Fleißpunkte (Effort Values)

Für Pokémon, die bei Turnieren eingesetzt werden sollen, sind ihre Statuswerte besonders wichtig. Diese sind allerdings keinesfalls zufallsgeneriert, sondern werden von gewissen Faktoren gezielt beeinflusst. Einen wichtigen Einfluss haben die sogenannten "Fleißpunkte" (EVs - Effort Values), die in diesem Artikel näher beleuchtet werden.

Die Statuswerte deiner Pokémon setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Zu allererst sind dies die Basiswerte des Pokémon, die vom Spiel fest vorgegeben werden. Darüber hinaus gibt es die sogenannten DVs (Determinant Values), die sehr oft mit Genen verglichen werden, und das Wesen des Pokémon. Diese beiden Faktoren können durch die Zucht zu einem gewissen Grad durch den Züchter festgelegt werden. Zu guter letzt haben noch die sogenannten Fleißpunkte (EVs - Effort Values) einen massiven Einfluss auf die Statuswerte.

Jeder Trainer wünscht sich perfekte Statuswerte für sein Pokémon. Doch schau dir die Werte deiner Pokémon aus Playthroughs an: Wie oft erreichen sie die Maximalwerte? Selten, sehr selten ... Doch durch gezieltes Training kannst du dies durch die EVs ändern! Diese können nämlich einen Unterschied von bis zu 69 Punkten auf einem Statuswert ausmachen (63 bei neutralem Wesen). Die genaue Formel, aus der die Statuswerterhöhung deiner Pokémon durch EVs hervorgeht, lautet:

$$\mathrm{Wert} = \frac{\mathrm{EVs}}{4} \cdot \frac{\mathrm{Level}}{100} \cdot \mathrm{Wesen} + \mathrm{Restfaktoren}$$

Dabei wird jedes Zwischenergebnis abgerundet und der Faktor Wesen kann 1,1 (positives Wesen), 1,0 (neutrales Wesen) oder 0,9 (negatives Wesen) betragen. Mehr über die Berechnung der Statuswerte erfährst du im gleichnamigen Artikel.

EV-Level-Abhängigkeit

Die Mathematiker unter euch haben es sicher erkannt: Vier EVs bewirken auf Level 100 eine Steigerung des betroffenen Wertes um eine Einheit (4,8,12,16,...). Auf Level 50 hingegen bringen die ersten vier EVs und danach je acht weitere EVs einen zusätzlichen Punkt (4,12,20,...). Dabei spielt es nur eine Rolle, auf welchem Level das Pokémon zum Zeitpunkt des Kampfes ist - und nicht, auf welchem Level es die EVs bekommen hat. Die gängigen Simulatoren verwenden stets Level 100, während du im Wifi mit deinem Nintendo 3DS auf Level 50 kämpfen wirst.

Level 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
EVs pro Wert 40 20 13,3 10 8 6,6 5,7 5 4,4 4
Wert pro EV 0,025 0,05 0,075 0,1 0,125 0,15 0,175 0,2 0,225 0,25

Limitierungen

Doch bevor du deine Freunde mit einem Karpador überraschen willst, das du jahrelang trainiert hast um genügend EVs zu verteilen, müssen wir dich warnen: Für die Verteilung der EVs gibt es Grenzen.

Wie du sicher weißt, gibt es sechs verschiedene Statuswerte: Die Kraftpunkte, den Angriff, die Verteidigung, die Initiative, den Spezial-Angriff und die Spezial-Verteidigung. Jeder Einzelne dieser Statuswerte kann maximal 252 EVs bekommen (vor der 6. Generation waren es 255). Da immer 4 EVs auf Level 100 einen Statuswert um eins erhöhen, kann somit jeder Wert maximal um 63 Punkte gesteigert werden - eine Ausnahme ist der Wert, der zusätzlich durch das Wesen gesteigert wird.

