Toxin

Die Vergiftung, noch dazu die schwere, ist eine der wichtigsten und nervigsten Statusveränderungen. Sie raubt den Pokémon auf Dauer ihre KP und kann nicht einmal durch KP-Regeneration aufgehalten werden. Dieser Artikel zeigt unter Anderem, wie man sie am Besten einsetzt.

Die Attacke Toxin löst beim Gegner eine schwere Vergiftung aus. Tatsächlich sind eine „normale“ Vergiftung und eine schwere Vergiftung in den Pokémon-Spielen nicht identisch.

Auslöser für eine schwere Vergiftung sind die Attacken Toxin, Giftspitzen und Giftzahn. Alle anderen Vergiftungen (z.B. ausgelöst durch Giftpuder, Giftstachel, Giftwolke oder verschiedene Charakteristiken) gelten ausnahmslos als nicht-toxisch. Ab der 6. Generation wird Toxin niemals fehlschlagen, sofern es von einem Gift-Pokémon eingesetzt wird.

Erlittener Schaden

Der Unterschied zwischen diesen beiden Vergiftungsarten liegt darin, wie der Schaden berechnet wird. Eine normale Vergiftung zieht dem vergifteten Pokémon konstant 1/8 = 2/16 seiner Kraftpunkte ab. Eine toxische Vergiftung zieht dem vergifteten Pokémon zuerst 1/16 seiner Kraftpunkte ab – der angerichtete Schaden steigt jedoch mit jeder Runde um 1/16.

Runde Vergiftung Toxische Vergiftung
1. Runde 2/16 1/16
2. Runde 2/16 2/16
3. Runde 2/16 3/16
4. Runde 2/16 4/16
5. Runde 2/16 5/16
6. Runde 2/16 6/16
7. Runde 2/16 7/16
8. Runde 2/16 8/16
9. Runde 2/16 9/16

Die Vorteile von Toxin sind also offensichtlich. Hinzu kommt, dass Toxin eine Trefferquote von 85% hat und somit im Vergleich zu anderen Vergiftungs-Attacken relativ treffsicher ist.

Heilung

Eine schwere Vergiftung wird genau so geheilt wie jede andere Statusveränderung auch. Primär durch statusheilende Beeren, Erholung und Heilung. Weiters haben einige wenige Charakteristiken einen heilenden Effekt.

Die Attacken Aromakur und Vitalglocke heilen beim Einsatz dein gesamtes Team von Statusveränderungen. Deswegen musst du nicht jedem Pokémon eine Heilattacke beibringen, falls du ein Pokémon mit Aromakur oder Vitalglocke im Team hast (das beste Pokémon mit diesen Attacken ist Heiteira).

Eine Besonderheit gibt es noch in den alten Spielen RBG und GSK. In diesen Spielen wird eine schwere Vergiftung durch eine Auswechslung des Pokémons in eine normale und damit ungefährlichere Vergiftung umgewandelt. Ab der Advance-Generation ist dies nicht mehr möglich.

Der durch schwere Vergiftung erlittene Schaden kann auf den Anfangswert von 1/16 zurückgesetzt werden, indem man das Pokemon austauscht.

Kritische Punkte

Falls du eine schwere Vergiftung nicht heilen kannst, erreichst du bereits nach wenigen Runden kritische Punkte:

2. Runde
Schwere Vergiftung erreicht die Stärke von normaler Vergiftung
6. Runde
Jedes Pokémon ohne Erholungsmöglichkeit ist besiegt, selbst wenn der Gegner keinen einzigen erfolgreichen Angriff verzeichnen konnte.
7. Runde
Jedes Pokémon mit dem Item Überreste, aber ohne weitere Erholungsmöglichkeit, ist besiegt, selbst wenn der Gegner keinen einzigen erfolgreichen Angriff verzeichnen konnte.
8. Runde
Es ist sinnlos, noch weitere Erholungsattacken zu verwenden, ausgenommen sie regenerieren 100% der KP (nur in Verbindung mit entsprechender Umstände möglich, z.B. Attacke Mondschein bei Wetter Sonnenschein).
9. Runde
Das vergiftete Pokémon muss in jeder Runde seine Erholungsattacke einsetzen, um nicht in der nächste Runde an der Vergiftung zu erliegen. Damit kann noch auf Zeit gespielt werden, wenn das in der Kampfsituation erforderlich ist. Das gegnerische Pokémon kann jedoch nicht mehr angegriffen werden, ohne das vergiftete Pokémon zu opfern.
17. Runde
Das vergiftete Pokémon ist in jedem Fall besiegt.

(Hinweis: Als Erholungsmöglichkeit gelten alle Attacken, Beeren, Charakteristiken und Items, die einem Pokémon zumindest einen Teil seiner Kraftpunkte zurückgeben. Das Item Überreste gibt einem Pokémon jede Runde 1/16 seiner Kraftpunkte zurück.)

