Richtig Draften - ein Guide für ein erfolgreiches Pokémon-Draftteam

Der Schlüssel zum erfolgreichen Bestreiten einer Draftliga ist selbstverständlich dein eigenes Team. Der Großteil der 11 Pokémon, die du dir im Draft zusammenstellt, begleitet dich die ganze Season über. Da will das Team natürlich gut gewählt sein. Dieser Guide dient dazu, dir einen Überblick zu verschaffen, wie du dir ein gutes Team zusammenstellen kannst. Dabei werden wir dir zunächst theoretisch erläutern, welche Rollen in ein Draftteam auf jeden Fall gehören und im Anschluss werden wir diese anhand eines praktischen Beispiels näher erläutern.

Der Grundsatz

Der Grundsatz für dich als Teilnehmer einer Draftliga sollte lauten, dass du dir Pokémon draftest, die du gerne spielst. Dein Team sollte dir vor allem Spaß machen. Du musst bedenken, dass du einige Spieltage vor dir hast, in denen du dein Team nicht mehr ändern kannst. Es nützt also nichts, wenn du am Ende beim Teambuilding verzweifelst, weil dir dein eigenes Team nicht gefällt. Auch in einer kompetitiven Draftliga steht der Spaß immer im Vordergrund – und der fängt schon im Draft an.

Zudem sollte dir bewusst sein, dass es kein perfektes Team gibt. Jedes Team hat irgendeine Schwäche und ist schlagbar. Nach Perfektionismus zu streben, kann dich also nur zur Verzweiflung bringen. Dieser Guide dient dazu, dass du dir ein möglichst gutes Team zusammenstellen kannst.

Die Playstyles

Wie im normalen Meta, können auch in einer Draftliga am Ende viele Wege zum Sieg führen. Prinzipiell kann man auch in Draftteams drei verschiedene Playstyles erkennen: Stall, Balanced und Offense.

Reiner Stall ist in einer Draftliga nicht zu empfehlen. Im Gegensatz zum normalen Metagame kann sich jeder Gegner perfekt darauf vorbereiten und zum Beispiel durch Attacken wie Verhöhner dem Stall gezielt entgegenwirken. Darüber hinaus ist es auch schwer, sich ein gutes Stall-Team zusammenzustellen, da die Gefahr groß ist, dass wichtige Pokémon wie Panzaeron oder Chaneira schon von anderen vorher gepickt werden.

Balanced-Teams bieten die größte Vielfalt an Möglichkeiten. Sind offensive und defensive Pokémon ausgewogen vertreten, so kann man je nach Gegner anpassen, ob man mehr offensiv oder mehr defensiv spielen möchte. In Balanced-Teams findet sich in der Regel immer ein sicherer Switch-In in die stärksten offensiven Pokémon des Gegners, es kann jedoch passieren, dass die eigenen Walls vom Gegner geschickt ausgeschaltet werden und man am Ende überrannt wird. Ebenso fehlt einem an mancher Stelle vielleicht die Durchschlagskraft.

Offensive Teams bauen auf genau diese Durchschlagskraft auf. Gegnerischen Teams fällt es schwer für jedes Pokémon eine Antwort zu finden. Schafft man es, die eigenen Wallbreaker zum Beispiel durch VoltTurn immer auf das Kampffeld zu schicken, kann man viel Zerstörung anrichten. In offensiven Teams fehlen jedoch oft Antworten auf andere starke offensive Pokémon. Wird da der eigene Revenge-Killer ausgeschaltet, steht man oft vor großen Problemen.

Die Playstyles haben alle ihre Vor- und ihre Nachteile. Für welchen du dich am Ende entscheidest ist deine persönliche Präferenz. Auch hier gilt: Wähle deinen Plastyle so, dass er dir Spaß macht und du dich dabei wohl fühlst.