Zusätzlich dazu gibt es ein Limit an Gesamt-EVs, die ein Pokémon erhalten kann. Insgesamt können nämlich nur 510 EVs auf die Statuswerte verteilt werden. Danach ist dein Pokémon komplett austrainiert und erhält seit der dritten Generation von einem NPC dafür das Fleißband. Dementsprechend können maximal zwei Statuswerte eines Pokémon ihr Maximum erreichen und du musst dich entscheiden, auf welche Werte du die EVs verteilen möchtest. (Hinweis: in den alten Editionen Rot, Blau, Gelb, Gold, Silber und Kristall gibt es die 510er-Regel nicht. Du kannst dort alle Statuswerte maximieren und musst nicht auf die Verteilung achten...)

Natürlich gibt es unter den vielen Möglichkeiten gute und schlechte Verteilungen (oft auch Splits genannt). Es ist zum Beispiel nie von Vorteil, die EVs gleichmäßig auf alle Werte zu verteilen.

Hier sind einmal ein Negativ- und ein Musterbeispiel für das Pokémon Simsala. Auf der linken Seite sieht man eine Übersicht von EVs, die typisch für eine komplett achtlose Verteilung ist. Die rechte Seite zeigt die Verteilung, die standardmäßig auf Turnieren gespielt wird.

Schlecht Optimal
KP 79 6
Angriff 102 0
Verteidigung 89 0
Initiative 107 252
Spezial Angr. 62 252
Spezial Vert. 71 0
Summe 510 510

Die optimalen, beziehungsweise empfohlenen Splits kannst du für jedes Pokémon in unserem Pokédex unter Movesets nachsehen. Diese sind generell immer so gewählt, dass sie die Stärken des jeweiligen Pokémon hervorheben. Simsala zum Beispiel ist ein schnelles Pokémon mit sehr starker spezieller offensive - dafür allerdings extrem fragil. Deshalb wandern so gut wie alle EVs in Geschwindigkeit und Offensive, sodass es die Gegner besiegen kann, bevor diese angreifen. Ein etwas detaillierter erklärtes Beispiel für optimale EV-Verteilung findest du auf dieser Seite weiter unten.

Training

Jetzt fragst du dich bestimmt, wie du diese EVs verteilen kannst. Dies ist im Grunde ganz einfach: es passiert automatisch beim Kämpfen, immer dann, wenn ein Pokémon Erfahrunspunkte erhält (beziehungsweise erhalten würde, wenn es nicht schon Level 100 wäre). Ein Pokémon, das ausgewechselt wurde oder lediglich durch den EP-Teiler Erfahrungspunkte erhält, bekommt ebenfalls die volle Ladung an Fleißpunkten. Welchem Statuswert diese EVs zugute kommen, hängt einzig und allein von der Spezies des gegnerischen Pokémon ab. Eine Übersicht welches Pokémon welche EVs liefert findest du in der EV-Liste und du kannst auch im Pokédex für jedes Pokémon einzeln nachsehen.

ID Pokémon KP Ang Ver S.Ang S.Ver Init
13 Hornliu 013 - - - - - 1
14 Kokuna 014 - - 2 - - -
15 Bibor 015 - 2 - - 1 -
16 Taubsi 016 - - - - - 1
17 Tauboga 017 - - - - - 2

Dieser Ausschnitt unserer EV-Liste zeigt dir:

  • Wenn du gegen Hornliu gewinnst, erhält dein Pokémon 1 EV für die Initiative.
  • Gewinnst du gegen Kokuna, sind es zwei EV für die Defensive.
  • Bibor liefert deinen Pokémon zwei EV für den Angriff und einen für die Spezial-Verteidigung.
  • und so weiter ...

In älteren Spielen ist für das Wirken auf die finalen Statuswerte jedoch Vorsicht geboten. In den ersten vier Generationen wird der Effekt der Fleißpunkte immer beim Level-Up einberechnet - das heißt selbst mit 1000 EVs würde sich nichts an den Statuswerten tun, bis zum Level-Up. Dies kann jedoch umgangen werden, indem das Pokémon im PC eingelagert wird. Beim Ablegen des Pokémon werden nämlich lediglich die Komponenten gespeichert, aus denen sich die Statuswerte errechnen, wenn es wieder mitgenommen wird. Dies ermöglicht auch das Verteilen der EVs, nachdem Pokémon das Level 100 erreicht haben. In Generation 4 kann jedoch ein Pokémon auf Level 100 keine Fleißpunkte durch Kämpfe erhalten. Seit der fünften Generation werden die Fleißpunkte beim Erhalt direkt in den Statuswert mit einberechnet.

