Buch: Manga: Fairy Tail

Bewertung: 3 Solide... aber zu viele Schwächen im Feinkomplott
Rezension verfasst von N-Friend am 11.07.2012:
#   

Der Manga Fairy Tail dürfte für einige sicherlich ein Begriff sein. Von Hiro Mashima geschrieben handelt es sich um einen Shonen Manga, speziell für Jugendliche geeignet und mit den Attributen Action und Abenteuer versehen. In diesem Manga geht es um Magier, genauer um die Magiergilde Fairy Tail (="Feenschweif"). Bei den Mitgliedern dieser Gilde handelt es sich um "sympathische Outlaws, die mit ihren Zauberkünsten gegen das Böse in der Welt zu Felde ziehen" (Zitat Buchrücken). Auf amüsante Art und Weise schießen sie dabei auch gerne über das Ziel hinaus.
Fairy Tail erscheint seit 2006 wöchentlich Shonen Jump. Bisher sind in Japan fast 300 Kapitel erschienen, in Deutschland etwa 170 Kapitel in 20 Mangabänden.


Der Plot von Fairy Tail ist wie für einen Shonen manga üblich, recht einfach strukturiert. Der Held, hier Natsu, ist seit Jahren in der Gilde, nimmt Aufträge an und hat das Ziel, seinen plötzlich verschwundenen Ziehvater, den Drachen Igniel, zu finden. Das Ziel der Protagonistin ist bereits ohne viel zu verraten in Erfüllung gegangen. Lucy hatte schon immer den Traum, in einer großen Magiergilde aufgenommen zu werden. Dieser Traum wird am Anfang des Buches erfüllt, nun freut sie sich auf Abenteuer mit ihren Freunden.
Durchaus positiv sind die unterschiedlichen Problemstellungen, die in verschiedenen Arcs zum Tragen kommen. Die Helden reisen durch die verschiedensten Orte, kämpfen gegen boshafte Gilden oder die "Magierregierung", die der Gilde nicht sehr positiv gegenübersteht, treffen auf Silhouetten der Vergangenheit usw. usf.
Jeder Arc bekommt seinen eigenen Charme, vor allem in der Einführung ist die Freude groß - nicht zuletzt durch die klug ausgedachten Konditionen, die die Helden am Anfang eines Problems auffinden.

Ein erstes Problem ergibt sich allerdings schon im Verlaufe eines Arcs. So schön die Bedingungen auch gestellt sind, es läuft häufig nach dem selben Schema ab. Man hat 5-7 Bösewichte, die am Anfang gezeigt werden und innerhalb dieses Arcs treffen sie auf die Protagonisten, zumeist in 1 vs 1, aber auch gerne in 2 vs 2 Kämpfen. Dabei werden die Gegner als scheinbar unbesiegbar dargestellt, immer mit dem Willen, Fairy Tail auszulöschen. Diese Unbesiegbarkeit wird am Ende des Arcs allerdings extrem lächerlich, wenn selbst die scheinabr schwächsten Charaktere allein durch psychologische Überlegenheit jeden Feind besiegen. In diesem Manga gibt es also klare Gut-Böse Rollen und Positionen - was auf Dauer zu eintönig wird. Leider haben die Bösewichte dabei so gut wie gar keine individuelle Charakteristik, weder in ihren Motiven, noch in ihren Zielen unterscheiden sie sich grundlegend. Als Leser hat man nicht die Möglichkeit, die Antagonisten zu sympathisieren, der Autor gibt dort kein Spielraum. Für mich ist das Interessanteste an einer Geschichte die Beweggründe der Bösewichte. Je mehr Charakter sie haben, desto eher kann man ihnen nachempfinden, desto eher kann man bei einem Kampf um den Antagonisten bangen bzw. sich freuen, wenn er besiegt wird. Ein austauschbarer Fiesling weckt keine solchen Gefühle in mir, er ist mir grundlegend egal. In dieser hinsicht muss der Autor von Fairy Tail also noch viel lernen - ein bekanntes Beispiel wie man es richtig macht ist dabei One Piece: Dort nehmen die Protagonisten im eigentlichen Sinne die Rolle von Freibeutern ein, ihre Motive machen sie aber zu Charakteren mit Herz. Es gibt dort verschiedene Institutionen, die alle sowohl Mitglieder guter, wie auch schlechter Werte hervorbringen. Die Geschichte ist in sich also dank der Charaktere verwobener und mit mehr Spielraum für Sympathien versehen.

