Teambau in der 6. Generation

Um ein gutes und erfolgreiches Team zu bauen, reicht es in den meisten Fällen nicht, einfach sechs Pokémon zusammenzuwürfeln. Worauf es stattdessen ankommt, erklärt dieser Artikel. Besonders nach inzwischen schon sechs Generationen sind viele Details zu beachten, da die Möglichkeiten bei der Erstellung ebenfalls immer vielfältiger geworden sind.

Grundlagen

Bevor man darauf zu sprechen kommt, wie ein gutes Team letztlich aufgebaut werden kann, sollten zunächst einige grundlegende Voraussetzungen geklärt werden, die man, egal ob als Anfänger oder als Experte, nie außer Acht lassen sollte.

Jedes Team braucht ein Ziel

Das wichtigste zuerst: Ein Team, welches kein echtes Ziel verfolgt, kann auf Dauer nicht erfolgreich sein. Wenn man sich ein Team baut, sucht man also als erstes ein Ziel, welches dieses Team erreichen soll. Dieses "Ziel" kann dabei nahezu alles sein, ein einfaches Beispiel wäre aber zum Beispiel eine Ausrichtung auf einen bestimmten Setup-Sweeper wie Mega-Glurak-X, die Unterstützung eines bestimmten Cores oder das konsequente Verhindern der gegnerischen Strategie. Während man nun das Team baut, ist es wichtig, dieses Ziel immer im Blick zu behalten und seine Teammitglieder dementsprechend auszuwählen. Wenn wir also beim oben genannten Beispiel bleiben, müsste man sich nun überlegen, was Glurak aufhält und dementsprechend seine nächsten Teammitglieder auswählen.

Nicht alles ist spielbar

Es ist leider ganz einfach so - nicht jedes Pokémon ist im OU spielbar. Wenn man also ein Teammitglied aufnehmen möchte, sollte man sich als erstes überlegen, ob es nicht ein anderes Pokémon gibt, welches die gesuchte Rolle besser übernimmt oder anders gesagt, ob das Pokémon eine echte Nische im Metagame hat. Ein einfaches Beispiel: Blitza hat keine solche Nische im OU - die Rolle, die es erfüllen soll, die eines schnellen Elektrotypen, erfüllt Raikou einfach besser und damit gibt es keinen Grund, Blitza in das Team aufzunehmen. Eine Richtlinie für Einsteiger können dabei die Viability Rankings auf Smogon.com sein. Dort werden die Pokémon nach ihrer Spielstärke im aktuellen Metagame sortiert und wenn ein Pokémon gar nicht oder nur ganz unten auf der Liste auftaucht, sollte man vielleicht nach besseren Alternativen suchen.

Ein anderer Grund, warum man ein Pokémon nicht spielen sollte, kann natürlich auch sein, dass die Rolle, die es erfüllt, vom Team gar nicht gebraucht wird. Ein sehr offensives Team braucht zum Beispiel kein defensives Hutsassa, da es das Ziel jedes Pokémon im Team sein sollte, offensiv Druck zu machen, Hutsassa als defensiver Pivot dieser Aufgabe überhaupt nicht gerecht wird.

Kein Team ist perfekt!

ORAS OU ist ein sehr vielfältiges Metagame. Es gibt fast 100 Pokémon, die spielbar sind, jeweils mit vier unterschiedlichen Attacken und möglicherweise verschiedenen Fähigkeiten und EV-Splits. Deshalb ist es wichtig, zu verstehen, dass kein Team aus sechs Mitgliedern das gesamte Metagame sicher abdecken kann. Stattdessen sollte man sich auf die wichtigsten Pokémon des Metagames konzentrieren und versuchen, gegen diese möglichst gut dazustehen. Jedes Team wird also gewisse Lücken haben, das kann man nicht verhindern. Das Ziel muss nur sein, diese möglichst klein zu halten.

Synergie und Redundanz

Das möglicherweise wichtigste Konzept beim Teambuilding ist die Synergie zwischen den Teammitgliedern. Dabei unterscheidet man zwischen defensiver und offensiver Synergie. Eine gute defensive Synergie haben zwei Pokémon dabei dann, wenn ein Pokémon die Schwächen des jeweils anderen gut ausgleicht. Ein Beispiel dafür sind Heatran und Mega-Bisaflor. Heatran hat vor allem Probleme mit Boden-, aber auch mit Wasser- und Kampf-Attacken, wie beispielsweise von Keldeo. Mega-Bisaflor kann mit seiner sehr guten Defensive nun von den meisten Erdbeben-Nutzern Boden-Attacken gut aushalten und ist durch seinen Typen vermutlich der sicherste Keldeo-Konter im Spiel. Bisaflor hat hingegen Probleme mit Psycho-Angriffen, zum Beispiel durch Simsala, oder Flug-Attacken. Hier kann wiederum Heatran sehr gut aushelfen, die beiden Pokémon haben also eine sehr gute defensive Synergie.

Eine offensive Synergie zwischen zwei Pokémon besteht hingegen, wenn die Pokémon die Counter des jeweils anderen offensiv sehr gut besiegen können, es also möglichst wenige Pokémon gibt, die beide wallen. Hier kann man beispielsweise Caesurio und Mega-Schlapor nennen. Die häufigsten Switchins für Schlapor sind dabei defensive Psycho-Typen wie Mew, Celebi und Lahmus, diese kann aber Caesurio gut unter Druck setzen. Dieses bekommt hingegen Probleme mit Pokémon wie Tentantel, gegen die Schlapor aushelfen kann.

Die Redundanz ist nun im Grunde genommen das absolute Gegenteil, kann aber, gezielt eingesetzt, ebenso wirkungsvoll sein. Wenn man zum Beispiel Caesurio und Despotar nimmt, dann ist der mit wichtigste Konter gegen beide Keldeo, ein Pokémon ohne jegliche Recovery. Nutzt man also nun Despotar und Caesurio beide in einem Team, kann Keldeo schnell überfordert sein, wenn es gleichzeitig als Counter für beide agieren muss. So können also Caesurio und Despotar durch so genannten "Dark (=Unlicht) Spam" ihre Konter, wie zum Beispiel Keldeo, zu sehr unter Druck setzen und sich so gegenseitig unterstützen.