Vor dem Draft

Vor dem Draft solltest du dir ein Pokémon aussuchen, um das du dir dein Team bauen möchtest. Dieses Pokémon sollte sich im S-Rang befinden, da es leichter ist, ein Team um ein starkes Pokémon herum zu bauen, als ein starkes Pokémon in ein Team zu integrieren. Dieses Pokémon solltest du dir als erstes schnappen. Schau dir auf jeden Fall die Draftreihenfolge an und überlege dir, wie wahrscheinlich es ist, dass du dein Pokémon auch bekommst. Wenn du als erster dran bist, kannst du sicher planen. Bist du in der Mitte dran, kann es passieren, dass dir dein Wunsch-Pick vorher weggeschnappt wird. Bist du am Ende dran, so ist es unwahrscheinlich, dass du dein Wunsch-Pokémon noch bekommst. Du kannst dich bei deinen Kollegen, die vor dir dran sind, umhören, was sie als erstes picken möchten. Haben sie andere Pläne als du, kannst du um dein Wunschpokémon bauen, ansonsten musst du dir einen anderen Plan ausdenken. Um zu 100% auf Nummer sicher zu gehen, kannst du dir mehrere Draftpläne erstellen. Bist du zum Beispiel als sechster dran, kannst du dir sechs mögliche Firstpicks überlegen, von denen du einen auf jeden Fall bekommst, und eben sechs Draftpläne erstellen.

Checkliste: Was gehört ins Team?

Unabhängig von deinem Playstyle und dem Pokémon, um das du dein Team baust, gibt es bestimmte Rollen, die du unbedingt in deinem Team unterbringen solltest. Hier findest du eine kurze Erklärung zu den einzelnen Rollen sowie die beliebtesten Beispiele.

1. Ein zuverlässiger Steel-Type

Der Stahl-Typ gehört seit jeher zu den besten defensiven Typen. Ein zuverlässiges Stahl-Pokémon hilft dir auch in einer Draftliga enorm gegen gegnerische Feen- und Drachenpokémon, die wiederum offensiv zu den gefährlichsten gehören. Auch offensiv hilft dir ein Stahl-Pokémon enorm, da es sich um defensive Feen-Pokémon des Gegners kümmern kann.

Beispiele: Magearna, Jirachi, Heatran, M-Scherox, Kaguron, Metagross, Clavion, Impoleon, Kobalium, Bronzong, Tentantel, ...

2. Ein bulky Water-Type

Ähnlich wie Stahl ist auch der Wasser-Typ auf der defensiven Seite einer der besten. Wasser-Pokémon kommen in sehr viele Attacken rein und können sich damit um Boden-und Feuerpokémon kümmern, die den Stahl-Typen Probleme machen.

Beispiele: Manaphy, Aggrostella, Kapu-Kime, Lahmus, Laschoking, (Mega-)Turtok, Rotom-W, Milotic, Mamolida, Tentoxa, Aquana, Apoquallyp, ...

3. Ein Fairy-Type

Der Feen-Typ vereint gute offensive Fähigkeiten mit guten defensiven Fähigkeiten. Feen sind die besten Antworten auf starke gegnerische Drachenpokémon und können mit Kampf-Pokémon klarkommen, mit denen die Stahl-Typen Probleme haben. Gern gesehen als Fairy-Types sind sogenannte Clerics, die durch Wunschtraum und Vitalglocke dein eigenes Team wieder fit machen können.

Beispiele: Magearna, Pixi, Kapu-Kime, Feelinara, M-Altaria, (M)-Diancie, (M)-Guardevoir, Florges, Togekiss, Parfinesse, ...

4. Ein zuverlässiger Rocks-Setter

Auch im Draftmeta sind die Tarnsteine eine Attacke, die du nicht vermissen möchtest. In Match-Ups gegen gefährliche offensive Pokémon mit Tarnsteinschwäche, sind dir Rocks schon die halbe Miete um damit klarzukommen. Du solltest also mindestens ein Pokémon in dein Team einbauen, das in vielen Match-Ups mitkommen kann und zuverlässig zum Legen der Tarnsteine kommt.

Beispiele: Demeteros-T, Jirachi, Despotar, Hippoterus, Necrozma, Nidoqueen, Tentantel, Impoleon, Bronzong, Rabigator, Miltank, ...