Spezielle und effiziente Trainingsarten

Neben den Kämpfen wurden in Generation 6 und 7 neue Methoden des EV-Trainings geschaffen. In den Spielen X/Y sowie ORAS ist es durch das Supertraining möglich, die EVs durch kleine Minispiele zu erhöhen. Zusätzlich kann man Sandsäcke gewinnen, die ebenfalls beim EV-Training helfen können oder im Falle des Tabula-Ra-Sacks die EVs wieder entfernen. Da das Supertraining jedoch im Vergleich zu anderen Arten des Trainings sehr ineffizient ist, ist sie lediglich ein nettes Gimmick und wenn überhaupt für das Fine-Tuning zu empfehlen.

Anders sieht das mit der Fitness-Insel des Pokémon-Resorts aus Generation 7 aus. Dort können bis zu 18 deiner Pokémon für sich Trainieren und bekommen dadurch automatisch ihre Fleißpunkte verteilt. Dabei bringt eine 30-minütige Trainingseinheit bei voll ausgebauter Insel 4 EVs (das heißt maximal sind 63 Einheiten = 31,5 Stunden nötig, um einen Statuswert zu maximieren). Die Trainingszeit kann jedoch durch Pokébohnen halbiert werden. Auf diese Art kann es unter Umständen mehrere Tage dauern, deine Pokémon zu trainieren, allerdings musst du dafür weder den DS einschalten noch aktiv etwas tun.

Die unumstritten schnellste Art des EV-Trainings nutzt die Mechanik von Massenbegegnungen aus und ist ebenfalls nur auf Spielen der 6. Generation möglich. Dazu nutzt man ein Pokémon mit der Attacke Lockduft, das durch die Terrain-Attacke einen Multikampf gegen 5 Gegner gleichzeitig auslöst. Zusätzlich sollte dieses Pokémon eine Attacke beherrschen, die alle Gegner gleichzeitig treffen kann. Gute Beispiele sind Tropius mit Erdbeben und Giflor mit Blütenwirbel. Dadurch kannst du fünf weitere Pokémon mitnehmen, die ihre EVs verteilt bekommen.

Beispiel: In ORAS möchtest du einem Knacklion 252 EVs auf den Angriff verteilen. Zuerst öffnest du unsere Liste mit günstigen Trainingsplätzen und findest heraus, dass das Innere des Pyrobergs sich besonders anbietet. Du aktivierst den EP-Teiler, nimmst dein Knacklion ins Team und fliegst auf deinem Tropius (Level 100, Lockduft, Fliegen, Erdbeben) zum Pyroberg. Dort drückst du Lockduft und wirst in eine Massenbegegnung mit fünf Banettes geworfen. Dein Tropius kann durch Erdbeben alle gleichzeitig besiegen und dein Knacklion erhält durch den EP-Teiler die vollen fünf EVs. Durch gewisse Kniffe, die du weiter unten erfährst, kann das verzehnfacht werden - das heißt dein Knacklion erhält pro Massenkampf 50 EVs.

In der siebten Generation kann die Massenbegegnungs-Methode durch die SOS-Mechanik nachgestellt werden. Hierfür wählt man das geeignete Jagdgebiet aus und sucht dort ein wildes Pokémon, das die gewünschten Fleißpunkte vergibt. Mit Hilfe der Attacke Trugschlag und einem Einsatz des Items Zitterorb kann die Chance maximiert werden, dass das wilde Pokémon nach Hilfe ruft und somit ein zweiter Mitstreiter erscheint. Wird dieser sogenannte Quereinsteiger besiegt, liefert er die doppelte Anzahl Fleißpunkte und ein neuer Quereinsteiger kann gerufen werden. Mit den bereits angesprochenen Beschleunigern können somit pro Quereinsteiger 36 EVs verteilt werden.