Das Hazard-Game

Im Gegensatz zum Spielen in den Editionen opfern "echte" Gegner natürlich nicht einfach ihre Pokémon, wenn sie im Nachteil sind, daher ist das Auswechseln im kompetitiven Spiel sehr wichtig. Um aus häufigen Wechseln beim Gegner nun Kapital zu schlagen, haben die so genannten "Entry Hazards", Tarnsteine, Stachler, Giftspitzen und Klebenetz, eine wichtige Rolle in strategischen Kämpfen - all diese Attacken lösen Effekte aus, wenn der Gegner sein aktives Pokémon wechselt.

Insbesondere die Tarnsteine sollte man dabei in ausnahmslos jedes Team einbauen. Diese richten beim Wechsel des Gegners Schaden in Abhängigkeit von der Effektivität von Geisteins-Attacken beim eingewechselten Pokémon an. Das sorgt nicht nur dafür, dass der Gegner über lange Zeit hinweg langsam geschwächt wird, sondern richtet gegen Pokémon wie Glurak oder Ramoth beim Einwechseln gleich 50% Schaden an, macht Fokusgurte nutzlos und bricht die Fähigkeiten Robustheit und Multischuppe. Die wichtigsten Tarnsteinleger sind Demeteros, Pixi, Heatran, Tentantel und Panzaeron, es gibt aber auch noch viele andere Optionen.

Screenshot aus Pokémon ORAS
Screenshot aus Pokémon ORAS

Da Tarnsteine so gefährlich sind, ist es für viele Teams auch sinnvoll, Methoden zu haben, diese zu entfernen oder zu verhindern, dass sie überhaupt ausgelegt werden. Dies geschieht entweder über die Attacken Turbodreher, Auflockern und Verhöhner oder über die Fähigkeit Magiespiegel. Für eher defensive Teams ist eine Form von Hazard-Kontrolle absolut Pflicht, bei offensiven Teams kommt es darauf an, wie gefährlich Tarnsteine genau für das Team sind. Wenn zum Beispiel Pokémon wie Glurak oder Dragoran gespielt werden, ist auch hier ein Spinner oder Defogger absolut zu empfehlen. Möglichkeiten zu Hazard-Kontrolle stellen in defensiven Teams zum Beispiel Panzaeron und Mega-Zobiris dar, für offensive Teams sind Latias und Latios, Starmie, Stalobor und Mega-Diancie gute Optionen.

Hilfreiche Tools

Bevor wir zum echten Teambuilding kommen, werden noch ein paar hilfreiche Werkzeuge vorgestellt, die genutzt werden können.

Strategie-Pokedex

Hier kann man detaillierte Analysen zu den einzelnen Pokémon lesen, findet gute Movesets, aber auch Informationen über Konter und gute Teammitglieder. Vermutlich kennst du den deutschsprachigen hier auf Pokefans, den umfangreichsten findest du hier auf Smogon.com, allerdings auf Englisch.

Viability Rankings und Usage Stats

Diese beiden Statistiken, einmal subjektiv und einmal objektiv, geben zusammen einen sehr guten Überblick, welche Pokémon für dich selbst gut nutzbar sind, aber auch, welche Pokémon man beim Gegner häufig zu erwarten hat.

Teambuilder zur Typenabdeckung

Hier sieht man auf einen Blick, welche Typen deinem Team möglicherweise gefährlich werden könnten. Insbesondere für defensivere Teams ist das sehr hilfreich. Wichtig ist aber, dass Typenabdeckung nicht alles ist! Mindesten genau so wichtig ist die Abdeckung bestimmter Pokémon.

Schadensrechner

Wenn du bestimmte EV-Splits für dein Team anpassen willst oder sehen willst, ob Pokémon A Pokémon B kontert und so weiter, ist ein Schadensrechner absolut unverzichtbar

Der Bauprozess

Um ein Team zu bauen, gibt es im Grunde genommen zwei verschiedene Ausgangspunkte. Entweder man beginnt mit einem bestimmten Pokémon, um das man das Team ausrichtet oder mit einem bestimmten Core.

Ein Pokémon als Ausgangspunkt

Dies ist der einfachste Weg, um ein Team zu bauen - hier kann nahezu ein beliebiges Pokémon gewählt werden, entweder das persönliche Lieblingspokémon (sofern dieses grundsätzlich nutzbar ist) oder aber auch ein Pokémon, welches man im aktuellen Metagame für besonders gut hält. Im nächsten Schritt sucht man nun nach Teammitgliedern, die eine besonders gute Synergie mit diesem Pokémon besitzen - entweder offensiv (schwächt, besiegt oder trappt die Counter des Ausgangspokémons) oder defensiv (kann in die Konter des Ausgangspokémons einwechseln), abhängig davon, ob das erste Pokémon ein eher offensives oder defensives Team nahelegt. Die letzten Slots werden dann benutzt, um Lücken zu füllen. Dabei sollte man sich überlegen, welche Aufgaben im Team noch ausstehen und abhängig davon dann die letzten Pokémon wählen. Zum Beispiel sollte jedes Team, wie oben erwähnt, einen Hazard-Leger beinhalten, viele benötigen auch Mittel, um genau diese zu entfernen. Einzelne Aufgaben können aber auch sehr viel spezieller sein. Eine solche Rolle könnte dann zum Beispiel ein Switchin gegen Keldeo oder Latios oder eine Bodenimmunität sein.

Ein Core als Ausgangspunkt

Ein Core besteht aus zwei oder mehr Pokémon, die zusammen besonders gut auf ein bestimmtes Ziel hinarbeiten oder eine herausragende Synergie besitzen. Dabei gibt es einige grundsätzliche Arten von Cores, die jetzt kurz vorgestellt werden.

