Videospiel: X3 Terran Conflict

Bewertung: 5 Geniale Fortsetung des Weltraumsimulators X3 Reunion von Egosoft!
Rezension verfasst von Shiny Leafia am 31.12.2010:
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Zur Vorgeschichte dieser Spielreihe:
Der Pilot Kyle Brennan landet nach einem Unfall des "Sprungantriebes" der Terraner im X-Universum und muss zuerst mit allen Mitteln um das nackte Überleben in diesem neuen, fremden Universum kämpfen. Doch nach und nach erschließt er es und er lernt verschiedene Völker kennen, mit denen er Handelsbeziehungen in deren Sektoren eingeht und schließlich von diesen anerkannt wird.

Zum Gameplay muss man sagen, dass es sich hier um einen Weltraumsimulator handelt, in dem der Spieler eine wahre Fülle an verschiedenen Schiffen mit unterschiedlichsten Funktionen steuern kann - das wären zum einen Schiffe der M5 Klasse (leichte Aufklärungsraumschiffe) bis hin zu schweren Transportern ("TL"), Zerstörern ("M2") oder Trägern ("M1"). Die Palette der steuerbaren Schiffe wurde mit jedem Spiel erweitert und in X3 Terran Conflict sind sehr viele verschiedene Schiffsklassen zusammen - zuviele um sie im Rahmen eines Reviews alle zu nennen und zu beschreiben. Desweiteren kann jedes Schiff mit unterschiedlichsten Lasern und Raketen bewaffnet werden, somit ergibt sich eine "fast unendliche" Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten für dieses Spiel.
Als Völker sind in diesem Spiel grundsätzlich die Argonen, Boronen, Teladi, Split, Paraniden und Terraner verfügbar. Mit diesen kann der Spieler agieren, jedoch gibt es auch die "Piraten" (welche ich jetzt nicht als Volk ansehe, sondern mehr oder weniger als eine Gruppe gleichgesinnter Krimineller, so ähnlich müsste es auch im umfangreichem Handbuch zitiert sein), die Xenon, mit welchen der ganze Konflikt erst angefangen da, da diese die Terraformer "sind" und sich schon in XBTF gegen ihre Schöpfer stellen um die Erde zu vernichten, jedoch wurden diese mit Hilfe eines "Sprungtor - Tricks" in das X - Universum befördert.
Jedoch sind die schweren Geschütze nicht von Anfang an verfügbar - es muss ein gewisses Ansehen bei den Völkern aufgebaut sein, damit man als "vertrauenswürdig" anerkannt wird und überhaupt solche Schiffe und die stärksten Laser kaufen darf. Natürlich verfügt nicht jedes Volk über alle Waffen und man kann bei einem Volk nur die Schiffe kaufen, die es selbst "besitzt". Auch ist es möglich, eigene Stationen zu erwerben, dafür benötigt man entweder einen eigenen TL oder einen gemieten, der pro Durchquerung eines Sprungtores gerne mit Credits bezahlt werden möchte. Natürlich verfügt jedes Volk über mehrere Schiffswerften und Ausrüstungsdocks, jedoch mit ganz unterschiedlichen Produktpaletten. So kann es passiernen, dass eine Station in der Schiffswerft des Hauptsektors nicht zu erwerben ist, sondern nur in einer anderen Schiffswerft des Volkes. Man muss natürlich wissen, in welchen Sektoren Schiffswerften anzutreffen sind, denn diese sind nicht in jedem Sektor zu finden.
Grundsätzlich lässt das Spiel einem sehr sehr viel Handlungsfreiheit - es ist theoretisch möglich, sich fast jeder Zeit aus der Hauptstory (falls diese in dem Spiel aktiviert ist) auszuklinken und eigenen Geschäften nachzugehen oder sei es nur, um sich für die nächste Mission auszurüsten. Dadurch leidet meistens der Fortschritt der Story nicht, auch wenn es mal eine kleinere Ausnahme geben sollte. Aber diese fast unendlich Handlungsfreiheit geht sogar so weit, dass man sich auch den Piraten "anschließen" kann und auf deren Basis diverse Missionen erledigen kann - wenn man das denn so möchte. Desweiteren ist es möglich, auch Gebiete mit - illegalen - Minen zu verminen, aber dabei sollte man vorsichtig sein, da die eigene Flotte auch von diesen schnell vernichtet werden kann, falls man diese anweist, etwas zu tun.
Zur eigenen Flotte, da verhält es sich so, dass man diverse Befehle zur Verfügung hat, entweder für Kampfschiffe, dass diese das eigene Imperium beschützen sollen, oder man lässt diese mal eben einen Krieg OOS (Out of Sector) führen. Kleinere Transporter (TS) können automatisch für die eigenen Fabriken (und diese reichen nicht nur über Kraftwerke, Nahrungsfabriken) Einkäufe erledigen. So ist es möglich, seine Waffen und Schilde selbst herzustellen, so dass man prinzipiell unabhängig von den ansässigen Völkern im X Universum wird. Man kann das ganze sogar soweit treiben, und Fabrikenkomplexe aufbauen - im Extremfall sogar vollständige Selbstversogerkomplexe, die nur eine gewisse Menge an Ressourcen benötigen, um sich selbst dauerhaft am Laufen zu halten. So wird man auch vollkommen unabhängig von externen Anbietern und kann immer günstiger als die vorhandene Konkurrenz produzieren oder man ist vollkommen unabhänig. Stellt man allerdings "illegale" Fabriken im falschen Territorium auf, so kann es passieren, dass z.B. die Argonen einen ihrer Zerstörer schicken um die Fabrik / den Komplex zu zerstören. Grundsätzlich ist das auch umgekehrt möglich, jedoch wird der Schaden im Ansehen kaum zu reparieren sein.
Ich finde dies alles sehr sehr gelungen umgesetzt - auch wenn sich das jetzt nicht nach viel anhört, so kann man damit schon eine Menge machen. Auch wenn das Universum sehr groß ist, gibt es schon seit dem ersten Teil den "Singularitätszeitverzerrungsantrieb", mit dem man die Zeit bis zu 10x schneller vergehen lassen kann und somit Reisen abkürzt. Allerdings muss diese Erweiterung auf dem Schiff installiert sein, welches man gerade fliegt, die Auswahl ist ja nicht zu klein und es ist sehr gut möglich, dass man mit einer größeren Flotte den Überblick verliert, welches Schiff über welche Ausrüstung verfügt. Desweiteren ist eine modifizierte Version des Sprungantriebes käuflich zu erhalten - damit kann man für den Preis einiger Energiezellen (das hängt grundsätzlich vom Schiffstyp und der Entfernung ab) zu einem Sprungtor springen.

