Stachler und Co. (Entry Hazards) seit der vierten Generation

Zu den sogenannten Entry Hazards gehören die Attacken Tarnsteine, Stachler und Giftspitzen. Alle drei Attacken haben verschiedene, eigene Effekte, die immer dann auftreten, wenn ein Spieler ein Pokémon in den Kampf einwechselt. In diesem Artikel wird beschrieben, wie genau diese Attacken funktionieren, wie man sie ausnutzen und sich dagegen schützen kann. Die Funktionsweisen beziehen sich dabei auf Generation 4 und 5, die Ausleger und Konter auf Generation 5.

  • Warum sind Entry Hazards so gefährlich?
  • Funktionsweisen der verschiedenen Arten
  • Ausleger von Entry Hazards
  • Kontermethoden, Turbodreher, Geistpokémon

Warum sind Entry Hazards so gefährlich?

Oft erkennen neuere Spieler nicht die Gefahr, die sich hinter der sogenannten Auslegerware verbirgt. Was bringen schon ein paar Prozent Schaden beim Einwechseln des Gegners? Doch muss man eins beachten: Beim strategischen Spiel werden extrem oft Pokémon ausgetauscht, hat man einen taktischen Nachteil, dann muss man wechseln, sonst riskiert man, ein Pokémon zu verlieren. Hat der Gegner ein Heatran und man selber ein Panzaeron im Spiel, kann man es sich normalerweise nicht leisten, Panzaeron zu verlieren und wechselt demnach im Normalfall das Pokémon aus. Daher kann es extrem effektiv sein, den Gegner für das Wechsel zu "bestrafen", indem man Entry Hazards verwendet. Diese machen zwar bei einem einzelnen Wechsel wenig Schaden, aber dieser Schaden summiert sich sehr schnell! Allein die Attacke Tarnsteine kann in einem durchschnittlichen Kampf insgesamt 200-300% Schaden verursachen und hat sich als so metagamedefinierend erwiesen, dass sie in fast jedem Team vorhanden sind und dafür sorgen, dass Pokémon mit Gesteinsschwächen deutlich selterner benutzt werden. Dazu kommt, dass Entry Hazards unabhängig von den gegnerischen Defensivwerten prozentualen Schaden anrichten. Dies ist besonders dann gut, wenn der Gegner viele defensivstarke Pokémon besitzt, da diese so hohen Schaden erhalten.

Funktionsweisen der verschiedenen Arten

Tarnsteine

Tarnsteine ist eine Attacke vom Typen Gestein, die seit der vierten Generation existiert und dort auch als TM erhältlich ist, wodurch die Attacke von sehr vielen Pokémon erlernt werden kann. Im Kampf kann man nur eine "Lage" Tarnsteine auslegen, das bedeutet, wenn der Gegner nicht Turbodreher benutzt, reicht es, die Attacke einmal einzusetzen. Tarnsteine verursachen abhängig vom gegnerischen Typ Schaden. Der Grundschaden beträgt dabei 1/8 der maximalen KP, also 12,5%. In der folgenden Liste kann man ablesen, welche Pokémon wie viel Schaden von Tarnsteinen nehmen.

  • Vierfache Gesteinschwäche = 50% Schaden | Bsp: Ramoth
  • Zweifache Gesteinschwäche = 25% Schaden | Bsp: Garados
  • Neutral zu Gesteinattacken = 12,5% Schaden | Bsp: Blitza
  • Gesteinresistenz = 6,25% Schaden | Bsp: Kapilz
  • Doppelte Gesteinresistenz = 3,125% Schaden | Bsp: Lucario

Man sieht also, dass bestimmte Pokémon durch Tarnsteine extreme Probleme bekommen, da sie allein durch das Einwechseln hohen Schaden erhalten. Auch Fokusgurte werden nutzlos, wenn Tarnsteine liegen. Insgesamt ist diese Attacke dadurch, dass sie jedem Pokémon schadet und viele gefährliche Pokémon erheblich schwächt, Pflicht für nahezu jedes Team.