Der Feuer/Wasser/Pflanze-Core (FWG-Core)

Mit Sicherheit sind FWG-Cores (Fire/Water/Grass) die Art von Cores, die es schon immer in Pokémon gab - und das hat auch einen Grund: Mit ihrer Schere-Stein-Papier-Beziehung haben diese drei Typen eine hervorragende defensive Synergie und sind so oft in Balance- und Stall-Teams gesehen. Diese Beziehung ist sehr einfach erklärt: Wasser-Pokémon unterstützen Feuer-Pokémon, indem sie gute Karten gegen Boden- und Gesteins-Pokémon haben. Pflanzen-Typen unterstützen Wasser-Pokémon mit ihren Resistenzen gegen Elektro, im Gegensatz helfen diese dabei, Feuer-Pokémon zu besiegen und auch Feuer-Pokémon unterstützen Pflanzen sehr gut dadurch, dass sie es mit Käfer-, Stahl- und Eis-Typen aufnehmen können. Ein beispielhafter Core könnte aus Heatran, Lahmus und Mega-Bisaflor oder Hutsassa bestehen.

Der Stahl/Drachen/Fee-Core

Diese Cores gibt es logischerweise erst seit der Einführung der Feen mit X und Y, seitdem ist diese Variante aber fast noch populärer als der FWG-Core. Das liegt zum einen daran, dass auch diese drei Typen eine ausgezeichnete Synergie besitzen, zum anderen aber auch daran, dass die drei Typen jeder für sich zu den besten den Spiels gehören. Das dazugehörige Beispiel, diesmal etwas offensiver, besteht aus Azumarill, Heatran und Latias: Die Schwächen von Heatran, Boden, Kampf und Wasser, werden von den beiden anderen Mitgliedern perfekt gehandelt, auf der anderen Seite hilft Heatran Latias und Azumarill mit wichtigen Resistenzen, zum Beispiel gegen Pflanze und Fee.

Der Kampf/Unlicht/Psycho-Core

Dies ist der letzte und seltenste Drei-Typen-Core. Diese Cores sind dabei größtenteils in sehr offensiven Teams zu finden. Der Grund dafür ist die großartige offensive Synergie der drei Typen. Kampf-Pokémon haben vor allem Probleme mit Psycho-Typen und hier kann ein Unlicht-Pokémon sehr gut aushelfen. Die wichtigsten Konter von Unlicht-Typen sind wiederum Kampf-Pokémon und hier hilft der Psycho-Typ. Ein beispielhafter Core bestünde aus Keldeo, (Mega-)Simsala und Caesurio.

Regenerator-Cores

Diese Cores sind meist in defensiveren Teams zu finden und bauen auf mehreren Pokémon mit der Fähigkeit Belebekraft, auf Englisch Regenerator, auf - die wichtigsten Pokémon sind hier wohl Lahmus, Boreos-T, Tangoloss und Hutsassa. Durch mehrfaches Hin- und Herwechseln zwischen diesen Pokémon können diese langsam wieder geheilt werden, was es sehr schwer macht, diese Cores zu brechen.

Typespam-Cores

Diese Cores bauen auf die bereits oben genannte Redundanz auf. Dadurch, dass man mehrere Pokémon des gleichen Typs verwendet, können diese ihre Konter gegenseitig schwächen und überlasten, um letztendlich einen Sweep zu ermöglichen. Die häufigsten Varianten von Typespam-Cores sind zur Zeit Unlicht (Caesurio, Despotar) und Flug (Mega-Pinsir, Fiaro).

VoltTurn-Cores

Hier werden mehrere Pokémon mit den Attacken Voltwechsel und Kehrtwernde zusammen genutzt, um so konstant das Momentum aufrechtzuerhalten. Besonders gut funktioniert das natürlich, wenn die einzelnen Mitglieder des Cores auch eine gewisse offensive Präsenz mitbringen und so Wechsel beim Gegner erzwingen können. Auch gut ist die Kombination mit starken Wallbreakern wie Mega-Meditalis oder Volcanion, die die guten Gelegenheiten zum Einwechseln besonders gut ausnutzen können.

Natürlich gibt es auch noch viele andere Arten von Cores, die zum Beispiel auf bestimmten Lures, Trapping oder Hazard-Kontrolle aufbauen. Einige Beispiele, die von Usern vorgestellt werden, findest du in diesem Thread in unserem Forum, wo auch du Cores präsentieren kannst, die dir aufgefallen sind. Nachdem man nun also einen Core gewählt hat, muss man im nächsten Schritt die Schwachstellen des Cores finden und versuchen auszumerzen. Wenn man als Beispiel den oben genannten FWG-Core aus Mega-Bisaflor, Heatran und Lahmus nimmt, zerstören vor allem Drachen-Typen diese Kombination, da sie eine Resistenz gegen die meisten STAB-Angriffe haben und Drachen mit ihren Coverage-Attacken den gesamten Core effektiv treffen. Ein besonders großes Problem stellt Kyurem-B dar. Das wäre nun ein erster Anhaltspunkt, um Support für den Core zu finden. Ansonsten gestaltet sich das Teambuilding gegen Ende sehr ähnlich wie beim Start mit einem einzelnen Pokémon: Man versucht Lücken und noch offene Aufgaben zu finden und dise dann möglichst effizient abzudecken.

Testen, Testen Testen

Der erste Entwurf, den man nun für ein Team hat, besitzt meistens noch viele Schwachstellen, die man möglicherweise beim Bauen nicht gesehen hat. Daher ist es wichtig, das Team ausführlich zu testen. Empfehlenswert sind dabei Simulatoren wie Pokémon Showdown, hier kann man deutlich schneller Änderungen an Teams vornehmen als in WiFi-Kämpfen.