Notizen zum Training

Beim Training musst du eines beachten: Bis zur fünften Generation kannst du nicht nachsehen, wie viele EVs du bereits verteilt hast, außer du kennst die DVs deines Pokémon und das Pokémon ist auf Level 100. Seit der sechsten Generation ist es möglich, die grobe Verteilung im Supertraining (Gen 6) oder durch Drücken von Y im Bericht des Pokémon (Gen 7) einzusehen. Dies kann manchmal ausreichen, wenn zum Beispiel bei einem einfachen Split die EVs sehr überschaubar verteilt wurden. Bei komplizierteren Splits hingegen reicht diese Methode nicht aus, weshalb du am Besten selbst notierst, wie weit du bist.

Fertige dazu eine Liste mit sieben Spalten an, in denen du Pokémonname und die sechs Statuswerte eintragen kannst. In jeder Statuswert-Spalte machst du eine Strichliste, wie viele EVs bereits auf diesem Statuswert sind. Das könnte etwa so aussehen:

Pokémon KP Angr Vert SpAngr SpVert Init
Simsala || ||||||||||||
||
||||||||||||
||||
Metagross |||||||| | ||||||||||||
||||||||
|
Gengar ||||||||||||
||||||||||||
|||||||| |||||||| |||

Beachte dabei, dass deine Zeilen breit genug sind, um genügend Striche zu platzieren. Wenn du Beschleuniger und oder Massenbegegnungen nutzt, kann jeder deiner Striche auch für mehrere EVs stehen.

Eine Alternative zur Strichliste wäre das Abzählen der Begegnungen über die AP deiner Pokémon. Der Vorteil liegt ganz klar dabei, dass du weder Stift noch Papier benötigst. Verwende hierbei, falls möglich, ein Pokémon, welches die Gegner mit einem Schlag besiegen kann. Über die Anzahl der verbrauchten Aps (verrechnet mit eventuellen Besuchen im Pokécenter oder dem Einsatz von Jonagobeeren), lässt sich nun leicht zurückrechnen, wie viele EVs dein Pokémon schon erhalten hat.

In X/Y und ORAS kannst du sogar den haargenauen Split deiner Pokémon herausfinden. Dazu benötigst du einen Tabula-Ra-Sack, den deine Pokémon im Supertraining zufällig finden können, während sie auf einen anderen Sandsack einschlagen. Dieser dient eigentlich dazu, die EVs eines Pokémon komplett zu entfernen. Jedoch kann man vor Einsatz des Sacks speichern und danach per Softreset die Wirkung rückgängig machen. Der Benefit dabei ist, dass beim Entfernen die genauen EVs angezeigt werden.

Items für das EV-Training

Zusätzlich zu den bereits genannten Methoden gibt es Items, mit deren Hilfe EVs verteilt werden können. Seit der ersten Generation existieren zu diesem Zweck bereits die Vitamine, die die EVs des konsumierenden Pokémon um 10 Punkte steigen lassen. Dies ist allerdings nur möglich, solange der betroffene EV-Wert nicht bereits 100 erreicht hat.

Item Statuswert
KP-Plus KP-Plus Kraftpunkte
Protein Protein Angriff
Eisen Eisen Verteidigung
Kalzium Kalzium Spezial-Angriff
Zink Zink Spezial-Verteidigung
Karbon Karbon Initiative

Da die Pokémon hierfür keine Erfahrungspunkte bekommen müssen, war dies die einzige Methode in der vierten Generation einem Pokémon auf Level 100 noch EVs zu verteilen. Vitamine lassen sich in den Kaufhäusern für einen relativ hohen Preis erwerben. Der Kauf von Vitaminen ist daher nur sinnvoll, wenn man Zeit zum Trainieren sparen will und ohnehin genug Geld besitzt. Alternativ kann man sie in manchen Spielen gegen Gewinnpunkte tauschen und findet sie mit Hilfe des Detektors als versteckte Items.