5. Eine zuverlässige Hazard-Removal

Nicht nur die Tarnsteine, auch andere Hazards wie Stachler, Giftspitzen oder das Klebenetz möchtest du in den meisten Fällen nur ungerne auf deiner Seite liegen haben. Gerade in Macth-Ups, in denen du oft zum Wechseln gezwungen wirst, ist es daher unverzichtbar, über mindestens einen guten Spinner oder Defogger zu verfügen, der im Idealfall nicht dein eigener Hazard-Setter ist.

Beispiele: Demeteros-T, Latias, Zapdos, Stalobor, Kapu-Kime, Panzaeron, Rotom-W, Rotom-C, Donphan, Clavion, Tentoxa, Kapoera, Iksbat, ...

6. Eine Elektro-Immunität

Elektro-Immunitäten sind in einer Draftliga besonders wichtig, da ohne sie gegnerische Elektro-Pokémon immer frei auf den Voltwechsel gehen können und das Momentum behalten. Um dies zu verhindern, möchtest du natürlich sichere Switch-Ins haben. Im Idealfall natürlich ein Boden-Pokémon; ein Blitzfänger- oder VoltAbsorb-Pokémon bietet sich aber auch an.

Beispiele: Demeteros-T, Stalobor, Knakrack, Zygarde, Hippoterus, Mamutel, Nidoking, Nidoqueen, Donphan, Branawarz, Sumpex, Rabigator, (M)-Stahlos, Voltolos-T, Blitza, ...

7. Ein überdurchschnittlich schnelles Pokémon (mind. 120 Init-Base)

Ein sehr schnelles Pokémon erlaubt es dir im Kampf, offensives Momentum zu generieren. Der Gegner hat oftmals nur seinen Wahlschal-Nutzer um deinen Speed-König zu outspeeden. So kannst du sehr gut offensiven Druck ausbauen und gerätst seltener in die Defensive.

Beispiele: M-Simsala, M-Aerodactyl, M-Bibor, M-Gewaldro, M-Voltenso, M-Schlapor, Blitza, Iksbat, Kapu-Riki, Schwalboss, Bandelby, Boreos-T, ...

Wichtig

Diese 7 Rollen musst und solltest du nicht einzeln draften. Wie du siehst tauchen viele Pokémon als Beispiele für mehrere Rollen auf. So ist Kapu-Kime beispielsweise sowohl dein Feen-, als auch dein Wasser-Typ und dein zuverlässiger Defogger. Ebenso können die meisten Boden-Pokémon als Elektro-Immunität auch zuverlässig die Tarnsteine legen. Du kannst also mehrere Rollen auf ein Pokémon packen, damit du mehr Optionen für dein restliches Team hast.

Team-Ergänzungen

Nachdem du anhand dieser Rollen die Grundpfeiler deines Teams gesetzt hast, kannst du dich daran setzen, dein Team abzurunden. Folgende Rollen stellen immer gute Ergänzungen da und helfen dir in vielen Match-Ups aus.

Auch hier gilt wieder, dass ein Pokémon selbstverständlich mehrere Rollen einnehmen kann. Mit welchen Rollen du jedoch dein Team ergänzt, ist dir überlassen. Schließlich hängt es auch stark davon ab, was die Schwächen deiner bereits eingeplanten Pokémon sind.

1. Ein Electric-Type

Ein Elektro-Pokémon hilft dir vor allem gegen gegnerische bulky Water-Types, die in jedem Team zu finden sein sollten. Mit seinen STAB-Angriffen kann es diese enorm unter Druck setzen. Gerade der Voltwechsel ist eine sehr gute Attacke, da sie sowohl guten Schaden anrichtet, als auch Momentum bringt. Dies gelingt dir besonders mit schnellen Electric-Types.

Beispiele: Kapu-Riki, Zapdos, Voltolos (beide Formen), M-Voltenso, Raikou, Blitza, Magnezone, Elezard, Elevoltek, Rotom (alle Formen), Magneton, ...