Wenn man nun eine Schwachstelle bemerkt, ist die einfachste mögliche Änderung, um dagegen etwas zu unternehmen, die Änderung eines Coverage-Angriffs. Oft wird dies aber nicht ausreichen. Die nächstgrößere Variation wäre, ein Pokémon auszutauschen. Wenn allerdings auch das nicht ausreicht, ist es möglicherweise notwendig, ganze Kombinationen von Pokémon durch andere zu ersetzen, die zwar im Großen und Ganzen die gleichen Rollen übernehmen, aber zusätzlich noch die Lücke, die man versucht zu schließen, abdecken.

Die verschiedenen Team-Arten

Die Teams, die man häufig sieht, kann man meist in bestimmte Archetypen einteilen, die nun vorgestellt werden. Diese haben meist ein klares Grundgerüst bezüglich der Rollenverteilung, mit dem man beim Teambau sehr gut arbeiten kann. Nach jedem Archetypen wird ein Beispielteam inklusive Beschreibung und der Möglichkeit zum direkten Import in den Simluator vorgestellt.

Hyper Offense

Hyper Offense, kurz HO, ist - wie es der Name schon vermuten lässt - der aggressivste Spielstil. Das Ziel von Hyper Offense ist es dabei, konstant Druck zu machen oder anders gesagt, ein offensives Momentum aufrechtzuerhalten und den Gegner so durchgängig in der verteidigenden Position zu halten. Dafür werden meist einige Setup-Sweeper genutzt, die eine herausragende offensive Synergie haben. In diesem Fall bedeutet das, dass die Konter des einen Pokémon als Setup-Gelegenheit für das nächste genutzt werden können. Ein Beispiel: Der wichtigste Counter für Schwerttanz-Caesurio ist Keldeo. Gute Teampartner wären jetzt also Pokémon, die Keldeo für ihr Setup ausnutzen können, wie Azumarill mit Bauchtrommel und Dragoran oder Garados mit Drachentanz. Ein anderes Konzept, auf das viele HO-Team setzen, ist Redundanz bzw. Typespam. Durch viele starke Nutzer von starken Attacken des gleichen Typs, beispielsweise Flug oder Unlicht, werden die Konter des Gegners überfordert, sodass letztendlich ein Teammitglied sweepen kann.

Hazards möglichst früh auszulegen ist sehr wichtig für HO-Teams, da diese den Gegner, der ja konstant in der defensiven Position sein soll, weiter unter Druck setzen. Um diese möglichst sicher auf das Feld zu bekommen, wird häufig ein so genannter Suicide Lead verwendet, mit dem man den Kampf dann nahezu immer beginnt. Dieser hat die Aufgabe, eigene Hazards zu legen, gegnerische zu verhindern und dann auch noch über Explosion oder die Kehrtwende das offensive Momentum zu sichern. Gute Beispiele dafür sind Tobutz, Panzaeron und Terrakium.

Was unter all dem leidet, ist natürlich die Verteidigung, die bei einem HO-Team nahezu irrelevant ist. Es ist nicht das Ziel, eine defensive Antwort auf jede Bedrohung des Gegners zu haben und so werden Pokémon eher systematisch geopfert, um das offensive Momentum aufrechtzuerhalten, anstatt durch Heilung zu versuchen, möglichst lange im Kampf zu bleiben.

Das Grundgerüst

Beispielteam von xtra$hine (Stand: September 2016)

Moveset: Tobutz

Moveset: Mega-Pinsir

Moveset: Stalobor

Moveset: Fiaro

Moveset: Manaphy

Moveset: Dragoran

Diese Variante ist die neue Größe im ORAS-OU-Metagame. Nachdem Birdspam lange Zeit relativ selten war, kam der Archetyp mit diesem Team wieder zurück zum Leben. Der feste Lead dieses Teams ist Tobutz, wie oben beschrieben ein Suicide-Lead, der die Aufgabe hat, sicher Tarnsteine zu legen. Der Rest des Teams ist nun auf maximalen Druck ausgelegt. Das Zentrum bildet dabei der Birdspam-Core aus Wahlband-Fiaro und Mega-Pinsir, die zusammen ihre gemeinsamen Konter, allen voran Rotom-W, sehr effektiv schwächen können. Eine weitere wichtige Rolle im Team spielt das Wahlschal-Stalobor. Mit Dragoran, Fiaro und Mega-Pinsir ist Hazard-Kontrolle absolut lebensnotwendig. Zusätzlich kann Stalobor aber auch effektiv etwas gegen schnelle Elektro-Typen wie Mega-Voltenso ausrichten, die dem Team ansonsten Probleme bereiten und ist für ein HO-Team akzeptabler Switchin in den Draco Meteor von Latios. Ansonsten sieht man auch den klaren Fokus auf Setup-Sweeper - so kann das Team konstant Druck machen und Wechsel zum Risiko für den Gegner werden lassen.

Azelf @ Focus Sash
Ability: Levitate
EVs: 128 HP / 128 Def / 252 Spe
Jolly Nature
- Stealth Rock
- Taunt
- Skill Swap
- Explosion

Pinsir @ Pinsirite
Ability: Hyper Cutter
Happiness: 0
EVs: 252 Atk / 6 Def / 252 Spe
Adamant Nature
- Swords Dance
- Frustration
- Close Combat
- Quick Attack

Excadrill @ Choice Scarf
Ability: Mold Breaker
EVs: 252 Atk / 6 Def / 252 Spe
Adamant Nature
- Earthquake
- Iron Head
- Rock Slide
- Rapid Spin

Talonflame @ Choice Band
Ability: Gale Wings
EVs: 252 Atk / 4 SpD / 252 Spe
Adamant Nature
- Brave Bird
- Flare Blitz
- Steel Wing
- U-turn

Manaphy @ Leftovers
Ability: Hydration
EVs: 6 Def / 252 SpA / 252 Spe
Modest Nature
IVs: 0 Atk
- Tail Glow
- Surf
- Ice Beam
- Energy Ball

Dragonite (F) @ Weakness Policy
Ability: Multiscale
EVs: 252 Atk / 4 SpD / 252 Spe
Adamant Nature
- Dragon Dance
- Dragon Claw
- Earthquake
- Extreme Speed

