Regenteams in BW

Regenteams sind erst seit dieser Generation im OU populär geworden. Verantwortlich dafür ist das Pokémon Quaxo. Zwar hat es nur mittelmäßige Statuswerte, jedoch erhält es durch die Traumwelt Zugang zu der Fähigkeit Niesel, welche beim Einwechseln endlosen Regen hervorruft. Dieser Guide beschäftigt sich mit den wichtigsten Eigenschaften und Kontern von Regenteams.

Defensive und offensive Regenteams

Regenteams bieten vielfältige Möglichkeiten für einen Spieler. Sie können viele verschiedene Effekte ausnutzen, müssen auf der anderen Seite aber auch darauf achten, nicht zu sehr vom Regen abzuhängen und Schwächen auszugleichen. Zudem ist Quaxo gemessen an Despotar und Hippoterus ein relativ schwacher Auto-Wetterauslöser, aber die einzige Möglichkeit. Im Folgenden werden sowohl offensive, als auch defensive Regenabuser (=Regenausnutzer) beschrieben. Generell nutzen offensive Regenteams vor allem die verstärkten oder genaueren Attacken, während defensivere Teams Fähigkeiten ausnutzen, die KP wiederherstellen oder Schwächen ausgleichen (wie z.B. Feuerattacken, die durch den Regen schwächer werden). Beachten muss man allerdings, dass die Benutzung von Niesel und Wassertempo im selben Team nicht erlaubt ist.

Regensweeper

Generell kann jedes Pokémon als Regensweeper bezeichnet werden, das den Regen in irgendeiner Form ausnutzen kann. Hier sind ein paar Beispiele aufgelistet, die unterschiedlichen Nutzen aus der Wetterveränderung ziehen.

Verstärkter Wasser-STAB

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Keldeo/Starmie/Impergator/Garados

Die offensichtlichste Möglichkeit, den Regen auszunutzen, besteht darin, starke Wasserpokémon zu benutzen, deren Wasserattacken durch den Regen verstärkt werden. Hier gibt es extrem viele Möglichkeiten, ein paar sind hier aufgelistet. Keldeo und Starmie profitieren vom Regen und erhalten extrem starke spezielle STAB-Wasserangriffe. Impergator und Garados können mit Schwerttanz oder Drachentanz den Angriff erhöhen und dann mit ihren physischen Wasserangriffen zuschlagen. Generell funktioniert aber jedes Wasserpokémon, das schnell ist und hohe Angriffswerte besitzt.

Genaue starke Attacken

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Dragoran/Boreos/Jirachi/Ramoth/Lavados

Durch den Regen werden die Attacken Orkan und Donner zu 100% genau. Normalerweise benutzt man diese Attacken eher selten, da die normale 70%-Trefferquote oft zu ungenau im strategischen Spiel ist. Durch den Regen kann man diese Attacken aber ohne Probleme verwenden, allerdings muss man sehr stark aufpassen, denn ohne Regen ist ein Treffer nicht mehr garantiert! Dragoran kann sehr viele unterschiedliche Sets spielen und dabei sowohl Donner, als auch Orkan benutzen. Boreos verfügt im Regen über den stärksten Orkan im Spiel. Jirachi kann im Regen Donner benutzen und hat damit eine sehr starke Attacke, die dank der Fähigkeit Edelmut auch noch zu 60% Paralyse bewirkt. Ramoth und Lavados wirken auf den ersten Blick seltsam in einem Regenteam, können aber auch Orkan ausnutzen und sind zudem gegen einige Problempokémon von Regenteams nützlich, allerdings muss man unbedingt Tarnsteine verhindern können (am besten durch ein Pokémon mit Turbodreher), da sonst diese Pokémon bereits beim Einwechseln schon 50% Schaden nehmen. Auch hier kann man wieder fast jedes Pokémon benutzen, welches Zugang zu Orkan oder Donner hat, Alternativen sind z.B. Blitza oder Voltolos-T.

Trockenheit

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Toxiquak

Trockenheit ist eine sehr starke Fähigkeit, die vor allem von Toxiquak, manchmal auch von Rossana verwendet wird. Sie verleiht dem Anwender nicht nur eine Wasserimmunität, sondern stellt auch ein 1/4 der maximalen KP her, wenn man von einer Wasserattacke getroffen wird und 1/8 am Ende jedes Zuges, solange es regnet. Das macht Pokémon wie Toxiquak nicht nur zu einem tollen Switchin für Wasserattacken, sondern auch zu einem extrem gefährlichen Sweeper, da es hart zuschlägt und trotzdem lange im Kampf überlebt. Aufpassen sollte man allerdings, wenn die Sonne scheint: Nicht nur sorgt Trockenheit dafür, dass man mehr Schaden von Feuerattacken nimmt, man nimmt auch am Ende jedes Zuges Schaden während des Sonnenscheins.