2. Ein Grass-Type

Auch ein Pflanzen-Pokémon hilft dir gegen Suicune, Laschoking und co. Im Gegensatz zu Elektro-Pokémon sind viele Grass-Types auch in der Lage, den Attacken der bulky Water-Types gut standzuhalten und sie auch defensiv zu handlen. Flexible Pflanzen-Pokémon, die sowohl offensiv als auch defensiv spielbar sind, sind besonders empfehlenswert.

Beispiele: Kapu-Toro, Katagami, (M-)Bisaflor, Tangoloss, Serpiroyal, Shaymin, Roserade, Rotom-C, Celebi, Fruyal, (M-)Gewaldro, Tangela, ...

3. Ein Fighting-Type

Kampf-Pokémon sind in der Regel sehr gute Wallbreaker. Gerade wenn dein Team noch Probleme gegen Pokémon wie Relaxo, Chaneira, Porygon2 oder Miltank hat, solltest du dir auf jeden Fall ein Kampf-Pokémon draften. Sowohl schnelle Kampf-Pokémon als auch bulkige Kampf-Pokémon sind zu empfehlen, welche Art du wählst, hängt von deinem Team ab.

Beispiele: M-Schlapor, (M-)Meditalis, Keldeo, Terrakium, (M-)Skaraborn, Meistagrif, Resladero, Panferno, Flambirex, Hariyama, Wie-Shu, Pandagro, Machomei, Nockchan, ...

4. Ein Fire-Type

Feuer-Pokémon sind sehr starke Pokémon in der Offensive in Draftligen, da sie gerade mit Stahl-Pokémon in der Regel kurzen Prozess machen. Zudem unterstützen sie die eigenen bulky Water-Types sehr gut, indem sie Pflanzen-Pokémon enorm unter Druck setzen. Der Nachteil an Feuer-Pokémon ist die Tarnsteinschwäche – für Hazard-Control sollte also gesorgt sein.

Beispiele: Heatran, Victini, Kopplosio, M-Glurak Y, M-Glurak X, Panferno, Volcanion, Amfira, Arkani, Entei, Rotom-H, Skelabra, Fuegro, ...

5. Eine Boden-Immunität

Flug-Pokémon oder Pokémon mit der Fähigkeit Schwebe sind nützlich, damit die Gegner nicht einfach die ganze Zeit Erdbeben drücken können. Zudem nehmen sie keinen Schaden von den Stachlern oder den Giftspitzen, was sie zu zuverlässigen Defoggern macht.

Beispiele: (M)-Latias, (M)-Latios, Zapdos, Voltolos, Boreos, Demeteros (jeweils beide Formen), Panzaeron, Rotom (alle Formen), ...

6. Ein Dragon-Type

Drachen-Pokémon sind extrem starke offensive Bedrohungen. Ein Draco Meteor macht auf die meisten Pokémon, die ihn nicht resistieren, sehr guten Schaden. Sind die Feen- und Stahlpokémon aus dem Weg geräumt, ist der Weg für einen Drachen oftmals frei. Darüber hinaus verfügen Drachen meist auch über gute defensiv-Werte, wodurch sie in Verbindungen mit dem sehr guten Typen auch sehr viel aushalten können.

Beispiele: (M)-Latias, (M)-Latios, Kyurem-B, Trikephalo, Knakrack, M-Altaria, Kyurem, Dragoran, Brutalanda, Zygarde, ...

7. Ein STAB-KnockOff-User

Abschlag gehört zu den besten Attacken im Spiel. Ein STAB-Abschlag macht auf die meisten Pokémon guten Schaden und erleichtert sie um ihr Item. Damit gibt der Abschlag dir zusätzlich Informationen über das ganze Team: Wenn du einem Pokémon den Wahlschal abgeschlagen hast, kannst du dir dank der Item-Clause sicher sein, dass die anderen 5 Pokémon keinen Wahlschal tragen. Ein Unlicht-Typ ist zudem sehr nützlich, um potentielle Kraftvorrat-Sweeps stoppen zu können.