Alles in allem gibt es eine Fülle an Optionen in diesem Spiel, was man machen kann. Wie schon im Bericht angedeutet, sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Wem das Originalspiel zu langweilig wird nach einiger Zeit, der kann sich Usermade Scripts und Mods besorgen um damit das ganze noch einmal aufzupeppen - allerdings sorgt das ganze dafür, dass der Spielstand ***modified*** wird. Das ganze hat prinzipiell keine negativen Auswirkungen auf den Spielstand, aber man sollte ein ***modified*** vermeiden, wenn man "ehrlich" spielen will bzw. sich mit anderen Spielern über die Uplinkfunktion messen möchte - denn ein ***modified*** kann auch bedeuteten, dass man sich mit dem internen Scripteditor einfach mal ein paar Credits gescripted oder das Ansehen angehoben hat um sich etwas schneller oder früher kaufen zu können.

Die Schwierigkeit dieses Spiels würde ich als moderat ansehen, da die Kämpfe teilweise nicht leicht sind, man aber auf der anderen Seite auch immer an bessere Schiffe und Waffen bis zu den Zerstörern kommen kann, dann sind die Kämpfe, die anfangs schwer schienen, sehr einfach zu gewinnen - diverse Kampfsoftware und Navigationssoftware können diesen Prozess unterstützen, allerdings ist das nicht immer von anfang verfügbar und ich habe schon leichtere Einstiege in Spiele gesehen.

Zusammenfassend kann ich hier sagen, dass dieses Spiel sein Geld absolut wert ist sowie auch die vorherigen Teile bzw. die so genannte "X-Superbox". In dieser sind alle Teile der Reihe zu haben + eine Enzyklopädie und diverser Fanmade Content. Langzeitspaß ist hier meiner Meinung nach garantiert, wenn man sich ein wenig mit Weltraumsimulatoren anfreunden kann und nicht abgeneigt ist, etwas "neues" auszuprobieren und nicht jeden Schritt was man machen kann, unbedingt vorgekaut kriegen möchte ...

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