Buch: Die Leopardin

Bewertung: 5 Rezension verfasst von Rumo am 17.03.2013: #   

Wir befinden uns im Jahre 1944 nach Christus. Ganz Frankreich ist von Nazideutschland besetzt... Ganbz Frankreich? Ja, ganz Frankreich - aber eine Gruppe von sechs Frauen möchte das ändern. Oder zumindest möchten sie ihren Teil dazu beitragen, dass die Alliierten das in wenigen Tagen tun können, wenn sie in der Normandie landen werden um Frankreich zu befreien.
Es gibt da nämlich eine Fernmeldezentrale, die die Deutschen unbedingt brauchen um ihre Streitkräfte in Frankreich zu koordinieren. Der erste Versuch der französischen Resistance diese zu zerstören ist allerdings gescheitert. Daher muss die britische Agentin Felicity Clairet (Codename: Die Leoparding) nun ein neues Team zusammenstellen und sich einen neuen Plan zurechtlegen. Die ausgebildeten Agenten allerdings sind zur Zeit natürlich überall in Europa im Einsatz und dass der neue Plan eine reine Frauentruppe notwendig macht, erleichtert die Suche nach neuen Mitstreitern auch nicht gerade. Die Frauen, die sie schließlich finden, sind daher nicht gerade das, was man normalerweise als Agentinnen erwarten würde.
Zu allem Überfluss ist es den Deutschen beim ersten, fehlgeschlagenen Angriffsversuch gelungen einige Mitglieder der Resistance gefangen zu nehmen. Und ein deutscher Gestapooffizier ist nun kurz davor über diese die gesamte französische Resistance auszuheben...

Lässt sich der erste Teil dieses Romans noch recht gemächlich und zum Teil fast etwas zu langsam an, nimmt das ganze etwa ab dem zweiten Drittel mit dem Betreten besetzen Bodens deutlich an Fahrt auf und man erhält einen unglaublich spannenden Thriller. Das besetzte, aber kurz vor der Invarsion durch die Alliierten stehende Frankreich bildet die perfekte Kulisse für einen solchen Spionagethriller. Allen Beteiligten ist klar, dass es jetzt um alles oder nichts geht, die entscheidenden Schlachten unmittelbar bevorstehen. Man kann daher niemandem trauen und jeder ist bereit alles dafür zu tun seine Ziele zu erreichen.
Diese großen Ereignisse allerdings bilden nur den Hintergrund für die eigentliche Geschichte, die sich dann vielmehr auf einen kleinen Ausschnitt dieser Geschehnisse konzentriert. Und das ist auch gut so, denn dadurch kann man sich selbst viel besser in das Geschehen hineinversetzen und mit den Protagonisten mitfiebern. Die beiden Hauptfiguren, die britische Agentin Felicity Clairet und der Gestapooffizier Dieter Franck, sind trotz der offensichtlichen Gut/Böse-Rollenverteilung zwei unglaublich interessante, vielschichtige und vor allem glaubwürdige Charaktere, was die Geschichte lebendig und erlebbar macht.
Wie für Ken Follet üblich sind auch die Gegebenheiten jeder Zeit gut recherchiert (soweit ich das beurteilen kann) und lassen das ganze sehr realistisch wirken. Dabei macht er aber nicht den Fehler, den andere Autoren oft machen (Dan Brown macht das zum Beispiel gerne), nämlich dem Leser ständig irgendwelche Fakten aufzudrängen um zu zeigen, wie toll man recherchiert hat. Vielmehr verwendet er dieses Wissen wirklich nur um die Geschichte zu unterstützen und lässt es ganz nebenbei einfließen, wenn es hilft eine passende Atmosphäre zu erzeugen.

Alles in allem jedenfalls eine absolute Leseempfehlung für alle Fans spannender und zugleich intelligenter "historischer" Thriller.

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