Bulky Offense

Diese Teams sind zwar immer noch - wie der Name sagt - auf die Offensive ausgerichtet, spielen sich aber doch grundlegend anders als HO-Teams. Der wesentliche Unterschied ist, dass hier nicht mehr Pokémon geopfert werden, um offensiven Druck aufrechtzuerhalten, sondern, dass man stattdessen Pokémon spielt, die auch gut in Attacken eingewechselt werden können, ohne gleich besiegt zu werden. Ein gutes Beispiel dafür ist Wahlglas-Keldeo: Es ist offensiv sehr stark und auch relativ schnell, kann aber gleichzeitig auch, wenn es resistent gegen eine Attacke ist, gut in diese eingewechselt werden. So hat Keldeo nicht nur offensive Aufgaben, sondern dient gleichzeitig auch als Unlicht-Konter und kann Pokémon wie Mega-Scherox oder Heatran als Switchin-Gelegenheit nutzen und auch mal eine neutral treffende Attacke einstecken. Somit sollte man nicht nur, wie bei HO-Teams, auf die offensive, sondern auch auf die defensive Synergie achten. Wenn man ein BO-Team bauen möchte, ist es am einfachsten, sich einen bestimmten Sweep als Ziel zu setzen und von diesem Startpunkt aus nach guten offensiven und defensiven Teampartnern zu suchen.

Das Grundgerüst

  • 1-2 Sweeper
  • 1-2 Wallbreaker
  • 1 Stallbreaker, wenn das Team ansonsten Probleme mit Stall bekommt
  • 1 Hazardleger (kein Suicide-Lead, am häufigsten werden Pokémon wie ein defensives Demeteros oder Knakrack verwendet)
  • 0-1 Hazardentferner (häufiger als in HO-Teams, aber nicht zwingend notwendig)

Beispielteam von HectorHardMode (Stand: September 2016)

Moveset: Despotar

Moveset: Mega-Glurak-Y

Moveset: Stalobor

Moveset: Latios

Moveset: Keldeo

Moveset: Demeteros-T

Das Team ist um den altbewährten Core aus Mega-Glurak-Y und Wahlband-Despotar gebaut. Dabei ist letzteres ein hervorragendes Support-Pokémon für Glurak, da es ein gutes Matchup gegen alle wichtigen Switchins gegen dieses hat: Latias und Latios können mittels der Verfolgung getrappt werden und auch Stallbreaker-Fiaro und Heatran zwingt Despotar zum Wechsel. Als nächstes wird nun Sandscharrer-Stalobor hinzugefügt, welches den Sand, für den Despotar sorgt, hervorragend ausnutzen kann. Das Schwerttanz-Set, das in diesem Team dabei gespielt wird, kann Wechsel des Gegners, der nicht mit dem Schwerttanz rechnen wird, sehr hart bestrafen. Zur Hazard Control, die in jedem Team mit Glurak absolut zwingend vorhanden sein muss, wird hier Latios genutzt, welches auch ein weiterer spezieller Wallbreaker ist und zusammen mit Mega-Glurak-Y schnell gegnerische Heatran überlasten kann. Wahlschal-Keldeo sorgt schließlich für zuverlässige Speedcontrol und stellt eine ordentliche Lösung gegen gegnerische Unlicht-Typen dar, für die das Team bisher noch keine Resistenz hat. Keldeo wird dabei genau wie Mega-Glurak-Y auch sehr von Despotars Verfolgung unterstützt. Da dem Team bisher noch ein Tarnsteine-Leger fehlt, wird für den letzten Slot Demeteros-T gewählt, welches auch eine solide Antwort gegen viele, noch problematische physische Angreifer wie gegnerische Stalobor bietet.

Tyranitar (F) @ Choice Band
Ability: Sand Stream
EVs: 248 HP / 252 Atk / 8 Spe
Adamant Nature
- Stone Edge
- Crunch
- Pursuit
- Superpower

Excadrill @ Life Orb / Air Balloon
Ability: Sand Rush
EVs: 252 Atk / 4 SpD / 252 Spe
Jolly Nature
- Earthquake
- Iron Head
- Rock Slide
- Swords Dance

Charizard-Mega-Y (M) @ Charizardite Y
Ability: Drought
EVs: 252 SpA / 4 SpD / 252 Spe
Timid Nature
IVs: 0 Atk
- Fire Blast
- Solar Beam
- Focus Blast
- Roost

Latios @ Life Orb
Ability: Levitate
EVs: 4 Def / 252 SpA / 252 Spe
Timid Nature
IVs: 0 Atk
- Draco Meteor
- Psychic / Thunderbolt
- Defog
- Roost

Landorus-Therian @ Rocky Helmet
Ability: Intimidate
EVs: 248 HP / 164 Def / 8 SpD / 88 Spe
Impish Nature
- Earthquake
- Stone Edge / Hidden Power [Ice]
- U-turn
- Stealth Rock

Keldeo-Resolute @ Choice Scarf
Ability: Justified
EVs: 252 SpA / 4 SpD / 252 Spe
Timid Nature
IVs: 1 Atk / 30 SpA
- Hydro Pump
- Scald
- Secret Sword
- Hidden Power [Electric]

Balance

Balance ist der erste eher defensive Spielstil - hier steht nicht mehr offensiver Druck, sondern eher defensive Synergie und das geschickte Einsetzen von Pivots im Zentrum. Als Pivot bezeichnet man dabei ein Pokémon, welches zum sicheren Wechseln in andere Pokémon benutzt werden sollte und so mithilft, das Momentum aufrechtzuerhalten. Ein Balance-Team hat, wie der Name auch hier schon sagt, aber nicht nur defensive Elemente, sondern baut auch auf meist zwei wirklich offensiven Pokémon, oft Wallbreakern, auf, die mit den Pivots sicher ins Spiel gebracht werden können.