Seit der fünften Generation gibt es verschiedene Federn, die die EVs eines Pokémon um 1 erhöhen und die Zuneigung steigern. Ihre Wirkung ist somit deutlich schwächer als die der Vitamine, jedoch sind sie nicht durch das Limit von 100 EVs beschränkt. Weitere Infos zu den Federn findest du in diesem Artikel.

In Pokémon X/Y befindet sich in Illumina City eine Saftbar, an der man täglich Säfte erhält. Diese können ebenfalls die EVs erhöhen. Näheres dazu findest du hier.

Beschleuniger für das EV-Training

Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es gewisse Katalysatoren, die das EV-Training maßgeblich beschleunigen können. Der erste ist der sogenannte Pokérus. Der Pokérus existiert seit der vierten Generation und deine Pokémon erhalten ihn nach jedem Kampf zu einer Chance von 3 zu 65.536 - also höchst unwahrscheinlich. Allerdings steigt diese Chance auf 33% wenn du bereits ein infiziertes Pokémon im Team hast. Es ist also sehr einfach deine Pokémon anzustecken, wenn du dir ein Pokérus-Pokémon zum Beispiel in unserem Forum ertauscht hast. Pokémon, die vom Pokérus befallen sind oder waren, erhalten nach Kämpfen die doppelte Anzahl an EVs.

Diese Verdoppelung betrifft auch Boni, die durch weitere Beschleuniger geliefert werden. Trägt ein Pokémon zum Beispiel das seit Generation 3 existierende Item Machoband, so verdoppelt sich die Anzahl der EVs erneut. Noch lukrativer sind die sogenannten Machtitems, die für jedes besiegte Pokémon EVs auf einen bestimmten Wert addieren. Bis einschließlich Generation 6 sind dies 4 EVs pro besiegtem Pokémon, seit Sonne und Mond sind es sogar 8 EVs.

Item Wert
Power Weight Machtgewicht (Power Weight) Kraftpunkte
Power Bracer Machtreif (Power Bracer) Angriff
Power Belt Machtgurt (Power Belt) Verteidigung
Power Lens Machtlinse (Power Lens) Spezial-Angriff
Power Band Machtband (Power Band) Spezial-Verteidigung
Power Anklet Machtkette (Power Anklet) Initiative

Besiegt dein ORAS-Knacklion also ein Hornliu und trägt dabei den Machtreif, so erhält es 1 EV auf Initiative und 4 EVs auf den Angriff. Würde es in einem Massenkampf fünf Banettes besiegen, würde es 25 EVs erhalten, die durch den Pokérus nochmals verdoppelt werden können. Daher ist es immer sehr empfehlenswert, beim EV-Training die Pokémon mit dem Pokérus zu infizieren und sie mit Machtitems auszustatten, um den Vorgang zu beschleunigen.

Sämtliche Katalysatoren (Pokérus, Machtitems, Machoband) wirken allerdings nur in Kämpfen und haben keinerlei Effekt auf Supertraining, die Fitnessinsel oder Items.

EVs wieder entfernen

Seit Pokémon Rubin und Saphir gibt es die Möglichkeit, EVs wieder zu entfernen. Du musst deinen Pokémon nur die passenden Beeren zu futtern geben. Das sind die Folgenden:

# Beere Statuswert
Granabeere 21 Granabeere Kraftpunkte
Setangbeere 22 Setangbeere Angriff
Qualotbeere 23 Qualotbeere Verteidigung
Honmelbeere 24 Honmelbeere Spezial-Angriff
Labrusbeere 25 Labrusbeere Spezial-Verteidigung
Tamotbeere 26 Tamotbeere Initiative

Pro verzehrter Beere werden deinem Pokémon immer 10 EVs auf dem entsprechenden Statuswert abgezogen. Eine kleine Ausnahme bildet die vierte Generation, in der die erste Beere die EVs auf den Wert 100 herabsenkt. Ist der Wert bereits auf 100 oder darunter, so werden auch in den Spielen der vierten Generation 10 Punkte abgezogen. Beim Einsatz der Beeren in Generation 4 solltest du unbedingt Vorsicht walten lassen, da Pokémon auf Level 100 keine EVs mehr durch den Kampf erhalten und somit nicht mehr über 100 EVs kommen können.

