweg (Kanto)
Rubin, Saphir und Smaragd Route zwischen Wiesenflur und Malvenfroh City
Metarost City
Feuerrot und Blattgrün Radweg
Diamant, Perl und Platin Trostu und angrenzende Routen
Heartgold und Soulsilver Dukatia City
Radweg (Kanto)
Schwarz und Weiß Himmelspfeilbrücke
X und Y Illumina City (im Kreis fahren)
Route 7
Omega Rubin und Alpha Saphir Route zwischen Wiesenflur und Malvenfroh City Metarost City
Kampfresort (vor den Pensionsleiter stellen und diese Bahn im Viereck fahren)

Vererbung

Wie auch in der echten Welt übertragen sich manche Eigenschaften bei der Zucht zweier Pokémon an die Nachkommen weiter. Es gibt insgesamt vier Merkmale, die sich bei der Zucht auf den Sprössling übertragen können: das Wesen

Vererbung des Wesens

Das Wesen eines Pokémon ist besonders für Spieler relevant, die mit ihren Pokémon kämpfen wollen, da das Wesen die Statuswerte massiv beeinflusst. Seit Smaragd ist es möglich, das Wesen eines Elternteils weiterzugeben, und zwar durch den Ewigstein. Trägt die Mutter oder Ditto einen Ewigstein, besteht eine Chance von 50%, dass das Wesen vererbt wird. Dies funktioniert in Generation 4 allerdings nicht, falls beide Elternteile aus verschiedenen Spracheditionen stammen. Mit Generation 5 wurde diese Einschränkung aufgehoben und der Ewigstein funktioniert auch bei der Masuda-Methode.
Genauer gilt:

Kombination Welches Pokémon vererbt das Wesen?
Weibchen mit Ewigstein + Männchen Weibchen
Ditto mit Ewigstein + Männchen Ditto
Ditto mit Ewigstein + Weibchen Ditto
Ditto mit Ewigstein + geschlechtsloses Pokémon Ditto

Insbesondere hat Ditto beim Vererben Priorität.

Ewigstein in neueren Generationen: Seit HeartGold und SoulSilver funktioniert der Ewigstein nicht nur beim Weibchen, sondern bei einem beliebigen Elternteil.
Tragen beide Elternteile den Ewigstein, besteht eine Chance von 25%, dass das Wesen des einen Elternteils vererbt wird, und eine Chance von 25%, dass das Wesen des anderen Elternteils vererbt wird.

Ewigstein in SW2: Seit Schwarz und Weiß 2 beträgt die Erfolgsquote nicht nur 50%, sondern 100%.

Zeitpunkt der Bestimmung des Wesens: In allen Editionen bis einschließlich zur vierten Generation wird das Wesen in dem Moment festgelegt, indem der Pensionsleiter sich umdreht, um zu signalisieren, dass ein Ei zur Abholung bereit ist. Wenn du also unmittelbar vor der Abholung speicherst, das Ei abholst und es ausbrütest, wird es jedes Mal dasselbe Wesen haben, auch wenn du den DS ausschaltest und es erneut abholst. Diese Tatsache ist besonders für DV-Züchter (dazu später mehr) interessant, da diese so das Wesen festsetzen können, bevor sie dich um die Gene der Pokémon kümmern.
Seit Schwarz und Weiß funktioniert dies nicht mehr: dort wird das Wesen erst im Moment der Abholung festgesetzt.

Vererbung von DVs

Die DVs werden oft auch als Gene eines Pokémon bezeichnet. Sie entscheiden über das maximale Potenzial der Statuswerte eines Pokémon und sind daher besonders für Spieler interessant, die strategisch kämpfen wollen. Wie man es von der Vererbung von Genen in der Natur kennt, werden auch die DVs bei Pokémon vererbt. Im Wesentlichen werden in jeder Edition zuerst sechs DVs für das Baby per Zufall festgelegt. Anschließend werden drei DVs von den Eltern gewählt und überschreiben drei DVs des Babys, sodass es immer zu einer Vererbung von exakt drei DVs kommt. Es kann passieren, dass von den sechs per Zufall gewählten DVs bereits mehrere mit den DVs der Eltern übereinstimmen, sodass es so aussieht, als wären mehr als drei DVs vererbt worden. Ebenso kann es in Smaragd, Diamant, Perl und Platin zu einem anderen Effekt kommen, der gleich erläutert wird.