Wenn man nun ein Balance-Team baut, sollte man als erstes mit dem Wallbreaker beginnen. Nun sucht man die Konter dieses Wallbreakers und versucht, einen Pivot zu finden, der gegen diese Pokémon gut dasteht. Als nächstes an der Reihe ist meist wieder ein offensives Pokémon, welches durch Voltwechsel, Kehrtwende oder geschickte Doubleswitches gegen die Pokémon ins Spiel gebracht werden kann, die den Pivot bedrohen. Ein Beispiel? Sagen wir, der gewählte Pivot war Hutsassa. Was man nun vom Gegner erwarten kann, ist, dass er ein Pokémon ins Spiel bringt, gegen das Hutsassa nichts ausrichten kann, beispielsweise Heatran. Der nächste Breaker könnte nun ein Pokémon sein, das gegen Heatran hilfreich ist und so von Hutsassa aus über einen Doubleswitch häufig ins Spiel gebracht werden kann. In diesem Beispiel wäre dafür Keldeo eine gute Wahl.

Das Grundprinzip eines Balance-Teams ist es also, über die Pivots möglichst gute Switchin-Möglichkeiten für die Breaker zu finden, damit diese dann echten Schaden anrichten können. Bei diesem ganzen Hin- und Herwechseln ist natürlich Hazardkontrolle von essentieller Bedeutung - einen Defogger oder Spinner findet man eigentlich in jedem Balance-Team.

Das Grundgerüst

Beispielteam von MrJamvad (Stand: September 2016)

Moveset: Magneton

Moveset: Tangoloss

Moveset: Mega-Pinsir

Moveset: Heatran

Moveset: Gastrodon

Moveset: Latios

Dieses Team hat einen etwas anderen Bauprozess als oben geschildert, ist aber trotzdem eines der aktuell besten Balance-Teams. Den Startpunkt bildet hier die Kombination aus Mega-Pinsir und Magneton, wobei Magneton als Trapper von Tentantel und vor allem Panzaeron ausgezeichneten Support für Pinsir liefern. Die Pivots bzw. Walls in diesem Team sind nun Beulenhelm-Tangoloss auf der physischen Seite, Gastrodon als Soft-Konter gegen eine Vielzahl von Gegnern und Utility-Heatran als Steinchenleger. All diese Pokémon sind bis zu einem Grad Pivots, die sehr viele Pokémon problemlos wallen und so Wechsel in Pinsir und das letzte offensive Pokémon, Latios, welches dem Team zusätzlich auch Hazard-Kontrolle gibt, möglich machen. Einen hochklassigen Beispielkampf, in dem du die Funktionsweise des Teams sehen kannst, findest du hier:

Magneton @ Choice Scarf
Trait: Magnet Pull
EVs: 4 Def / 252 SAtk / 252 Spd
IVs: 30 Atk / 30 SAtk / 30 Spd
Timid Nature (+Spd, -Atk)
- Hidden Power [Fire]
- Flash Cannon
- Volt Switch
- Thunderbolt

Tangrowth (M) @ Rocky Helmet
Trait: Regenerator
EVs: 252 HP / 252 Def / 4 SDef
IVs: 30 Atk / 30 SAtk / 30 Spd
Relaxed Nature (+Def, -Spd)
- Sleep Powder
- Knock Off
- Hidden Power [Fire]
- Giga Drain

Pinsir (M) @ Pinsirite
Trait: Hyper Cutter
EVs: 252 Atk / 4 Def / 252 Spd
Jolly Nature (+Spd, -SAtk)
- Swords Dance
- Quick Attack
- Frustration
- Close Combat

Heatran (F) @ Leftovers
Trait: Flash Fire
EVs: 252 HP / 16 SDef / 240 Spd
Timid Nature (+Spd, -Atk)
- Stealth Rock
- Toxic
- Taunt
- Lava Plume

Gastrodon-East (F) @ Leftovers
Trait: Storm Drain
EVs: 248 HP / 112 Def / 148 SDef
Sassy Nature (+SDef, -Spd)
- Curse
- Recover
- Waterfall
- Earthquake

Latios (M) @ Life Orb
Trait: Levitate
EVs: 252 SAtk / 4 SDef / 252 Spd
Timid Nature (+Spd, -Atk)
- Roost
- Draco Meteor
- Surf
- Defog

Stall

Stall ist der mit Abstand defensivste und, zumindest vom jeweiligen Gegner, auch meistgehasste Spielstil. Ziel ist es nicht, offensiv Druck zu machen, sondern stattdessen den Gegner mithilfe von Passivschaden durch Statusveränderungen, Hazards und starke Walls langsam ausbluten zu lassen. Wenn man ein Stallteam baut, sollte man als erstes mit einem defensiven Core starten, der einen Großteil des Metagames wallen kann. Wenn man die restlichen Slots auffüllt, sollte man sein Team vor allem darauf ausrichten, auch Antworten für die wichtigsten Stallbreaker im gegnerischen Team zu haben, aber auch die häufigsten offensiven Pokémon nicht zu vergessen. Um gegen andere defensive Teams bestehen zu können, spielen aber auch Stallteams meist eine klare Win Concition in Form eines Stallbreakers, oft zum Beispiel einen defensiven Setup-Sweeper, wie Gedankengut-Pixi, Protzer-Fiaro oder Fluch-Morlord.

Wichtig ist es in Stall-Teams auch, die absolute Kontrolle über das Hazard-Game zu haben. Zu diesem Zweck spielt man neben einem Defogger wie Zapdos, Panzaeron oder Togekiss eigentlich auch immer Mega-Zobiris, welches den Gegner über den Magiespiegel vom Hazardlegen abhält und versucht, dieses so früh wie möglich, gegebenenfalls über Mogelhieb, in die Megaform zu bringen. Hilfreich kann für Stallteams auch Trapping sein, um Pokémon, die sonst zu einem Problem werden würden, schnell und effizient besiegen zu können.

