Die typischen Anfängerfehler

In vorherigen Lektionen wurden unter anderem die Merkmale des strategischen Kämpfens erläutert. In dieser Lektion geht es gewissermaßen wieder darum, allerdings mit dem Hauptaugenmerk auf typische Anfängerfehler, die man im strategischen Kämpfen nicht machen sollte.

Auswechseln

Wer sich schon mal einen strategischen Kampf angesehen hat, wird gemerkt haben, dass das Auswechseln eines Pokemon extrem häufig vorkommt; etwas, das im Spielverlauf eine sehr kleine Rolle einnimmt. So klein diese Rolle im Spielverlauf ist, so wichtig ist sie in der Strategie.

Hier gibt es keine Funktion, die einem das nächste Pokemon des Gegners nennt und das Auswechseln auf ein Pokemon, welches gut gegen das des Gegners dasteht, ermöglicht. Bringt der Gegner ein Pokemon, welches einen Vorteil gegenüber dem Eigenen hat, muss man auswechseln und im schlimmsten Falle einen Angriff des Gegners kassieren. Aber wenn man auf ein Pokemon wechselt, das resistent gegen diese Attacke ist, beläuft sich der Schaden deutlich niedriger als wenn man mit dem ursprünglichen Pokemon im Kampfgeschehen bleibt.

Erläuterung an einem Beispiel:

Heatran vs. Starmie

Würde Heatran im Kampfgeschehen bleiben, hätte es nicht nur kaum Chancen, Starmie viel Schaden zuzufügen, es läuft sogar in die Gefahr, von einer Wasser-Attacke besiegt zu werden. Also wechselt man Heatran aus. In diesem Falle wäre eine Resistenz gegen Wasser (Drache, Pflanze, Wasser) sinnvoll, welches allerdings nicht von einer Psycho-, Eis- oder Elektro-Attacke besiegt wird, da Starmie fast immer Donnerblitz, Eisstrahl oder Psychoschock besitzt. Rotom-Waschform wäre eine gute Wahl für einen Counter, da es keine dieser Attacken zu fürchten hat und mit einem super effektiven Voltwechsel zurückschlagen kann. Nun muss der Gegner auswechseln und ein Pokemon bringen, welches gut gegen Rotom-W ist, da er Starmie nicht opfern will. Und so weiter und so fort.

Defensivwerte und Coverage

Wichtig zu beachten ist, ebenfalls ein häufiger Anfängerfehler, dass nicht nur Pokemon mit einer Resistenz in ein Pokemon einwechseln können, sondern auch Pokemon mit entsprechenden Defensivwerten. Heiteira beispielsweise hat, nehmen wir wieder oben genanntes Starmie, keine Probleme in Starmie einzuwechseln, obwohl es keine Resistenz gegen irgendeine von Starmies Attacken hat (logisch, Normal-Typen haben keine Resistenz), da seine massive KP- und Spezial-Verteidigung-Zahl es ihr ermöglicht, jegliche Attacken Starmies locker wegzustecken.

Aber auch Pokemon mit entsprechend EVs haben diese Möglichkeit. Celebi und Latias haben von Natur aus viel spezielle Defensive. Gibt man ihnen noch einige KP- und Sp.Vert.-EVs, so haben sie ebenfalls keine Probleme in Starmie einzuwechseln, selbst, wenn es Eisstrahl einsetzt.

Das bringt uns zu einem weiteren Anfängerfehler, der Coverage. Was das ist? Coverage bezeichnet allgemeinhin die Typen, die man mit seiner Auswahl an Attacken abdeckt oder die Typen, die ein, zwei oder mehrere Pokemon durch Resistenzen abdecken können.

Um am Beispiel Starmie zu bleiben: Die Attacken Eisstrahl, Donnerblitz und Siedewasser haben zusammen perfekte Coverage, sprich, sie können zusammen jedes Pokemon (Ausnahme: Ninjatom aufgrund seiner Fähigkeit) mindestens normal effektiv treffen.

Gäbe man Starmie nun die Attacke Lichtkanone, wäre dies nutzlos, da diese nicht sehr effektiv gegen Wasser ist und keinen Typen sehr effektiv trifft, den Starmie mit seinem STAB Siedewasser nicht sehr effektiv treffen kann, denn nur dann hätte es einen Nutzen.

Redundanz

Des Weiteren sei es zu vermeiden, zwei oder mehr Attacken des gleichen Typen zu verwenden, da es bis auf wenige Ausnahmen sinnlos ist. Dies gilt nicht für unterstützende Attacken wie Tarnsteine oder Turbodreher, da es nicht deren Ziel ist, dem Gegner direkt Schaden zuzufügen. So darf ein Terrakium oder Despotar mit Tarnsteinen ruhig noch Steinkante haben.

Gemeint ist hiermit, um am Beispiel Starmie zu bleiben, Siedewasser und Surfer oder Hydropumpe. Die Attacken haben ihren individuellen Vorteil (Siedewasser die Chance auf Verbrennung, Surfer die Genauigkeit und Hydropumpe die Stärke), mehr als eine von ihnen zu verwenden ist allerdings meistens Verschwendung (Ausnahmen sind Starmies mit Wahlglas, die vier offensive Attacken besitzen und somit Hydropumpe und Surfer spielen um in manchen Situationen viel Schaden auszuteilen, in anderen aber immer zu Treffen).

Wie oben erwähnt zählt zur Coverage aber auch die Abstimmung der Resistenzen im Team. Ein Team nur aus Wasser-Pokemon ist sinnlos, ein Team ohne Wasser-Resistenz genauso. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Schwächen im Team gut ausgeglichen sind. Das bedeutet allerdings nicht, ein weiterer Anfängerfehler, dass man unbedingt Resistenzen gegen alle Typen im Team braucht. Hat man ein Skorgro oder Panzaeron im Team, ist eine Stein-Resistenz nicht zwingend von Nöten, da diese die zu 99% physichen Stein-Attacken sehr gut abfangen können. Auch zwei Kampf-Pokemon im Team können ihren Nutzen haben, obwohl sie von der Coverage her schlecht harmonieren. So schwächt Kampf-Pokemon Nummer 1 die Kampf-Resistenzen des gegnerischen Teams damit Kampf-Pokemon Nummer 2 einfaches Spiel hat.

Wichtig ist auch zu beachten, dass sowohl speziell als auch physisch Attacken eingesteckt werden können müssen. So bringt es nichts, wenn man alle Typen abgedeckt hat, aber von jeder physischen Attacke besiegt wird, da man nur Pokemon hat, die spezielle Attacken aushalten können. Eine Resistenz heißt nämlich nicht, dass man automatisch alle Attacken diesen Typs einstecken kann. Ebenfalls sei zu beachten, dass man einem Pokemon nicht nur von den Resistenzen oder Verteidigungswerten überlegen ist, sondern auch, dass man Mittel und Wege hat, diesem Pokemon Schaden zuzufügen oder es daran zu hindern, weiterhin hohen Schaden zuzufügen.

Weiter geht es mit Lektion 8: Kampfeffekte.

An diesem Inhalt haben Dark Psiana, Delirium, JuiceFriend und Gockel sowie 3 weitere Mitglieder mitgearbeitet.


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