Videospiel: Alice: Madness returns

Bewertung: 3 Viel Wind um nichts
Rezension verfasst von Metallica am 20.07.2011:
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Alice: Madness returns ist die Fortsetzung des 2000 für den PC erschienenden Spiels "American McGees Alice". Beide Teile lehnen an die bekannte Geschichte "Alice im Wunderland" an, illustrieren diese jedoch in einer horrormäßigen Weise. Alice ist hier nicht das bekannte blonde Mädchen aus dem Disney-Film, sondern eine schwarzhaarige Gothic-Lolita. Das Spiel ist für die Xbox 360, die PS3 und den PC erschienen. Die USK stuft dieses Spiel als 16+ ein, die PEGI wollte keine Jugendfreigabe ausschildern.

Nett ist, dass dem Spiel ein Downloadcode beiliegt, mit dem man sich umsonst den ersten Teil der Reihe runterladen kann.

Zur Story. 10 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils findet sich Alice in psychologischer Behandlung bei dem Akademiker Dr Bumby, um den tragischen Tod ihrer gesamten Familie zu verkraften, die in ihrem eigenen Haus elendig verbrannt ist. Tag(alb)träume plagen Alice immer wieder, durch die sie in's Wunderland flüchtet. Doch das Wunderland ist keine angenehme Zuflucht. Die Welt ist verfremdet und gefährlich. Das Regime der Königin wurde durch eine noch schlimmere Macht ersetzt. Nun versucht Alice das Wunderland wieder in Ordnung zu bringen, um die Ruine ihres Verstandes langsam wieder aufzubauen.

Das Gameplay:

Es ist ein Jump'n'Run-Hack'n'Slay-Mix. Mit verschiedenen Waffen, wie der Vorpal-Klinge - einem blutigen Küchemnesser oder einer Pfeffermühle, die als Schusswaffe verwendet werden kann, rückt Alice den ekelhaften Gegnern zuleibe. Die Kämpfe gehen leicht von der Hand, wirken aber leider etwas eintönig. Wenn man gemerkt hat, wie die Gegner ticken, wird einem nicht mehr viel abgefordert.
Sprung- und Rätselpassagen kommen auch nicht zu knapp, ebenso wie versteckte Boni, u.A Erinnerungen von Alice.
Leider wird hier auch nicht alles richtig gemacht. Viele unsichtbare Wände behindern den Erforschungsdrang der recht schön gestalteten Welten. Ebenso ruckelt es an vielen Stellen. So verhakt man sich z.B. an den kleinsten Hervorhebungen oder muss zwischendurch unangenehme Ladezeiten in Kauf nehmen. Hier wirkt das Spiel nicht fertig.


Die Waffen:

Vorpal-Klinge: Ein blutiges Küchenmesser
Pfeffermühle: Kann als "Maschinengewehr" benutzt werden
Hasenbombe: Eine Zeitbombe, in Form des unter permanentem Zeitdruck stehendem Kaninchen
Regenschirm: Ein Schutzschild, was bei richtigem Timing auch Attacken reflektiert
Steckenpferd: Eine Keule in Form eines Pferdes
Teekanone: Eine Teekanne, die Teebomben verschießt

Die Waffen (außer Hasenbombe und Regenschirm) können mit eingesammelten Zähnen aufgewertet werden, insgesamt jeweils 4x.


Die Grafik:

Auch das hat man schonmal besser gesehen. Die Grafik ist nicht mehr auf dem heutigen Stand, was man schon im Startbildschirm merkt. Man könnte sich zwar noch stundenlang darüber auslassen, aber die Gestaltung der Charaktere und Welten ist dennoch schön anzuschauen. Zwar ist noch viel Luft nach oben - aber annehmbar.


Die Steuerung:

Hier kann man nicht allzu viel sagen. Die Tasten werden annehmbar belegt und es spielt sich leicht von der Hand.


Sonstiges:

Das Spiel besteht aus 5 (wenn man großzügig ist aus 6) Kapiteln, die allesamt eine attraktive Spielzeit bieten. Für ein Hack'n'Slay spielt man erstaunlich lange an Alice. Gelegentlich bietet das Spiel auch 2D-Passagen, die frischen Wind in das Spiel bringen. Leider ist das Ende wirklich enorm stumpf und man fühlt sich ein bisschen im Regen stehen gelassen. Das Spiel verfügt zwar auch über die "Neues Spiel+"-Funktion, mit der man erneut mit den gesammelten Items weiterspielen kann, jedoch fehlt einem der Anreiz dazu, da man groß nicht viel mehr tun kann, als die restlichen versteckten Items zu finden. Beim ersten Durchspielen habe ich bereits 95% der Items gefunden. Für die restlichen 5% brauche ich es nicht nochmal zu spielen.


Fazit:

Pro

- cooler Stil
- einfache Steuerung
- schöne Welten
- verhältnismäßig lange Spielzeit
- kapitelabhängige Minispiele

Contra

- ruckelig
- hakt oft
- unnötige Ladezeiten
- eintönig
- motiviert nicht zum erneuten Durchspielen


Alice ist leider nur Durchschnitt. Fans des ersten Teils werden sich auch damit abfinden müssen, dass sich das Gameplay verändert hat und es nicht mehr so düster ist. EIn bisschen mehr Reifezeit hätte diesem Spiel keinen Abbruch getan. So komme ich leider nicht über mehr als 3 Sterne hinaus.

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