Das Grundgerüst

Beispielteam von ABR (Stand: September 2016)

Moveset: Mega-Zobiris

Moveset: Chaneira

Moveset: Panzaeron

Moveset: Morlord

Moveset: Hutsassa

Moveset: Snibunna

Mega-Zobiris bildet wie in den meisten Stall-Teams das Zentrum und sorgt für Hazard-Kontrolle. Als nächstes folgt der altbekannte Core aus Panzaeron und Chaneira - zwei fast unbezwingbare Walls auf der physischen bzw. speziellen Seite. Panzaeron verbessert dabei noch als Defogger weiter die Hazard-Kontrolle. Hutsassa und Morlord schließen letztendlich noch offene Lücken, wie zum Beispiel Mega-Schlapor mit Steigerungshieb, Pixi mit Gedankengut und DualDance-Demeteros, zusätzlich fungiert Morlord mit Fluch auch als WinCon. Das letzte Teammitglied, Wahlband-Snibunna, mag merkwürdig erscheinen, unterstützt das Team aber sehr gut, da es Psycho-Typen wie Jirachi, Mew oder Zytomega trappt. Zusätzlich gibt Snibunna dem Team aber auch etwas Speedcontrol und kann eingreifen, wenn Pokémon wie Voltolos oder Serpiroyal außer Kontrolle geraten.

Sableye @ Sablenite
Ability: Prankster
EVs: 248 HP / 80 Def / 180 SpD
Impish Nature
- Knock Off
- Will-O-Wisp
- Toxic
- Recover

Chansey @ Eviolite
Ability: Natural Cure
EVs: 248 HP / 252 Def / 8 SpD
Bold Nature
IVs: 0 Atk
- Stealth Rock
- Seismic Toss
- Soft-Boiled
- Heal Bell

Skarmory @ Shed Shell
Ability: Sturdy
EVs: 248 HP / 252 Def / 8 SpD
Bold Nature
IVs: 0 Atk
- Counter
- Whirlwind
- Defog
- Roost
Quagsire (M) @ Leftovers
Ability: Unaware
EVs: 248 HP / 184 Def / 76 SpD
Relaxed Nature
- Curse
- Earthquake
- Scald
- Recover
Amoonguss @ Black Sludge
Ability: Regenerator
EVs: 248 HP / 240 Def / 20 Spe
Bold Nature
IVs: 0 Atk / 30 SpA / 30 Spe
- Spore
- Giga Drain
- Clear Smog
- Hidden Power [Fire]
Weavile @ Choice Band
Ability: Pressure
EVs: 252 Atk / 4 SpD / 252 Spe
Jolly Nature
- Icicle Crash
- Knock Off
- Ice Shard
- Pursuit

VoltTurn-Offense

VoltTurn-Teams sind eine spezielle Form von Bulky Offense, die auf vielen Nutzern der beiden Attacken Kehrtwende und Voltwechsel aufbaut, um so das offensive Momentum aufrechtzuerhalten und auch gefährliche Wallbreaker sicher ins Spiel zu bringen. Zusätzlich wird über den Schaden, den Voltwechsel und Kehrtwende über die Zeit anrichten, das gegnerische Team sukzessive geschwächt. Dabe sollte man eine gute Balance aus schnelleren und stärkeren VoltTurn-Usern finden. So können die schnellen Pokémon, wie Mega-Voltenso, gut gegen fragile, offensive Pokémon eingesetzt werden, während die langsamen, aber stärkeren VoltTurn-Nutzer ein gutes Matchup gegen defensivere Pokémon haben.

Probleme bekommen VolTurn-Cores oft mit Boden-Pokémon, da diese immun gegen den Voltwechsel und resistent gegen die Kehrtwende sind, die über den Beulenhelm auch noch zusätzlich effektiv bestraft werden kann, Lures gegen Boden-Pokémon können dem Team also sehr helfen. Auch ist in jedem VoltTurn-Team aufgrund der vielen Wechsel Hazardkontrolle absolut Pflicht.

Das Grundgerüst

  • Mindestens 3 VoltTurn-User mit guter Balance zwischen schnellen und langsameren Pokémon
  • 2-3 Wallbreaker oder Sweeper
  • 1 Hazardleger
  • 1 Hazardentferner

Beispielteam von Thunderblunder777 (Stand: September 2016)

Moveset: Rotom-W

Moveset: Keldeo-Resolute

Moveset: Jirachi

Moveset: Latios

Moveset: Mega-Meditalis

Moveset: Demeteros-T

Dieses Team legt den Fokus vor allem darauf, über VoltTurn die gefährlichen Wallbreaker Latios, Wahlglas-Keldeo und vor allem Mega-Meditalis, die alle sehr wenige echte Konter haben, ins Spiel zu bringen. Die drei VoltTurn-Nutzer sind dabei in diesem Team Demeteros-T, Rotom-W und Jirachi. Demeteros ist hier eine Wahlschal-Variante, die so für eine schnelle Kehrtwende sorgt, fragile offensive Pokémon sehr gut bedroht und die den Gegner häufig zu Wechseln zwingt, aus denen man dann über VoltTurn Kapital schlagen kann. Rotom-W und Jirachi hingegen sind eher langsam und können so auch für sichere Switchins für die drei Wallbreaker sorgen. Jirachi ist dabei eine speziell-defensive Variante und ist so ein absolut bombensicherer Switchin gegen Latias, gibt dem Team zusätzlich Tarnsteine und kann den Rest des Teams über Kehrtwende und Heilopfer unterstützen.