Pseudo-STAB

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Knakrack/Dragoran/Latios

Drachenpokémon haben häufig etwas Probleme an Stahlpokémon oder Walls wie Demeteros-T oder Skorgro vorbeizukommen. Im Regen erhalten sie jedoch einen sogenannten Pseudo-STAB, indem sie Wasserattacken wie Nassschweif oder Surfer benutzen, welche dank des Regens verstärkt werden und so erheblichen Schaden an den normalen Countern anrichten. Dadurch können auch Drachenpokémon im Regen zu noch gefährlicheren Sweepern werden.

Regenstaller

Regengenuss

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Tentoxa

Tentoxa ist eines der besten defensiven Pokémon im Regen. Dank der Fähigkeit Regengenuss stellt es in Verbindung mit Überreste 1/8 der maximalen KP am Ende jedes Zuges wieder her, in Verbindung mit Schutzschild kann das sehr stark sein. Zudem verfügt es über Turbodreher und kann mit Toxin Apoquallyp besiegen, sodass es sehr schwer ist, gegen Tentoxa den Turbodrehereinsatz zu verhindern.

Schwächere Feuerattacken

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Tentantel/Jirachi/Scherox

Alle drei Pokémon profitieren gleichermaßen vom Regen, denn Feuerattacken werden abgeschwächt, sodass diese Pokémon in der Lage sind, schwächere Feuerattacken zu überleben. Während Tentantel und Jirachi beide im Regen extrem schwer zu besiegen sind, ist Scherox natürlich eigentlich ein offensives Pokémon, gehört aber eben trotzdem in diese Gruppe der Regenabuser.

Verhinderung von Passivschaden durch das Wetter

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Chaneira

Chaneira wird in Stallteams normalerweise nur gespielt, wenn das Team Regen oder Sonne benutzt. Der Grund: Durch den Evolith hält Chaneira zwar noch mehr als Heiteira aus, hat aber große Probleme mit Passivschaden wie Tarnsteine oder eben Sandsturm, da es ja keine KP durch Überreste herstellen kann, weil es schon den Evolith trägt und so schnell von Passivschaden stark geschwächt werden kann. Da Regenteams den Sandsturm meist gut verhindern können, ist Heiteira eine gute Wahl für Regenstallteams, also sehr defensive Regenteams.

Hydration

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Aquana

Hydration ist eine extrem gute Fähigkeit, die leider nur von wenigen Pokémon benutzt werden kann. Die Fähigkeit bewirkt, dass Pokémon mit ihr im Regen am Ende jeder Runde von Statusveränderungen geheilt werden. Das gilt sogar für den Schlaf von Erholung, sodass diese Pokémon Erholung ohne Nachteil benutzen können, solange es regnet. Leider ist das beste Pokémon mit dieser Fähigkeit, Manaphy, im Uber gelandet, da es damit einfach zu stark ist. Aquana hat wiederum das Problem, dass es für einen Sweeper zu langsam ist, zudem deckt es durch den Monowassertyp genau dasselbe ab, wie Quaxo, welches man ja ohnehin für Regenteams benutzen muss, weshalb es auch kaum als Staller gespielt wird. Dadurch wird diese Fähigkeit, obwohl sie extrem gut ist, nur selten benutzt.

Worauf sollte man beim Bauen eines Regenteams achten?

Generell fängt es ja meist mit Quaxo an, danach hat man jedoch verschiedene Möglichkeiten. Defensive Regenteams können z.B. die Kombination aus Tentoxa und Tentantel benutzen. Offensive Teams sollten sich eine oder mehrere Möglichkeiten überlegen, wie sie den Regen ausnutzen wollen. Quaxo selber kann in defensiven Teams entweder als Revenger mit Wahlschal oder selbst defensiv gespielt werden, in offensiven Teams sind oft Wahlglas oder Bluffsets stärker, Wahlschal ist aber auch dort eine Alternative. Desweiteren sollte man das Team nicht zu stark um den Regen bauen, sondern auch beachten, dass der Gegner das Wetter vielleicht verändern kann. Hat man daher erst einmal den Teamkern aufgebaut, sollte man anschließend versuchen, Schwachstellen abzudecken, indem man sich auf andere Wetterarten und auf die wichtigsten Sweeper bzw. Staller vorbereitet. Dazu sind dann auch nicht zwingend Regenabuser nötig, sondern lediglich Pokémon, die diese Schwachstellen abdecken.