Beispiele: Snibunna, Caesurio, M-Absol, Rabigator, Zoroark, Alola-Sleimok, Krebutack, Pandagro, Calamanero, Fuegro, Sniebel, Schlingking, ...

8. Zusätzlicher Hazard-Support

Neben einem weiteren Tarnsteine-Leger, sind gerade in offensiven Teams Stachler, Giftspitzen und das Klebenetz sehr beliebte Support-Taktiken. Bei vielen Wechseln sorgen Stachler und Giftspitzen für passiven Schaden, während das Klebenetz offensive Pokémon des Gegners durch deren Geschwindigkeitsreduzierung leichter zu revengekillen macht.

Beispiele Stachler: Tentantel, Quajutsu, Roserade, Roselia, Clavion, Forstellka, Panzaeron, Rollum, ...

Beispiele Giftspitzen: Quajutsu, Anego, Roserade, Roselia, Nidoqueen, Aggrostella, Echnatoll, ...

Beispiele Klebenetz: Bandelby, Voltula, Aranestro, Sabbaione, Pottrott, Matrifol, Maskeregen, ...

9. Ein Spin-Blocker/ Siegeswillen-Nutzer

Wenn du in deinem Team viel mit Hazards arbeitest, so kann ein Spin-Blocker in Form eines Geist-Pokémon nicht schaden. Auch ein Siegeswillen/Unbeugsamkeit-Nutzer, der nach einem gegnerischen Defog zu einer großen offensiven Gefahr wird, ist an dieser Stelle eine Möglichkeit.

Beispiele: Mimigma, Kopplosio, Gengar, Echnatoll, M-Zobiris, Sivarro, Pumpdjinn, Moruda, Kryppuk, Apoquallyp / Voltolos-I, Boreos-I, Washakwil, Impoleon, Caesurio, Milotic, ...

10. Ein Evolith-Pokémon

Evolith-Pokémon können sehr nützlich sein, da sie in der Regel einen sehr guten Job machen und ein festes Item haben, sodass du die anderen Items flexibler verteilen kannst. Evolith-Pokémon erfüllen oft besondere Nischen und können deinen Gegner überraschen, wenn er sie unterschätzt. Dies ist auch eine Option, dein Lieblingspokémon im Team unterzubringen – erstaunlich viele unterentwickelte Pokémon können in den richtigen Match-Ups gute Arbeit leisten. Sei kreativ!

Beispiele: Porygon2, Chaneira, Skorgla, Tangela, Magneton, Duokles, Miezunder, Efoserp, Bronzel, Hippopotas, Rollum, Roselia, ...

11. Speed Control

In manchen Match-Ups wird dir auffallen, dass deine besten Pokémon gegen das gegnerische Team irgendwie zu langsam sind. Hier kann dir nicht nur das Klebenetz, sondern auch ein Pokémon mit Rückenwind oder Bizarroraum aushelfen, um auch langsamere Wallbreaker als erstes agieren zu lassen, wodurch sie für den Gegner sehr schwer zu revengekillen sind.

Beispiele Bizarroraum: Porygon2, Cresselia, Magearna, Diancie, Selfe, Muramura, Bronzong, ...

Beispiele Rückenwind: Latias, Shaymin, Suicune, Iksbat, Grypheldis, Elfun, ...

Weitere Tipps

Hast du die Checkliste abgearbeitet und hältst dein Team für ausgewogen, so gibt es noch einige Punkte zu kontrollieren:

Resistenzen gegen jeden Typen

Hast du gegen jeden Typen mindestens eine Resistenz im Team? Kein Pokémon sollte gegen dich frei eine Attacke von einem bestimmten Typen spammen können.

Schwächenabdeckung

Sind die Schwächen deiner Pokémon gut abgedeckt? Gerade deine defensiven Pokémon sollten über eine gewisse Synergie verfügen – ansonsten können deine Walls zu leicht von einem Pokémon mit einer bestimmten Coverage gebrochen werden. Auch mehrere Pokémon mit derselben Vierfachschwäche sind nicht zu empfehlen, da dies den Gegner dazu einlädt, auf jedem Pokémon dieselbe Coverage zu spielen.

