TV-Serie: Star Trek - Das nächste Jahrhundert

Bewertung: 5 To boldly go where no one has gone before
Rezension verfasst von Rumo am 03.01.2011:
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Auch wenn die Anfänge von Star Trek (mit Captain Kirk und Commander Spock) bereits über 40 Jahre zurückliegen und auch das nächste Jahrhundert schon gut 20 Jahre auf dem Buckel hat, ist es doch immer noch eine der Science Fiction-Serien schlechthin und wird - zumindest auf der Kinoleinwand - bis heute fortgesetzt.

Den meiner Meinung nach unangefochten besten Teil des gesamten Star Trek-Universums stellt aber die zweite (oder, wenn man die Zeichentrick-Serie mitzählt, dritte) Serie "Star Trek - Das nächste Jahrhundert" dar. Denn sie hat nicht nur mit Patrick Stewart und Brent Spiner die besten Schauspieler, die interessantesten und abwechslungsreichsten Geschichten, sondern sie setzt auch die eigentliche Star Trek-Idee mit Abstand am besten um:
Diese Idee von einer Zukunft mit einer besseren Menschheit, die aus ihren Fehlern gelernt und endlich zu einem friedlichen und wirklich menschlichen Miteinander gefunden hat, die nun Teil einer zahlreiche Völker verschiedenster Planeten vereinigenden Föderation ist und deren Hauptziel die friedliche Erforschung des Weltraums ist.

Die Enterprise, ein zu Überlichtgeschwindigkeiten fähiges Raumschiff mit über 1000 Mann Besatzung, befindet sich auf einer solchen Forschungsmission um, wie es schon im Vorspann heißt, fremden Welten zu entdecken, neues Leben und neue Zivilisationen zu erforschen und dort hin zu gelangen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.
Kommandiert wird die Enterprise von Captain Jean-Luc Picard (hervorragend gespielt von Patrick Stewart), dem Captain, der die Ideale der Föderation vertritt wie kein anderer Star Trek-Captain. Unterstützt wird er hierbei vor allem von seinem zweiten Offizier Lieutenant Commander Data (ebenso hervorragend gespielt von Brent Spiner), der als Android diese Ideale nicht nur verinnerlicht, sondern als festen Teil seiner Programmierung besitzt.
Die übrige Crew wird dadurch gerade am Anfang ziemlich in den Hintergrund gedrängt und entwickelt sich erst allmählich zu eigenen interessanten Charakteren. Auch die Serie selbst braucht, wie auch die meisten anderen Star Trek-Serien, einige Zeit sich zu entwickeln und ihr volles Potential zu entfalten. So sind gerade in den ersten beiden Staffeln eine ganze Reihe eher langweilige, unlogischer oder zumindest uninteressanter Folgen enthalten. Obwohl auch hier schon einige sehr gute Folgen (wie etwas die sehr philosophische Folge "Wem gehört Data?" oder der ersten Begegnung mit den Borg in "Q Who?"), steigt das Gesamtniveau erst mit der dritten Staffel deutlich, dann aber kontinuierlich an, bis schließlich zu den grandiosen letzten beiden Staffeln, in denen eigentlich nahezu sämtliche Folgen absolut sehenswert sind:
Auch die Die Spezialeffekte werden von Staffel zu Staffel merklich besser, erreichen allerdings natürlich nie das Niveau, das man vielleicht von heutigen SF-Filmen gewohnt ist. Sie sind aber auch nicht der wesentliche Bestandteil der Serie, wie das bei anderen SF-Filmen/Serien der Fall ist, sondern es sind die Inhalte, die Konflikte, die die Crew der Enterprise zu lösen hat, und die immer wieder auch Probleme der heutigen Zeit aufgreifen und in die Welt der Zukunft übertragen.
Insbesondere werden daher auch die erzählten Geschichten im Verlauf der Serie immer besser, werden Episodenübergreifende Handlungsbögen geschaffen (die Bedrohung durch die Borg, ein drohender Bürgerkrieg im Klingonischen Reich, der ständig schwelende Konflikt mit den Romulanern, uvm.) tauchen auch vermehrt wiederkehrende Charaktere auf (der ebenso selbstgefällige wie allmächtige Q, die Barkeeperin Guinan, die Baioranerin Ro Laren, usw), sodass die einzelnen Episoden auch immer stärker miteinander verbunden und dadurch noch interessanter werden.
Und so kann einen das hervorragende Serienfinale "Gestern, heute, morgen", in dem Picard und Q noch einmal zu Hochform auflaufen, auch kaum darüber hinwegtrösten, dass diese geniale Serie nach nur 7 Staffeln und gut 170 Episoden schon zu Ende ist.


Zum Schluss noch eine Auswahl einiger (meiner Meinung nach) besonders sehenswerten Episoden:
Wem gehört Data?, Die Iconia-Sonden, Q Who? (auf Deutsch eigentlich "Zeitsprung mit Q", was aber - einmal wieder - eine vollkommen unsinnige Übersetzung ist), Der Gott der Mintakaner, Noch einmal Q, Die alte Enterprise, Datas Nachkomme, In den Händen der Borg und Angriffsziel Erde, Tödliche Nachfolge, Datas Tag, Wiedervereinigung? (mit einem Gastauftritt von Botschafter Spock), Ich bin Hugh, Das zweite Leben, der Schachzug, und natürlich Gestern, heute, morgen.


Übrigens - zur Zeit bietet es die außergewöhnliche Gelegenheit "Das nächste Jahrhundert" zu einer humanen Zeit im Fernsehen zu sehen (und nicht irgendwann zwischen 2 und 4 Uhr in der Nacht, wohin Star Trek leider inzwischen bei kabel 1 verbannt wurde): Tele 5 sendet zeigt momentan die Folgen im Abendprogramm (und freundlicherweise sogar in der richtigen Reihenfolge)...

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