Zusammenfassend:

  1. Es werden sechs Zahlen generiert, die die DVs des Babys darstellen
  2. Es wird per Zufall von einem der Elternteile ein Wert gewählt, der an das Baby vererbt wird und den in Schritt 1 generierten Wert überschreibt
  3. Es wird per Zufall ein weiterer Wert von einem der Elternteil gewählt und vererbt. Dieser überschreibt in entsprechenden in Schritt 1 generierten Wert. Es kann sich nicht um denselben Statuswert handeln wie in Schritt 2 (wurde etwa in Schritt 2 der Angriffs-DV vererbt, so kann in Schritt 3 nur einer der übrigen fünf Werte ausgewählt werden)
  4. Es wird per Zufall ein weiterer Wert von einem Elternteil ausgewählt, der nicht in Schritt 2 oder 3 gewählt wurde und vererbt. Dieser überschreibt den entsprechenden Wert aus Schritt 1.

Zeitpunkt der Festsetzung der DVs: In jeder Editionen werden die DVs erst in dem Moment festgesetzt, indem du das Ei annimmst. Auf diese Weise können durch Abspeichern direkt vor dem Abholen in den Generationen 2, 3 und 4 die DVs und das Wesen in zwei getrennten Schritten beeinflusst werden.

Vererbung der DVs in Rubin, Saphir, Feuerrot, Blattgrün, HeartGold, SoulSilver, Schwarz und Weiß

Wie bereits erwähnt, werden zunächst sechs Werte zufällig bestimmt und dem Baby als DVs zugewiesen. Anschließend bestimmt das Spiel zufällig drei unterschiedliche DVs der Eltern, die vererbt werden sollen. Diese können sich nicht überschneiden, d.h. es ist nicht möglich, dass das Spiel zweimal den Angriffs-DV zur Vererbung auswählt. So kann es beispielsweise passieren, dass KP, Angriff und Verteidigung vom Vater vererbt werden, aber nicht, dass das Spiel zweimal KP auswählt, sodass effektiv nur zwei Werte vererbt werden. Insbesondere haben so alle sechs Statuswerte dieselbe Chance, vererbt zu werden, nämlich 1/6.

Vererbung der DVs in Smaragd, Diamant, Perl und Platin

Auch in diesen Editionen werden zunächst sechs Werte bestimmt, bevor die eigentliche Vererbung beginnt. Diese sechs Werte stellen zunächst die DVs dar. Anschließend beginnt die Vererbung. Zuerst wird per Zufall von einem Elternteil ein zufälliger Wert vererbt und überschreibt den entsprechenden Wert des Babys. Daraufhin wird per Zufall von einem Elternteil ein Wert außer den KP ausgesucht, der vererbt wird und den Wert des Babys überschreibt. Im letzten Schritt wird per Zufall von einem Elternteil ein Wert außer KP und Verteidigung ausgesucht, der vererbt wird und den entsprechenden Wert des Babys überschreibt. Dieses Mal können die drei Statuswerte sich überlappen, sodass einer der Statuswerte quasi mehrfach vererbt wird, sodass es passieren kann, dass effektiv nur ein einziger Wert vererbt wird. Da KP nur im ersten Schritt vererbt werden kann und Verteidigung nur im ersten oder zweiten, ergibt es sich, dass KP extrem selten vererbt wird, Verteidigung etwas häufiger und die anderen vier Statuswerte allesamt häufiger als Verteidigung und alle mit identischer Wahrscheinlichkeit.

Gezielte Vererbung von DVs eines Elternteils

Seit Smaragd gibt es für die Vererbung des Wesens den Ewigstein, der eine 50% (100% ab Schwarz&Weiß) Erfolgschance mit sich bringt. Für die DVs wurde in Generation 4 eine Sammlung ähnlicher Items eingeführt, nämlich die sogenannten Machitems: Machtgewicht, Machtband, Machtreif, Machtgurt, Machtlinse, Machtkette. Diese Items sind im Duellpark (Diamant, Perl, Platin), in der Kampfzone (HeartGold, SoulSilver) und in der Kampfmetro (Schwarz, Weiß) für je 16 GP erhältlich.
Gibst du einem Elternteil ein solches Item zum Tragen, wird der entsprechende DV-Wert mit 100% Sicherheit vererbt. Gibst du also dem Vater die Machtkette, so vererbt der Vater die Initiave mit Sicherheit.

Item Welcher Wert wird vererbt?
Machtgewicht KP
Machtreif Angriff
Machtgurt Verteidigung
Machtlinse Spezial-Angriff
Machtband Spezial-Verteidigung
Machtkette Initiative

Wenn du beiden Elternteilen ein Machtitem gibst, wird per Zufall entschieden, welches der beiden Items wirkt, d.h. es gibt dann eine 50% Chance, dass der Vater seinen Wert vererbt und eine 50% Chance, dass die Mutter ihren Wert vererbt. Es ist ausdrücklich nicht der Fall, dass zwei Machtitems dazu führen, dass zwei Werte mit Sicherheit vererbt werden.