Vierfachschwächen in der Defensive

Allgemein sollten deine defensiven Pokémon im Idealfall keine Vierfachschwäche haben, da sie sonst zu leicht Opfer der entsprechenden Kraftreserve, einer Beerenkräfte oder einer überraschenden Coverage-Attacke werden. Wenn ihr doch auf Gastrodon oder Sumpex zum Beispiel zurückgreifen müsst, dann stellt sicher, dass ihr andere Pokémon habt, in die ihr immer sicher wechseln könnt, um für eine vierfach-effektive Attacke zu scouten.

Stärkenabdeckung

Analog zur Schwächenabdeckung sollten deine offensiven Pokémon in der Lage sein, jeden Typen zumindest mit einer Coverage-Attacke sehr effektiv zu treffen. Deine offensiven Threats sollten über eine solche Synergie verfügen, dass sie nicht von denselben Pokémon gewallt werden. Als Beispiel wird Mega-Meditalis von bulkigen Psycho-Pokémon gewallt. Diese könnt ihr mit einem Pursuit-Trapper aber unter Umständen aus dem Spiel nehmen.

Verschiedene Speed-Werte

Neben deinem Pokémon mit über 120 Basis-Inititative solltest du über mindestens zwei weitere Pokémon mit über 100 Speed verfügen. Darüber hinaus solltest du im Idealfall in jedem Speed-Tier mindestens ein Pokémon haben, sodass alle gegnerischen Pokémon gezwungen sind, viel Investment in der Initiative und das die Initiative steigernde Wesen zu spielen. Du möchtest dem Gegner keinen Anlass geben, seine Pokémon bulkiger zu spielen als sie eigentlich sein sollten.

Physisches und Spezielles

In deinem Team sollten sich sowohl physisch offensive als auch speziell offensive Pokémon befinden, da du so durch beide Arten von Walls brechen kannst. Auch solltest du über physisch defensive wie auch speziell defensive Pokémon verfügen, damit du beide Arten von offensiven Pokémon checken kannst.

Der Z-Stein-Nutzer

Wenn alles Genannte passt, solltest du dir Gedanken über deinen Z-Stein-Nutzer machen. Der Z-Stein-Nutzer sollte über einen guten Speed verfügen, sowie über eine gute Coverage, mit der er seine Checks mit dem entsprechenden Z-Move beseitigen kann. Mit der Regel, dass Set-Up + Z-Move erlaubt ist, bieten sich natürlich Pokémon mit Schwerttanz, Ränkeschmied oder Gedankengut an, denen der geschickte Einsatz des Z-Steins zum Sweep verholfen soll.

Ersatzpicks

Steht einmal dein Wunschteam, so muss du noch folgendes beachten: Es ist keineswegs garantiert, dass du jedes Pokémon auch bekommst. Viele deiner Wunschpicks werden auch bei anderen Teilnehmern auf der Liste stehen. Doch behalte einen kühlen Kopf, wenn dir etwas weggepickt wird. Notiere dir im Vorfeld Ersatzpicks, die die angedachten Rollen ebenfalls erfüllen können. Versuche immer den Überblick über das ganze Team zu behalten und erst einmal die wichtigsten Rollen zu draften. Für die „Nebenrollen“ gibt es in der Regel mehr Optionen.

Die Vaporeon Valentines – ein praktisches Beispiel

Genug der trockenen Theorie – an dieser Stelle wollen wir uns mal ein praktisches Beispiel ansehen und auf die einzelnen Punkte überprüfen. Wir schnappen uns also ein Team, das ich in einer Liga nach denselben Regeln und der selben Tierliste wie der GPL so gedraftet habe:

Runde 1: S-Tier: Stalobor (Z)

Im Draft war ich als vierter auf einer ziemlich guten Position. Ich wusste schon, was die Teilnehmer vor mir picken würden und konnte mir daher sicher sein, dass ich meinen Wunschpick bekomme. Mein Team soll ein Sandsturm-Team um Stalobor werden. Den Z-Stein habe ich auf Stalobor gepackt, da es fast gar kein Pokémon gibt, das einer Z-Attacke der entsprechenden Coverage von Stalobor nach einem Schwerttanz standhält.

