Pokémon GO: Spielspaß vs. Datenschutz

Um das Spiel Pokémon GO genießen zu können, muss man personenbezogene Daten von sich preis geben. Nach der Ansicht des Verbraucherschutzes würde Niantic dabei allerdings zu viele Daten von seinen Nutzern sammeln und dabei geltendes Recht in Deutschland verletzen.


Die Verbraucherzentrale hat deshalb 15 Klauseln aus den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen der App abgemahnt. Die Verbraucherzentrale fordere deshalb, dass bis zum 9. August 2016 eine strafbewehrte Unterlassungserklärung von Niantic abgegeben werde, sonst würde eine Klage geprüft werden. Sollten die Entwickler von Pokémon GO nicht darauf reagieren, könnte das im Rahmen einer folgenden Unterlassungsklage in Verbindung mit einer einstweiligen Verfügung dazu führen, dass die App während des laufenden Verfahrens nicht spielbar sein wird, damit keine weiteren Datenschutzverletzungen mehr begangen werden können. Im Einzelnen geht es dem Verbraucherschutz um folgende Themen:

Anonymes Spielen sei unmöglich

Schon bevor man mit dem Spielen beginnen kann, muss man sich mit einem Google-Konto oder über das Pokémon Trainer Club (PTC) anmelden. Zusätzlich verlangt die App eine E-Mail-Adresse und die Freigabe der Standortdatenfunktion von Smartphone oder Tablet. Anonymes spielen sei damit hinfällig. Dem Unternehmen aus San Francisco ist es so beispielsweise möglich ein genaues Bewegungsprofil eines Nutzers zu erstellen und diese Daten einer bestimmten Person zu zuordnen.

Besonders kritisch sei es dabei, dass Niantic den mit dem Nutzer eingegangenen Vertrag jederzeit ändern oder Dienste gänzlich einstellen könne. Dazu zählen unter anderem die In-App-Käufe mit Echt-Währung. Rückerstattungen seien ausgeschlossen. Daneben gebe es "weitreichende Haftungs- und Gewährleistungsausschlüsse" für dessen Anwendung kalifornisches Recht heran gezogen werden solle. Widerspräche ein Verbraucher nicht früh genug im Vorfeld, solle bei Unstimmigkeiten ein Schiedsgericht in den USA entscheiden.

Weitergabe von personenbezogenen Daten an unbeteiligte Dritte

Ebenfalls sei die Datenschutzerklärung mangelhaft und verstoße damit gegen deutsches Datenschutzrecht. So seien die Formulierungen teilweise nur schwer zu verstehen oder Niantic würde sich zu viele Rechte einräumen lassen. Als Beispiel wird hier genannt, dass der Spiele-Entwickler nach eigenem Ermessen personenbezogene Daten unter anderem an private Dritte weitergeben könne.

Hier findet sich ein ausführlicher Artikel von heise.de, welcher die angesprochenen Aspekte noch einmal genauer auseinander nimmt.

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Quelle: Verbraucherzentrale

Die Newsmeldung wurde am veröffentlicht.

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