Stachler

Stachler ist eine Attacke, die seit der 2.Generation existiert. Seit der dritten Generation hat sie folgende Funktionsweise. Man kann Stachler bis zu dreimal auslegen. Je mehr Lagen man auslegt, desto mehr Schaden verursacht die Attacke bei jedem Wechsel. Zu beachten ist allerdings, dass es sich um eine Attacke vom Typ Boden handelt, dadurch erhalten Flugpokémon, sowie Pokémon mit der Fähigkeit Schwebe keinen Schaden von Stachler.

  • 1. Lage : 12,5% Schaden
  • 2. Lagen : 16,7% Schaden
  • 3. Lagen : 25% Schaden

Stachler wird normalerweise in defensiven Teams verwendet. Es gibt allerdings auch einige offensive Teams, welche die Stacheln ausnutzen, um ihre Sweeper noch gefährlicher zu machen. Viele Sweeper haben nämlich die Möglichkeit, ihre normalen Counter oder Checkes leichter zu besiegen, wenn diese Zusatzschaden durch Stachler erhalten.

Giftspitzen

Giftspitzen ist eine Giftattacke, welche seit der 4.Generation existiert. Man kann sie zweimal auslegen. Giftspitzen sorgen bei einer Lage dafür, dass einwechselnde Pokémon des Gegners vergiftet werden, bei zwei Lagen werden Pokémon stattdessen schwer vergiftet.

  • 1. Lage : Vergiftung
  • 2. Lagen : schwere Vergiftung

Giftspitzen können in defensiven Teams verwendet werden. Außerdem eignen sie sich gut dazu, bestimmte Pokémon stark unter Druck zu setzen, zum Beispiel Heiteira, Despotar oder Quaxo.

Ausleger von Entry Hazards

Wenn man Entry Hazards verwenden will, muss man zunächst einmal schauen, welche einzelnen Pokémon überhaupt die gewünschten Attacken beherrschen. Tarnsteine wird zum Glück von extrem vielen verschiedenen Pokémon erlernt, da diese Attacke in der 4.Generation als TM vorhanden war. Einige Beispiele sind Jirachi, Knakrack, Terrakium, Tentantel, Hippoterus oder Heatran. Auch die Tiergeistform von Demeteros eignet sich gut.

Bei Stachler ist die Auswahl deutlich geringer. Panzaeron, Tentantel, Forstellka und Roserade sind die besten Optionen.

Giftspitzen schließlich können benutzt werden von Forstellka, Tentoxa und Nidoqueen.

Viele der genannten Pokémon werden eher defensiv gespielt, um möglichst oft in bestimmte gegnerische Pokémon einwechseln zu können und die Zeit zu nutzen, um die Auslegerware zu platzieren. Man kann manche dieser Pokémon aber auch offensiv benutzen und so möglichst schnell am Anfang des Kampfes die Entry Hazards auslegen. Weitere Informationen dazu in diesem Artikel.

Kontermethoden, Turbodreher, Geistpokémon

Da Entry Hazards eine sehr wichtige Bedeutung im strategischen Spiel haben, benutzen viele Teams Methoden, um das Auslegen des Gegners zu verhindern oder die Auslegerware wieder loszuwerden. Hierbei hat man beim Teambau verschiedene Möglichkeiten. Als erstes sollte man sich die Frage stellen, ob es wirklich nötig ist, eine Kontermethode zu verwenden. Häufig bleibt nämlich beim Teambau nicht viel Platz über, sodass man sich genau überlegen sollte, ob man sich darauf vorbereitet oder nicht. Vor allem offensive Teams können manchmal auf eine derartige Methode verzichten und stattdessen die Wahl der Sweeper so treffen, dass diese möglichst geringen Schaden von Entry Hazards nehmen. Benutzt man aber Pokémon wie Ramoth, sollte man von Anfang an eine Kontermethode einplanen.

