Buch: Harry Potter und der Halbblutprinz

Bewertung: 5 Düsteres Meisterwerk
Rezension verfasst von The Libertine am 23.12.2010:
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Harry Potter und der Halbblut-Prinz ist der mittlerweile sechste und damit vorletzte Teil der Harry-Potter-Serie. Während der fünfte Teil einige Schwächen hatte, ist dieser Teil der bisherige Höhepunkt - ein rundum gelungenes Werk.

Sprachlich gesehen ist das Buch leicht und flüssig zu lesen, ohne dabei in irgendeiner Weise plump zu wirken. Die Geschichte ist deutlich besser konstruiert als ihre Vorgänger: Es gibt keinen toten Punkte und wirklich jedes Kapitel des Buches treibt die Geschichte weiter voran.

Das erste Kapitel mag bei oberflächlicher Betrachtung nicht unbedingt notwendig erscheinen, birgt aber einiges in sich. Spätestens beim zweiten Kapitel möchte man aber unbedingt wissen, wie es weitergeht. In diesem wird die Frage aufgeworfen, die man sich neben mit der Frage "Wer ist denn der Halbblut-Prinz?" während des ganzen Buches stellt: Auf wessen Seite steht Professor Severus Snape tatsächlich. Ist er nun ein Todesser? Spioniert er für Voldemort? Oder ist Dumbledores Vertrauen gerechtfertigt und er spioniert die Todesser aus?

In diesem Buch wird Snape, eine Figur die Rowling durch alle Bände hindurch gepflegt hat, endgültig zur literarisch gesehen besten Figur. Natürlich hat sich die Autorin auch um ihre anderen Charaktere gekümmert: Harry ist weiter gereift und hat einen guten Humor entwickelt, der sich durchs ganze Buch zieht. Während Hagrid eher unbedeutend scheint, wird vor allem Ginny wichtiger. Im gesamten steht die Beziehung zwischen den Hauptfiguren stärker im Vordergrund, vor allem zwischen Harry, Ron und Hermine.

Während Draco Malfoy dunkle Pläne schmiedet (wobei diesmal Draco mehr als austauschbares Mittel zum Zweck eingesetzt wird und nicht mehr seine Person im Vordergrund steht), wird Dumbledore nach Sirius' Tod zu einer Vaterfigur für Harry. Die Beziehung zwischen Harry und Dumbledore wird sehr bedeutend, denn Dumbledore muss Harry auf den prophezeiten endgültigen und alles entscheidenden Kampf gegen Voldemort vorbereiten, der im letzten Band kommen muss und kommen wird. Wir erfahren endlich ansatzweise, was Dumbledore weiß und kann. Vor allem erfahren wir etliches über Tom Riddle bzw. Lord Voldemort: Was treibt diesen Voldemort und wie konnte Voldemort überleben, nachdem er Harry nicht töten konnte?

Insgesamt ist das Buch äußerst spannend. Die Frage, wer der Halbblut-Prinz ist, vergisst man stellenweise sogar, weil sich teilweise die Ereignisse wirklich überschlagen - vor allem gegen Ende hin. Die Atmosphäre des Werkes wird immer düsterer und trostloser. Wer vorhat das Buch zu lesen, kann sich auf einige schockierende Momente gefasst machen. Wer der Prinz ist, wird erst am Ende des Buches aufgedeckt, was Rowling absolut richtig gemacht hat. Persönlich wäre ich nicht darauf gekommen, wer es ist.

Man merkt (und das ist ausschließlich positiv gemeint), dass es auf das „große Finale" hinausläuft; und persönlich würde ich jetzt nichts lieber tun als den siebenten Band in Händen zu halten und zu erfahren, wie der Kampf Voldemort gegen Potter ausgeht. Vieles deutet darauf hin, dass Harry, diese absolut tragische Figur, einen Heldentod sterben wird - es stellt sich allerdings die Frage, ob Rowling sich auch das zutraut (nachdem sie in den letzen beiden Büchern bereits Hauptfiguren hat sterben lassen). Die Frage wird im letzten Teil beantwortet, von dem an dieser Stelle nicht verraten werden soll ;-)

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