Runde 2: S-Tier: Latias

Ich habe lange überlegt, was ich als erstes zu Stalobor picken möchte und habe mich für Latias entschieden. Latias fängt die Wasser-, Feuer-, Boden- und Kampfschwächen von Stalobor sehr gut ab, während Stalobor die Feen- und Drachenschwächen von Latias abfängt. Latias kann in diesem Team sowohl offensiv als auch defensiv gespielt werden, was ich je nach Match-Up entscheiden kann.

Runde 3: A-Tier: Hippoterus

Zu Stalobor gehört natürlich ein Sand-Setter. Hippoterus ist der einzige Sand-Setter, der sich mit Stalobor nur eine Schwäche (Wasser) teilt. Es kann zudem sehr zuverlässig die Tarnsteine legen und kommt in fast alle physischen Pokémon gut rein, die keine Wasser- oder Pflanzenattacke haben.

Runde 4: B-Tier: Magnezone

In Runde 4 hatte ich während des Drafts Angst um mein geplantes Elektro-Pokémon bekommen und deshalb schon vorzeitig Magnezone gepickt. Magnezone kommt nicht nur in Pflanzenattacken gut rein, es ist zudem eine wichtige Antwort auf Kaguron und Panzaeron, die beide Stalobor sehr gut aufhalten. Magnezone kann diese mit der Magnetfalle einfach trappen. Ein Elektro-Pokémon brauchte ich so oder so, da Stalobor Probleme mit bulky Water-Types hat. Magnezone hilft mir auch da aus.

Runde 5: B-Tier: Amfira

Amfira soll ein weiteres Pokémon sein, das mir gegen Pflanzenpokémon hilft. Es resistet nicht nur die Attacken vierfach, sondern kann auch mit beiden STABs sehr effektiv zurückschlagen. Dazu gibt es meinem Team noch einmal Geschwindigkeit.

Runde 6: A-Tier: Mega-Bibor

In Runde 6 hatte ich Angst um mein Mega-Pokémon bekommen, da ich gesehen hatte, dass es bei einem anderen Teilnehmer sehr gut ins Team gepasst hat. Wie ich dann erfahren hatte, wollte er es auch genau nach mir picken. Mega-Bibor sollte mir einmal mehr gegen Pflanzen-Pokémon helfen. Mit der Kehrtwende bildet es zudem einen schönen VoltTurn-Core mit Magnezone und trifft Psycho-Pokémon extrem hart, gegen die ich bis dahin noch nicht so viele Antworten hatte.

Runde 7: C-Tier: Aquana

Mit Aquana habe ich in Runde 7 mein Signature und damit auch meinen bulky Water-Type gedraftet. Aquana hält wirklich sehr viel aus und hilft mir enorm gegen gegnerische Boden-Pokémon, die Stalobor große Probleme machen. Es gibt mir eine Wasser-Immunität, die ich bei drei Wasser-Schwächen benötigt habe. Aquanas Schwächen wiederum werden perfekt von sowohl Magnezone als auch Latias resistet. Mit dem Wunschtraum kann ich mein Team unter Umständen wieder heilen, genauso kann ich mit der Vitalglocke Hippoterus oder Latias vom Toxin befreien.

Runde 8: C-Tier: Pandagro

Pandagro sollte mir gegen Normal-Pokémon wie Porygon2, Relaxo und co helfen. Es ist ein sehr starker Wallbreaker, da es nicht nur einen sehr guten Angriffswert sondern auch eine wunderbare Coverage hat, mit der ich jedes Team gut unter Druck setzen kann. Mit dem Abschlag kann ich Switch-Ins bestrafen, indem ich ihre Items abschlage. Die vierfache Feenschwäche ist mit Magnezone, Stalobor und Mega-Bibor kein Problem.