Turbodreher

Auf den ersten Blick eine unscheinbare und schwache Attacke, ist Turbodreher doch die bekannteste und meist beste Möglichkeit, Entry Hazards wieder loszuwerden. Turbodreher ist eine Normalattacke mit der Stärke 20. Das Besondere ist jedoch: Hat der Gegner Entry Hazards ausgelegt und man setzt Turbodreher ein, verschwinden diese wieder, und zwar alle auf einmal, egal ob der Gegner nur Tarnsteine oder 3 Lagen Stachler ausgelegt hat. Zu den wichtigsten Pokémon, die Turbodreher benutzen (genannt "Spinner" von engl.: Rapid Spin), gehören in BW OU Starmie, Forstellka, Tentoxa und Donphan.

Spinblocker (Geistpokémon)

Spinblocker sind Geistpokémon, die verhindern sollen, dass der Gegner Turbodreher effektiv einsetzen kann. Durch den Geisttyp hat die Normalattacke Turbodreher kein Wirkung und wird nicht ausgeführt, dadurch tritt auch nicht der Zusatzeffekt auf, welcher die Hazards entfernt. Deshalb benutzen viele Teams, welche Stacheln benutzen, zusätzlich auch einen Spinblocker, um die Auslegerware zu sichern. Wichtig bei einem Spinblocker ist, dass er gegen viele Spinner gewinnt, Spinner versuchen natürlich auch, den Spinblocker unter Druck zu setzen. Ein bekanntes Beispiel für einen Spinblocker ist Apoquallyp, offensive Teams können auch Gengar benutzen. Dieses gewinnt gegen die meisten Spinner, nur offensive Starmie und Tentoxa mit Toxin sind problematisch.

Magiespiegel

Magiespiegel ist eine Fähigkeit, die seit der 5.Generation existiert. Xatu und Psiana können sie benutzen. Sie bewirkt, dass Statusattacken wie Donnerwelle auf das einsetzende Pokémon reflektiert werden. Außerdem wirkt sie auch bei Egelsamen und Entry Hazards. Setzt der Gegner z.B. Tarnsteine ein, während ihr Xatu im Kampf habt, werden die Tarnsteine nicht auf eurer Seite, sondern auf der gegnerischen Seite platziert, ein großer Vorteil für euch! Aufpassen muss man allerdings darauf, das der Gegner nicht einfach angreift und eure Pokémon mit Magiespiegel besiegt. Ein Heatran z.B. kann Tarnsteine auslegen und fürchtet sich normalerweise nicht vor Xatu oder Psiana. Daher ist es meist relativ unsicher, Hazards auf diesem Wege zu verhindern.

Giftpokémon

Eine Möglichkeit, Giftspitzen wieder zu entfernen, ist das Einwechseln eines Giftpokémon. Dieses kann die Giftspitzen beim Einwechseln wieder absorbieren und so verschwinden lassen. Zu beachten ist allerdings, dass diese Methode nur gegen Giftstacheln funktioniert. Außerdem darf das eingewechselte Giftpokémon nicht auch vom Typ Flug sein oder Schwebe besitzen.Hutsassa und Tentoxa würden demnach funktionieren, Gengar oder Iksbat hingegen nicht.

Zusammenfassung

Entry Hazards haben eine zentrale Bedeutung für das strategische Spiel. Tarnsteine sind nahezu in jedem Team vertreten, andere Arten können sowohl in defensiven, ausbalancierten und sehr offensiven Teams verwendet werden. Beim Teambau sollte man sich daher schon zu Beginn überlegen, ob man eigene Hazards benutzt und wie man mit gegnerischen Hazards umgeht.

An diesem Inhalt hat mbh mitgearbeitet.


Fehler gefunden? Einen Verbesserungsvorschlag? Bitte verwende unser Feedback-Formular!