Fatumknoten

Mit den Editionen X und Y erhielt der Fatumknoten eine neue Funktion. Trägt eines der Elternteil den Fatumknoten während der Zucht, werden nun fünf der DV-Werte von den Eltern vererbt. Allerdings werden zufällig fünf Werte von beiden Eltern vererbt, nicht nur die des Trägers. Es kann also auch gut sein, dass von einem Pokemon nur ein Wert vererbt wird, und von dem anderen Pokemon vier Werte. Da es somit egal ist welches Elternteil den Fatumknoten trägt, wird dieser am besten einfach dem Pokemon gegeben, welches den Ewigstein nicht trägt.

Gezielte Vererbung: Unter Ausnutzung des Zufallszahlengenerators in Smaragd, Diamant, Perl, Platin, HeartGold, SoulSilver, Schwarz und Weiß ist es möglich, das Wesen, die sechs zufällig bestimmten DVs und die drei vererbten DVs vollständig selbst zu bestimmen.

Vererbung von Attacken

Neben dem Wesen und den DVs ist es ebenfalls möglich, Attacken zu vererben. So kann beispielsweise ein Kastadur Tarnsteine erlernen, was es sonst auf normale Weise nicht lernt. Durch Zuchtattacken gibt es viele strategische Möglichkeiten, mit einem Pokémon zu kämpfen. Du wirst im folgenden Abschnitt lernen, wie Attacken vererbt werden.

Level 1-Movesets

Jedes schlüpfende Pokémon hat gewisse Attacken, die es bereits beherrscht. So kann ein Schiggy bereits zu Anfang Tackle und Rutenschlag einsetzen. Die Attacken, die das Pokémon bereits zu beginn beherrscht, heißt das Level 1-Moveset bzw. Level 5-Moveset. Du kannst diese Attacken im Pokédex finden, indem du bei dem entsprechenden Pokémon auf Attacken klickst.

Level Up-Attacken

Beherrschen beide Elternteile eine Attacke, die das schlüpfende Pokémon durch Levelanstieg lernen kann, so wird diese Attacke vererbt. Wichtig ist dabei, dass das schlüpfende Pokémon diese Attacke in seiner Basis-Entwicklungsstufe lernen kann. Muss es sich erst weiterentwickeln, um diese Attacke per Levelaufstieg zu lernen, wird diese Attacke nicht vererbt werden.

TM-VM-Attacken

Beherrscht der Vater eine Attacke, die durch eine TM oder VM erlernbar ist, wird es diese Attacke an den Sprössling vererben, falls dieser die Attacken durch den Einsatz einer TM und VM lernen kann. Ab der sechsten Generation können TM/VM Attacken jedoch nicht mehr vererbt werden.

Zuchtattacken

Beherrscht der Vater eine Attacke, die der Sprössling als Zuchtattacke lernen kann, wird diese Attacke vererbt. Im Pokédex sind diese Attacken mit der Methode Zucht versehen. Durch einen Klick auf das Fragezeichen neben der Attacke siehst du mögliche Zuchtpartner, die diese Attacke als Vater vererben können. Seit der sechsten Generation kann auch die Mutter die Attacken vererben.

Kombinationen von vererbten Attacken

Es ist möglich, mehr als eine Attacke zu vererben. So kann beispielsweise gleichzeitig eine TM und zwei Zuchtattacken vererbt werden. Es ist bei Zuchtattacken möglich, über mehrere Generationen zu züchten, damit am Ende ein Pokémon mehrere Zuchtattacken beherrscht. Dafür führst du den Schritt der Zuchtattackenvererbung einfach mehrfach durch, und brütest in jedem Schritt eine neue Zuchtattacke an, die von verschiedenen Vätern vererbt werden.

Ein Pokémon ist jederzeit auf maximal vier Attacken beschränkt, die es zeitgleich beherrschen kann. Wenn mehrere Attacken potentiell vererbt werden können, wird nach folgendem Prinzip entschieden, welche Attacken das geschlüpfte Pokémon beherrscht:

  1. Zuerst lernt das Pokémon seine Level 1-Moves
  2. Werden Level Up-Attacken vererbt, so lernt das Pokémon diese. Falls es dadurch mehr als vier Attacken beherrschen würde, werden entsprechende viele Level 1-Moves überschrieben.
  3. Werden TM- oder VM-Attacken vererbt, so lernt das Pokémon diese. Falls es dadurch mehr als vier Attacken beherrschen würde, werden zuerst Level 1-Attachen verlernt. Falls das nicht reicht, werden auch entsprechend viele Level Up-Attacken verlernt, sodass das Pokémon am Ende vier Attacken beherrscht.
  4. Werden Zuchtattacken vererbt, so lernt das Pokémon diese. Falls es dadurch mehr als vier Attacken beherrschen würde, werden zunächst Level 1-Moves überschrieben, dann gegebenenfalls Level Up-Attacken überschrieben und falls nötig zuletzt TM-VM-Attacken überschrieben.

