Buch: Der schwarze Steg

Bewertung: 2 Das Buch ohne Handlung
Rezension verfasst von Rumo am 10.04.2011:
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Nein, ganz so schlimm ist es eigentlich nicht - grundsätzlich hat das Buch durchaus eine Handlung, die sogar überaus spannend und vielversprechend beginnt: Mit einem Mord nämlich, oder genauer gesagt mit dessen Ergebnis: Einer Leiche...
Diese Leiche findet ein Angler in einer Art Wohnwagenschlitten auf einem zugefrorenen See. Kurz darauf nimmt die Polizei die Ermittlung die Ermittlungen auf - und verschwindet wenig später aus der Geschichte. Nicht vollständig, aber doch zu großen Teilen - was schade ist, da die Polizeiarbeit eigentlich sehr anschaulich und spannend beschrieben wird, wenn sie denn vorkommt, was sie aber eben leider nur sehr selten tut.
Stattdessen folgen mehrere einander immer wieder abwechselnde sehr (!) ausführliche Charakterbeschreibungen, in deren Verlauf man nebenbei dann auch erfährt wie es zu dem Mord kam - das aber ganz ohne jede falsche Fährte oder überraschende Wendung, sodass wirkliche Spannung irgendwie nicht aufkommen will - höchstens in Bezug darauf, wann und vor allem wie denn endlich die Ermittler all das herausfinden, was man als Leser nun schon weiß. Nur leider tun sie das, so viel sei schon mal verraten, bis zum Ende nicht mal ansatzweise...
Die Charakterbeschreibungen an sich sind durchaus gelungen und - wie bereits gesagt - sehr ausführlich: Im Grund erfährt man deren gesamte - grundsätzlich durchaus interessante und originelle - Lebensgeschichte. Nur leider haben zumindest zwei dieser Charaktere eigentlich so gut wie nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun - so dass deren Charakterisierung am Ende recht zusammenhanglos in der Luft hängt.
Nun muss man an dieser Stelle fairerweise noch anmerken, dass es sich bei diesem Roman um einen Teil einer ganzen Reihe handelt und die beiden besagten Charaktere vermutlich erst im Gesamtzusammenhang dieser Reihe ihre Bedeutung bekommen.

Nichtsdestotrotz: Mir persönlich hat dieses Buch nicht gerade gefallen, durch einige Teile habe ich mich eher durchquälen müssen und die "Auflösung" der Geschichte am Ende ist zumindest für meinen Geschmack eher unbefriedigend.
Vielleicht bin ich einfach mit den falschen Erwartungen an das Buch herangegangen (nämlich, dass es sich hierbei um einen Krimi/Thriller handelt), wahrscheinlich gefällt anderen Lesern gerade diese Geschichtenform mit den ausführlichen Charakterstudien durch die die eigentliche Handlung sehr an den Rand gedrängt wird - mir allerdings tut es das nicht!

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