Etwas besser sieht es bei den Protagonisten aus. Man kennt ihren Lebenslauf, man kennt ihre Motive, man spürt in Gesprächen ihre Gefühle - im Vergleich zu den Antagonisten, deren Weltbild so unrealistisch erscheint - glauben sie an Normen und Werte. Letzteres in meinen Augen allerdings auch zu häufig. Das Schema läuft dabei relativ ähnlich ab. Der Protagonist kommt immer wieder mit dem Satz "Wer meinen Freunden etwas antut...." und macht dabei ein grimmiges Gesicht. Diese Einstellung wird im Laufe des Mangas schon allein aus dem Grund nervig, weil es zu vorrausahnend wird. Die Protagonisten scheinen das Freundschaftssymbol also mit Löffeln gefressen zu haben und sind in gewisser Hinsicht ideal in Hinsicht auf Normen und Werte. Dies führt auch dazu, dass die Charaktere sehr häufig weinen, wenn sie ihre Gegner auf die "gute Seite" bekehren, dann auch gerne mal mit den Ex-Antagonisten. Der Manga gleicht also in Teilen einer Flennshow.

Vielfältig dagegen sind allerdings die verschiedenen magischen Fähigkeiten. Die Kämpfe sind durchaus abwechslungsreich und die Kampfkonstellationen gelungen. Störend ist, dass die Kämpfe während eines Arcs häufig gleichzeitig stattfinden und es selten einen tausch zwischen den Kämpfern gibt - ebenso wie die Protagonisten, besonders Natsu und Lucy, so gut wie nie verlieren und aus jeder Situation noch irgendwie herauskommen.

Was ich nicht negativ, aber auch nicht positiv bewerten möchte sind die Beziehungen in diesem Manga. Für gewöhnlich sind verschiedene Beziehungen zwischen protagonisten, Antagonisten, nebencharakteren ja etwas Positives. Bei Fairy Tail bekommt man nach der Zeit allerdings das Gefühl, dass die Welt so klein ist, dass alle irgendwie miteinander verwandt sind. Das fhrt schließlich auch dazu, dass die Story vorrausschaubar wird.

Ein eher negativer Aspekt ist allerdings der überfrequentierte Fanshop. Die Frauen sehen meist ideal aus, haben eine große oberweite, haben zumeist wenig an, gehen gerne in die seltsamsten Positionen und nehmen sehr viel ernst aus der Geschichte. Man kann einen Kampf nicht ernst nehmen, wenn Frauen gegenseitig auf ihren Körper anspielen, das geht einfach nicht...



Fairy Tail ist ein durchaus solider Manga. Der Zeichenstil ist ordentlich, hat sich allerdings auch über die jahre nicht groß geändert. Leider gibt es nur wenige Penals, die einen richtig erfreuen - häufig wird ein cooler Blick oder das Ankündigen eines unglaublichen Szenarios durch klischeehafte Sprüche zerstört. Dennoch fasziniert mich der Manga immer wieder, da es durchaus interessante Charaktere gibt (die, die nicht so häufig auftauchen) und eben jeder Arc sehr stark beginnt und auch wirklich gut endet. Es gilt also, die Feinheiten besonders in den Kämpfen zu verbessern und den Charakteren mehr Würze zu geben - denn das Grundgerüst von Fairy Tail ist, wie gesagt, durchaus solide. Dennoch kann dieser Manga in meinen Augen lange nicht mit seiner prominenten Konkurrenz, Naruto und vor allem One Piece, mithalten.

Du musst dich zuerst bei Pokefans anmelden um einen Bericht zu schreiben.