Runde 9: B-Tier: Guardevoir

Ich wollte im B-Tier noch eine Fee draften. Zu diesem Zeitpunkt war auch noch Florges offen, was vermutlich der bessere Pick gewesen wäre. Hier hat mein Herz aber für Guardevoir entschieden, was mir tatsächlich etwas mehr offensive Flexibilität bringt. Die Schwächen werden von Magnezone und Amfira gut abgefangen.

Runde 10: D-Tier: Amigento-Flug

Mit Amigento-Flug wollte ich mir zum einen etwas Utility ins Team draften (Rückenwind, Defog, Parting Shot) und zum anderen eine weitere Antwort auf Pflanzen- und Kampfpokémon, die von dem Multi-Angriff sehr guten Schaden nehmen. Ein Flug-Typ hatte meinem Team noch irgendwie gefehlt.

Runde 11: D-Tier: Efoserp

Mit Efoserp wollte ich mir noch ein Pflanzen-Pokémon draften, das gut gegen bulky-Water-Types sowie Ground-Types dasteht. Es bringt mir mit Defog und Aromakur zudem weitere Utility. Hier wäre im Nachhinein Roselia ein besserer Pick gewesen, da mir das noch Support durch Stachler und Giftspitzen gebracht hätte.

Analyse

Alles in allem war ich mit diesem Team nach dem Draft sehr zufrieden. Wenn wir die Checkliste abgehen, so habe ich folgende Punkte erfüllt:

  • Zuverlässiger SteelType (Magnezone + Stalobor)
  • Bulky Water-Type (Aquana)
  • Fairy-Type (Guardevoir)
  • Zuverlässiger Rocks-Setter (Hippoterus)
  • Zuverlässige Hazard-Removal (Stalobor, Latias*)
  • Elektro-Immnität (Stalobor, Hippoterus)
  • Mind. 120 Speed (M-Bibor)

*Latias und Stalobor sind zwar sehr zuverlässig, jedoch möchte ich meistens andere Attacken als Defog bzw. Turbodreher spielen. Amigento, Bibor und Efoserp sind wiederum nicht besonders zuverlässig, also ist dieser Punkt nur halbwegs erfüllt

Nun ein Blick auf die Ergänzungsrollen:

  • Electric-Type (Magnezone)
  • Grass-Type (Efoserp)
  • Fighting-Type (Pandagro)
  • Fire-Type (Amfira)
  • Boden-Immunität (Latias, Amigento)
  • Dragon-Type (Latias)
  • STAB-Knock-Off User (Pandagro)
  • Evolith-Pokémon (Efoserp)
  • Speed-Control (Rückenwind: Amigento, M-Bibor, Latias)

Ich habe fast alle zusätzlichen Rollen erfüllt, es fehlt mir lediglich an zusätzlichen Hazards, die mein Team noch einmal gut unterstützt hätten.

Die defensive, sowie offensive Typenabdeckung gefällt mir in diesem Team auch sehr gut bis auf eine Ausnahme: Magnezone und Amfira teilen sich die vierfache Bodenschwäche, wodurch viele Pokémon auf die Kraftreserve Boden oder das Erdbeben zurückgreifen. Diese Tatsache schränkt Amfira und Magnezone leider etwas ein und war definitiv ein kleiner Fehler in der Draftplanung. Dafür wird Stalobor sehr gut supportet. Das Team kann alle möglichen Checks für Stalobor (vor allem Grass-, Water- und Groundtypes) im Vorfeld aus dem Weg räumen.

Zusammenfassung

Wir hoffen, dass dir dieser Guide einen Überblick gegeben hat, wie dein eigenes Draft-Team am Ende aussehen könnte. Jetzt liegt es an dir, dir ein Team für deine nächste Draftliga zusammenzustellen. Wir wünschen dir auf alle Fälle viel Erfolg und viel Spaß mit deinem eigenen Draft-Team!

An diesem Inhalt hat Jonkins99 mitgearbeitet.


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