Konter gegen Regenteams

Natürlich gibt es kein Wundermittel gegen Regenteams, da diese sehr verschieden aufgebaut sein können. Jedoch kann man verschiedene Pokémon verwenden, die gegen Regenteams gut dastehen und so den Kampf entscheiden können. Generell sollte man vor allem in defensiven und ausbalancierten Teams darauf achten, wenigstens zwei Wasserresistenzen zu haben, um die starken Wasserattacken des Gegners wegstecken zu können.


Rotom-W

Rotom-W ist eine gute Antwort auf Regenteams. Es hat solide Defensivwerte, kann aber trotzdem ordentlich Schaden verursachen. Es verfügt über eine Wasserresistenz, Voltwechsel, Hydropumpe und Irrlicht. Jedoch ist es meist gegen Tentantel aufgeschmissen, außerdem sollte man sich nicht allein darauf als Regencounter verlassen, sondern noch einen weiteren einpacken.

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Seedraking

Seedraking wird normal in sehr offensiven Teams ohne Wetter benutzt. Gegen Regenteams kann es richtig aufdrehen, da so die Fähigkeit Wassertempo aktiviert wird, die es Seedraking erlaubt, fast alle gegnerischen Pokémon zu überholen, da man Niesel und Wassertempo im selben Team nicht benutzen darf. Zusätzlich werden auch noch Seedrakings Wasserattacken verstärkt. Problematisch wird es allerdings wieder gegen Tentantel, welches die meisten Seedraking-Sets wallen kann.

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Keldeo

Natürlich kann man auch selber Keldeo ohne Regen verwenden, um Regenteams unter Druck zu setzen und so Regen mit seinen eigenen Waffen schlagen. Durch den Regen muss derjenige mit dem Regenteam ersteinmal schauen, wie er Keldeo aufhält.

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Apoquallyp

Ein defensives Pokémon, welches viele Regenteams sehr unter Druck setzt. Durch die Wasserimmunität und die guten Defensivwerte gewinnt die Qualle das Duell gegen viele typische Regenpokémon. Zusätzlich kann es dank Verhöhner und Irrlicht auch noch Tentantel nutzlos machen. Aufpassen muss allerdings auf Toxin-Tentoxa sowie starke Pflanzen- und Elektroattacken.

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Hutsassa/Celebi

Zwei relativ ähnliche Pokémon. Beide zeichnen sich durch eine Wasser- und Elektroresistenz sowie eine hohe SpVer aus, sodass sie viele typische Regenpokémon leicht besiegen können. Hutsassa kann zudem mit Pilzspore ein gegnerisches Pokémon einschlafen lassen.

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Zapdos

Den Donnervogel sieht man heutzutage relativ selten, jedoch hat Zapdos eine Verwendungsnische als solide Antwort auf Regen- und Sonnenteams. Es hat zwar keine Wasseresistenz, dafür aber mit Ruheort eine Heilungsmöglichkeit und mit Hitzewelle kann es im Gegensatz zu Rotom-W auch Tentantel gefährlich werden. Allerdings ist es z.B. gegen viele Sandteams weniger nützlich.

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Latias/Latios

Gute Defensivwerte und Resistenzen machen auch Latias zu einer guten Antwort auf viele Regensweeper. Je nach Set kann man entweder voll in die Offensive gehen oder Support- oder Gedankengutsets benutzen. Stahlpokémon im Allgemeinen, vor allem Tentantel machen hierbei aber wieder etwas Probleme. Latios ist dabei die offensivere, aber etwas fragilere Variante.

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Kapilz/Virdium

Wieder zwei sehr ähnliche interessante Pokémon, die durch ihre Typenkombination und Offensivkraft gefährlich sind. Kapilz kann mit Pilzspore ein gegnerisches Pokémon einschlafen lassen, zudem verursacht es extrem viel Schaden. Virdium hält mehr aus und ist schneller, hat dafür aber weniger Durchschlagskraft.

Schlusswort

Regen ist ein wichtiger Bestandteil des Metagames in BW. Es gibt vielfältige Möglichkeiten Regen auszunutzen, jedoch auch viele Möglichkeiten, Regen zu countern. Es lohnt sich durchaus, einmal ein Regenteam zu bauen. Sucht man sich eine andere Strategie, so muss man sich aber dennoch auf gegnerische Regenteams vorbereiten.

An diesem Inhalt haben mbh und Gockel mitgearbeitet.


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