Schutz

Natürlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich vor einer Vergiftung (ob schwer oder nicht, ist dabei egal) zu schützen:

  • Alle Pokémon mit Typ Gift oder Stahl sind grundsätzlich immun gegen Giftattacken.
  • Schutzschild und Scanner schützen vor jeder Attacke – der Einsatz dieser beiden Attacken macht allerdings als Schutz gegen Toxin nur selten Sinn, denn der Gegner kann nächste Runde abermals Toxin einsetzen. Schutzschild und Scanner werden aber wirkungslos, wenn du sie mehrmals hintereinander einsetzt.
  • Manche Fähigkeiten, zum Beispiel Magiespiegel von Psiana oder Immunität von Sengo und Relaxo, schützen ebenso.
  • Pokémon, die Delegator einsetzen, sind auch vor einer Vergiftung geschützt bis der Delegator zerstört ist. In RBG gilt das allerdings nicht - hier werden auch Pokémon mit Delegator vergiftet.
  • Die Attacke Magiemantel wird eingesetzt.

Ein etwas wagemutigeres Set: Mit etwas Glück und Prediction kann man es schaffen, ein Pokemon mit Horrorblick festzuhalten, das nicht gegen Toxin resistent ist oder über Brüller bzw. Wirbelwind verfügt und welches Nachtara nicht wegsweepen kann und dieses dann in arge Bedrängnis bringen.

Gute Counter gegen Toxic-Shuffler sind Pokémon, die die Attacken Delegator benutzen, weil sie Statusveränderungen abblocken können. Dazu kommen die wenigen starken Stahl-Pokémon wie zum Beispiel Metagross.

Toxin in verschiedenen Metagames

Je nachdem, in welchem Metagame man spielt nimmt Toxin eine sehr unterschiedliche Rolle und Wichtigkeit ein. Dies liegt zum einen am Modus, aber auch an der zeitlichen Entwicklung mit allen Facetten des Metawandels (neue Attacken, Pokémon, Items, etc.)

Toxin im Doppelkampf (VGC)

Im VGC ist die Vergiftung und schwere Vergiftung die am seltensten genutzte Statusveränderung. Die Vorteile einer Paralyse, Verbrennung oder des Schlafes überwiegen gegenüber dem reinen Schaden einer Vergiftung. Auch ist Toxin deshalb im VGC schwach, weil die Kämpfe selten lange dauern und dementsprechend kein hoher Schaden durch Toxin zustande kommt. Meist lohnt sich ein normaler Angriff mehr. Die einzige Nische, die Toxin erfüllen kann, ist es gegnerische defensive Booster zu stoppen. So wird Toxin im VGC15 Meta gerne dazu verwendet, Gedankengut-Cresselia und Komprimator-Chaneira zum wechseln zu zwingen. Da diese Sets allerdings sehr selten anzutreffen sind und durch einen Verhöhner ebenso gestoppt werden können, ist Toxin extrem situationsabhängig und meistens nicht empfehlenswert.

Toxin im Einzelkampf (Smogon)

Im RBG-Metagame wurde Toxin kaum genutzt, obowhl es kein Heiteira mit Vitalglocke gibt und Delegatoren nicht schützen.

In GSK stieg die Verwendung von Toxin an. Die Bedeutung von Toxin wurde durch das Aufkommen von Heiteira und den Schutz durch Delegatoren eingeschränkt. Allerdings konnten nur wenige Pokémon ohne Tausch Delegator erlernen (daraus ergeben sich Unterschiede zwischen dem GSK-ohne-Tausch und GSK-mit-Tausch Metagame).

Das änderte sich mit Rubin und Saphir schlagartig: Das RS-Metagame war die Blütezeit von Toxin. Schließlich konnte eine toxische Vergiftung nicht mehr durch einen Wechsel abgeschwächt werden. Noch schwerwiegender war die Tatsache, dass es nur sehr wenige Pokémon mit Delegator gab und nur schwächere Pokémon Vitalglocke bzw. Aromakur beherrschten – Heiteira gab es in RS schließlich nicht.

Die große Zeit der Toxic-Shuffler ist im Advance 386-Metagame (entstanden mit dem Erscheinen von Feuerrot und Blattgrün) wieder zuende gegangen, da fast alle Pokémon dank der Attackenhelfer Delegator erlernen können. Außerdem ist Heiteira hier stark vertreten. Dadurch haben die Toxic-Shuffler nichts mehr zu sagen. In Phasen, wo Relaxo Heiteira verdrängt, nimmt die Verwendung von Toxin geringfügig zu.

In Diamant und Perle hat sich daran nur wenig geändert. Delegator zählt auch hier zu den Attacken mit sehr starker Verbreitung. Außerdem ist dieses Metagame sehr offensiv ausgerichtet, wodurch die defensiven Toxic-Shuffler nur schwer in ein Team zu integrieren sind.

Toxic-Shuffler

Oftmals wird Toxin nur verwendet, um Pokémon zusätzlich zu schädigen oder den Gegner dazu zu zwingen, eine heilende Attacke einzusetzen – wodurch es das andere Pokémon nicht angreifen kann, und dieses dadurch eine Runde ungestört ist.

Allerdings gibt es auch Toxic-Shuffler (auch: Toxin-Shuffler). Diese vergiften den Gegner toxisch und versuchen dann, auf Zeit zu spielen, sodass der Gegner an dieser Vergiftung erliegt. Diese Strategie ist dann sinnvoll, wenn der Toxic-Shuffler im Angriff schwach ist, aber stark in der Verteidigung. Typische Beispiele dafür sind Regice und Nachtara:

Moveset: Regice

Moveset: Nachtara

An diesem Inhalt haben Gischa, Shido, Gockel und CoptuS mitgearbeitet.


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