Vererbung von Fähigkeiten

In Schwarz und Weiß ist es möglich, die Fähigkeit eines Pokémon zu vererben. Dies ist allerdings auf Traumwelt-Fähigkeiten (= versteckte Fähigkeiten) beschränkt. Hat ein weibliches Pokémon eine Traumwelt-Fähigkeit und du paarst es mit einem beliebigen Männchen derselben Zuchtgruppe, besteht eine Chance von 60%, dass das Baby die Traumwelt-Fähigkeit der Mutter geerbt hat. Dies funktioniert nicht mit Ditto. In der sechsten Generation wurde jedoch auch dieser Mechanismus geändert. Nun kann die Mutter ihre versteckte Fähigkeit auch mit Ditto vererben, und der Vater ebenfalls. Beim Vater funktioniert dies allerdings nur in Verbindung mit Ditto, und das zu 20%.

Vererbung von Pokebällen

Seit Pokemon X und Y ist es möglich auch den Pokeball zu vererben, in dem die Mutter gefangen wurde. Der Jubel- und Meisterball sind hiervon allerdings ausgeschlossen. Wurde die Mutter in einem dieser Bälle gefangen, schlüpft das Pokemon aus einem gewöhnlichen Pokeball.

Zucht von Shiny-Pokémon

In Generation 2 hängt der Shiny-Status eines Pokémon von seinen DVs ab. Bringst du zwei zuchtfähige Shiny-Pokémon in die Pension, so wurde aufgrund der Vererbung von DVs der Eltern die Chance von 1/64, dass der Sprössling selbst wieder Shiny ist.

Ab Generation 3 ist der Shiny-Status von den DVs getrennt bestimmt. Die Chance auf ein Shiny beträgt normalerweise 1:8192. Bringst du jedoch ab Generation 4 zwei zuchtfähige Pokémon aus verschiedenen Sprachversionen in die Pension, erhöht sich die Chance auf ein Shiny-Pokémon. Diese Methode nennt sich Masuda-Methode. In Generation 4 erhöht sich die Chance auf 5:8192, in Generation 5 auf 6:8192, und seit Generation 6 beträgt die Chance auf ein Shiny-Pokemon per Masuda 1:682,66. Mit dem Schillerpin lässt sich diese Chance nocheinmal auf 1:512 erhöhen.

Strategische und sammlerische Bedeutung des Züchtens

Spätestens mit der Einführung des Duellturms hast du dich bestimmt gewundert, wieso die Gegner nach einiger Zeit so stark werden. Ein Grund ist, dass die Pokémon der Gegner ein vorteilhaftes Wesen und extrem gute DVs haben. Für Kämpfe gegen ambitionierte Spieler oder im Duellturm o.ä. ist es sehr hilfreich, ebenfalls optimale Pokémon zu haben. Es ist jedoch extrem schwierig, ein Pokémon mit richtigem Wesen und perfekten DVs zu fangen. Die Chance, ein wildes Pokémon mit 6x31 DVs und einem Wunschwesen zu fangen, beträgt 1:(25*316) (ohne Synchro) bzw. 1:(2*316) (mit Synchro). Besitzt du zwei Elternteile mit perfekten DVs und benutzt einen Ewigstein, kannst du die Chance auf ein perfektes Pokémon auf 1:(2*313) erhöhen (in Generation 4 oder niedriger sogar auf 1:(313), weil dort das Wesen unabhängig von den DVs bestimmbar ist). Damit bietet das Züchten ideale Voraussetzungen, gute Pokémon zu erhalten. Zuchtattacken sind das i-Tüpfelchen, denn sie ermöglichen völlig neue Strategien.

Doch auch für Sammler ist die Zucht sehr wichtig. Einerseits lassen sich Baby-Pokémon wie Pichu nur so erhalten, andererseits bietet sich mit der Masuda-Methode eine erhöhte Chance auf ein Shiny, das hohen Sammlerwert hat.

An diesem Inhalt haben JuiceFriend, Shido, LukeSkywalker und CoptuS sowie 1 weiteres Mitglied mitgearbeitet.


Hast du einen Fehler gefunden oder einen Verbesserungsvorschlag? Dann melde diesen in unserem Feedback-Formular !