Seit der sechsten Generation gibt es die Möglichkeit, sämtliche EVs die das Pokémon erhalten hat, auf einmal zurückzusetzen. So kann zufällig im Supertraining-Menü des PSS der Tabula Ra-Sack gefunden werden, wenn euer Pokémon auf den schwarzen Standard- oder einen anderen beliebigen Sandsack einschlägt. Voraussetzung dafür ist, dass noch freie Plätze in eurem Sandsack-Inventar vorhanden sind. Er ist komplett weiß und lässt eurem Pokémon ebenfalls sämtliche EVs nach einigem Einschlagen darauf entfernen. Zusätzlich lässt sich in X/Y in der Saftbar in Illumina City aus einer Akibeere und einer Tarabeere die Risikobrühe herstellen, welche alle EVs eines Pokémon entfernt.

Optimale EV-Verteilung

Für die optimale EV-Verteilung ist ein wenig strategisches Grundverständnis notwendig. Schau dir erst einmal dieses Attackenset (Moveset) an:

Moveset

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen offensiven und defensiven Pokémon, sowie zwischen physischen und speziellen Attacken. Daneben gibt es noch Attacken, die keinen direkten Schaden anrichten. Auf diese hat die EV-Verteilung allerdings keinen Einfluss. Welche Attacke zu welcher Kategorie zählt, kannst du im Zweifelsfall im Attackendex nachsehen.

In diesem Moveset sind nur spezielle Attacken. Ramoth benötigt daher nur einen guten Spezial-Angriff, der normale Angriff wird nicht gebraucht. Also sind 252 EVs für Spezial-Angriff und 0 EVs für Angriff logisch.

Ramoth ist ein offensives Pokémon. Bei solchen Monstern empfiehlt es sich außerdem, EVs auf die Initiative oder auf Kraftpunkte zu verteilen. Wenn ein Pokémon ohnehin sehr langsam ist, helfen ihm die EVs auf Initiative sowieso nicht viel und dienen nur dazu, Pokémon derselben Art zu überholen. Ramoth allerdings hat schon von Grund auf eine hohe Initiative, weshalb man diese voll ausnutzen sollte, um dem Gegner keine Gelegenheit zum Gegenschlag zu geben.

Die restlichen 4 EVs werden in die Verteidigung gesteckt, da die Spezial-Verteidigung mit Falterreigen ohnehin erhöht werden kann. Außerdem wird so ein ungerader KP-Wert beibehalten, welcher erlaubt, Ramoth ein zusätzliches Mal in Tarnsteine einzuwechseln.

Bei defensiven Pokémon gilt: Immer 252 EVs für Kraftpunkte bereitstellen (beziehungsweise so viele wie möglich, sodass noch eine ungerade KP-Zahl behalten wird) - Ausnahmen dabei sind Chaneira bzw. Heiteira. Den Rest verteilt man meistens auf einen der beiden Verteidigungswerte.

Über die optimale Verteilung von EVs könnte man viel schreiben. Dies hier sind nur stark vereinfachte Regeln für den Einstieg. Jedes Pokémon sollte eigentlich individuell zugeteilte EVs bekommen. So benötigt ein Maxax beispielsweise, obwohl es eigentlich ein offensives Pokémon ist, mit frohem Wesen nur 200 Init-EVs, weil das Überholen von Lucario mit maximaler Initiative schon ausreichend ist. Perfekt auf die Pokémon zugeschnittene EV-Splits können in den Strategieeinträgen und speziell in den Movesets der Pokémon gefunden werden.

An diesem Inhalt haben Soemwriter, Shido, Delirium und Gockel sowie 13 weitere Mitglieder mitgearbeitet.


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