Rotom-Wash (Rotom-W) @ Leftovers
Trait: Levitate
EVs: 248 HP / 252 Def / 8 SDef
IVs: 0 Atk
Bold Nature (+Def, -Atk)
- Volt Switch
- Hydro Pump
- Will-O-Wisp
- Thunder Wave

Keldeo-Resolute (Keldeo-R) @ Choice Specs
Trait: Justified
EVs: 4 Def / 252 SAtk / 252 Spd
IVs: 0 Atk
Timid Nature (+Spd, -Atk)
- Scald
- Hydro Pump
- Secret Sword
- Icy Wind

Jirachi @ Leftovers
Trait: Serene Grace
EVs: 240 HP / 236 SDef / 32 Spd
Careful Nature (+SDef, -SAtk)
- Stealth Rock
- Iron Head
- U-turn
- Healing Wish

Latios (M) @ Life Orb
Trait: Levitate
EVs: 32 HP / 224 SAtk / 252 Spd
IVs: 30 Atk / 30 SAtk / 30 Spd
Timid Nature (+Spd, -Atk)
- Draco Meteor
- Hidden Power [Fire]
- Defog
- Recover

Medicham-Mega (Medicham) (M) @ Medichamite
Trait: Pure Power
EVs: 252 Atk / 4 Def / 252 Spd
Adamant Nature (+Atk, -SAtk)
- Fake Out
- High Jump Kick
- Thunder Punch
- Ice Punch

Landorus-Therian (Landorus-T) (M) @ Choice Scarf
Trait: Intimidate
EVs: 72 HP / 240 Atk / 196 Spd
Jolly Nature (+Spd, -SAtk)
- Earthquake
- Stone Edge
- Knock Off
- U-turn

BatonPass-Teams

Schon immer gab es Teams, die auf der Attacke Staffette aufbauten. Während es früher dabei oft lange BP-Ketten gab, um ein "unbesiegbares" Pokémon zu erschaffen, wurde in den letzten Jahren die Nutzung von BP-Teams über verschiedene Bans stark eingeschränkt: Heute darf nur ein Staffette-Nutzer pro Team gespielt werden und dieser darf keine Initiative-Boosts in Kombination mit anderen Werterhöhungen weitergeben.

Trotzdem sieht man auch heute noch ab und zu BP-Teams. Kern dieser Teams ist immer Cerapendra, welches dank seiner Fähigkeit Temposchub Speedboosts gut weitergeben kann. Dieses wird dann meist mit Pokémon kombiniert, denen man, wenn sie eine erhöhte Initiative haben, eher ungerne gegenübersteht, beispielsweise Mega-Skaraborn. Der Rest ist meist wie in normalen offensiven Teams aufgebaut.

Wetter in ORAS

Während noch in der 5. Generation Wetterteams absolut vorherrschen waren, wurden diese mit dem Erscheinen der 6. Generation erheblich geschwächt. Grund dafür war ein Änderung der Spielmechanik: Wetter, das durch die Fähigkeiten Sandsturm, Dürre oder Niesel hervorgerufen wird, hält nicht mehr unendlich lange, sondern nur noch fünf Runden (bzw. acht mit Glattbrocken, Heißbrocken oder Nassbrocken). All-Out-Wetterteams sieht man daher nur noch sehr selten.

Eine Ausnahme dazu bildet der Sandsturm-Core aus Despotar oder Hippoterus in Kombination mit Stalobor. Diesen sieht man häufig über alle Teamarten hinweg, meist mit Despotar statt Hippoterus. Diese beiden sind dabei in jedem Fall spielbare Pokémon. Despotar ist ein ausgezeichneter Trapper für Psycho-Typen, egal ob mit Wahlschal oder Wahlband, und Hippoterus ist eine sehr gute Mixed Wall und dient vor allem als perfekter Konter gegen Elektro-Typen. In den fünf Runden, für die diese beiden den Standsturm heraufbeschwören, wird nun Stalobor zu einem echten Biest: Mit einer Initiative von 550 ist es dank seiner Fähigkeit Sandscharrer schneller als das gesamte Metagame und richtet mit einem Basis-Angriff von 135, einem harten Wesen und dem Leben-Orb sehr großen Schaden an. Den Core findet man in vielen Teams, da er sehr leicht einzubauen ist und beide Mitglieder des Cores auch unabhängig voneinander sehr gute Pokémon sind.

Screenshot aus Pokémon ORAS
Screenshot aus Pokémon ORAS

Die einzigen "echten" Wetter-Teams, die man noch häufiger sieht, sind Regen-Teams. Kern dieser Teams ist dabei immer Quaxo mit seiner Fähigkeit Niesel, das in der Folge meist mit ein bis zwei Wassertempo-Nutzern ergänzt wird, die wichtigsten sind wohl Seedraking, Kabutops und Mega-Sumpex. Der Rest des Teams wird nach einer relativ klaren Formel zusammengesetzt. Als erstes wird eigentlich immer ein guter Stahl-Typ ins Team eingebaut, Beispiele wären Mega-Scherox oder Tentantel. Stahl-Pokémon dienen als gute Antwort gegen Drachen, die eine Resistenz gegen Wasser-Attacken besitzen und zusätzlich im Regen ohne Feuerschwäche nur schwer zu besiegen sind. Nächstes Teammitglied ist nun entweder ein Drachen- oder Elektro-Typ, um der bisher extremen Elektroschwäche entgegenzuwirken. Für die letzten Slots hat man nun viel Auswahl und muss sehen, was dem Team noch fehlt. Man braucht auf jeden Fall einen Hazard-Setter, auch Suicide-Leads können gut spielbar sein. Andere Alternativen sind ein weiterer Wasser-Typ oder ein Pivot wie Boreos.

Das Grundgerüst

Fazit und weiteres Vorgehen

Du hast jetzt die verschiedenen Arten von Teams kennengelernt und wie man beim Bauen jeweils grundsätzlich vorgehen sollte. Nun solltest du aber auf jeden Fall erste praktische Erfahrungen sammeln, falls du das nicht bereits getan hast. Setze das, was du gelernt hast, im Simulator oder auf den Editionen um und verbessere deine Fähigkeiten. Nicht vergessen: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Sowohl die einzelnen Teams, als auch der Spieler selbst benötigten Zeit, Übung und dazugehörend natürlich auch zahlreiche Niederlagen, um Fehler und Probleme zu erkennen und nach und nach zu beheben. Man sollte also keinesfalls schon nach kurzer Zeit die Geduld verlieren, auch wenn die Teams noch nicht so funktionieren, wie man sich das vorstellt.

An diesem Inhalt haben bmac, Jonkins99 und Gockel mitgearbeitet.


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